Die am häufigst angewandten Trainingsarten in der Physiotherapie

Eine gut aufgebaute Muskulatur sichert und stützt die Gelenke und Knochen vor äußeren Belastungen. Dabei ist auch die Beweglichkeit, Koordination und Funktionalität ein entscheidender Aspekt in der Physiotