Alle Inhalte in diesen Artikel wurden von Mario Habersack verfasst.

Physiotherapie bei entzündeten Lymphknoten

Eine Entzündung der Lymphknoten - Lymphadenitis ist nicht selten. In der Regel sind geschwollene schmerzhafte Lymphknoten ein Zeichen der aktiven Immunabwehr des Körpers, beispielsweise bei einer Erkältung. Bei einer Entzündung des Lymphknotens handelt es sich meist um eine bakterielle Infektion. Über Hautverletzungen oder aus filtrierter Gewebsflüssigkeit gelangen Bakterien in das Lymphsystem und es kann über die Lymphgefäße zu einer Entzündung des Lymphknotens kommen. Ohne Behandlung kann die Lymphadenitis gegebenenfalls eine komplikationsreiche Erkrankung werden.


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Ursachen

Zu einer Schwellung der Lymphknoten kommt es immer dann, wenn das Immunsystem des Körpers versucht Erreger abzuwehren. Kommt es aber zusätzlich zu einer Rötung, Erwärmung und starken Schmerzempfindlichkeit, kann auch eine Entzündung des Lymphknotens vorliegen. Ursachen hierzu sind meist Bakterien (Streptokokken o.ä.), die den Weg in den Lymphknoten gefunden haben. Auch Virusinfektionen oder Pilzinfektionen können eine Lymphadenitis hervorrufen. Dabei kommt es meist zu einer lokalen Schwellung der Lymphknoten. Bei systemischer Erkrankungen (z.B. Rheuma) oder auch bösartigen Erkrankungen kann es zu einer Schwellung von Lymphknoten am ganzen Körper kommen. Auch bei Autoimmunerkrankungen wie HIV können sich Lymphknoten entzünden. Nicht zuletzt gibt es Erkrankungen, bei denen der Lymphknoten selbst Ursache ist. Lymphome oder Leukämien können sich durch Schwellungen der Lymphknoten äußern.

In diesem Artikel finden Sie weitere Informationen zu dieser Thematik: Ursachen für Lymphknotenschwellung bei Kindern

Was tun - kühlen oder wärmen?

Bei einer akuten Entzündung sollte grundsätzlich eher Kälte zum Einsatz kommen als Wärme. Die Wärme regt die Durchblutung und auch den Lymphfluss an, sodass die Entzündung sich gut im Organismus verteilen kann. Je nach Ursache für die Lymphknotenentzündung kann es Abweichungen von dieser allgemeinen Regel geben. Am besten sollte Rücksprache mit den Therapeuten oder Arzt gehalten werden.

Lymphknotenschwellung am Hals - Behandeln/Therapie

Am Hals kommt es relativ häufig zu einer Schwellung der Lymphknoten. Dies ist begründet durch die Nähe zu den Atemorganen. Bei Infektionen, Erkältungen oder auch bei Erkrankungen im Mundraum oder der Zähne werden die Lymphknoten in der Halsregion beansprucht und es kann zu deren Entzündung kommen. Es gilt die Behandlung der Grunderkrankung. Häufig verschwindet die Schwellung dann wieder von alleine. Bei akuten Entzündungen ist eine medikamentöse entzündungshemmende Therapie sinnvoll. Sind die Lymphknoten überlastet durch vermehrt anfallende Lymphe oder durch Operationen kann eine manuelle Lymphdrainage hilfreich sein. Hierbei wendet der Therapeut bestimmte sanfte, meist als angenehm empfundene Griffe an, um den Lymphtransport anzuregen. Anschließend transportiert er Gewebsflüssigkeit durch Massagegriffe in die nun wieder „leeren“ Lymphknoten. So können Schwellungen gemindert werden. Bei akuten Entzündungen sollte, um eine Verteilung von Keimen zu verhindern, von Lymphdrainage abgesehen werden. Das gleiche gilt bei bösartigen, gegebenenfalls streuenden Erkrankungen.

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Lymphknotenschwellung in der Achsel - Behandlung/ Therapie

Auch die axillären Lymphknoten schwellen relativ häufig an. Besonders bei Verletzungen der oberen Extremität kann es hier zu einer lokalen Lymphknotenschwellung kommen. Bei Schmerzen oder Veränderungen der Brust und begleitend geschwollenen Achsellymphknoten sollte eine gynäkologische Abklärung erfolgen, um bösartige Erkrankungen auszuschließen. Nicht immer steht eine gefährliche Erkrankung hinter der Schwellung. Beispielsweise können die axillären Lymphknoten auch durch kleine Schnittverletzungen bei der Rasur ausgelöst werden. Die Therapie richtet sich wieder nach der Grunderkrankung. Bei orthopädischen oder chirurgischen Erkrankungen der oberen Extremität kommt es häufig zu einer enormen Schwellung (Ödem), ebenso wie bei entzündlichen Erkrankungen wie z.B. Rheuma. Die Flüssigkeit wird über die Achsellymphknoten abtransportiert. Dies kann durch manuelle Lymphdrainage unterstützt werden. Nach Operationen, bei denen es zur Entfernung der Lymphknoten kam (z.B. nach Brustkrebs) kann eine Lymphknotenschwellung durch chronische Überbelastung der übrigen Lymphknoten bedingt sein. Auch hier ist manuelle Lymphdrainage sinnvoll. Bei akuten Entzündungen oder vorliegender bösartiger Erkrankung ist eine Lymphdrainage meist kontraindiziert. Es sollte Absprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden. Zur Lymphdrainage des Armes, gehört auch die Drainage der Halslymphknoten, da das Lymphsystem in Herznähe mit dem Blutsystem in Verbindung steht, und in der Lymphdrainage alle Stationen bis hin zum Übergang vom Lymphsystem ins Blutsystem „frei gemacht" werden. Bei der Lymphdrainage der oberen Extremität wird die Flüssigkeit von der Hand bis zum Oberarm gesammelt und in die axillären Lymphknoten abgegeben, dabei wird die Flüssigkeit von der Armrückseite auch zur Armvorderseite bewegt, anschließend in die Achsel drainiert.

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Lymphknotenschwellung an der Leiste - Behandeln/ Therapie

An der Leiste sind die Lymphknoten, die für die untere Extremität und die Urogenitalregion verantwortlich sind. Hier kommt es zu Schwellungen bei Verletzungen der unteren Extremität oder Erkrankungen des Urogenitaltrakts oder auch des Rektums. Auch durch Mikroverletzungen bei der Rasur kann es zur lokalen Lymphknotenschwellung kommen. In der Therapie wird durch sanfte Massagegriffe die Flüssigkeit der unteren Extremität gesammelt und den Lymphknoten zugeführt. Als obere Stationen werden ebenfalls die Halslymphknoten und gegebenenfalls die Bauchlymphknoten frei gemacht, um den Lymphabfluss zum Herzen zu gewährleisten. Auch an der unteren Extremität wird die Lymphe vom Fuß bis zum Oberschenkel in die Leistenlymphknoten drainiert. Analog zur oberen Extremität wird die Flüssigkeit der Beinrückseiten auch zuerst nach vorne geholt, und anschließend in die Leiste drainiert. Die Lymphe als Flüssigkeit unterliegt dem hydrostatischem Druck und kann so durch Hochlagerung des Beins (oder auch des Arms) beeinflusst werden. Bei geschwollenen Füßen kann eine Hochlagerung der Beine Linderung verschaffen. Es sollte in diesem Fall aber die Funktionstüchtigkeit des Herzens geprüft worden sein. Flüssigkeit die über die Lymphe transportiert wird, wird dem Blutsystem zugeführt und kann das Herzkreislaufsystem beeinflussen.

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Zusammenfassung

Lymphknoten können aufgrund unterschiedlicher Ursachen geschwollen sein. Bei einer akuten Entzündung der Lymphknoten (Adenitis) sollte eine Entzündungshemmende Therapie, mittels Medikation oder auch durch Kühlen erfolgen. Je nach Grunderkrankung können Probleme des Lymphsystems durch manuelle Lymphdrainage in der Physiotherapie behandelt werden. Hierbei handelt es sich um gezielte, sanfte Massagegriffe, die den Lymphfluss positiv beeinflussen sollen. Bei bakteriellen Infektionen oder bösartigen Erkrankungen ist Lymphdrainage gegebenenfalls kontraindiziert.

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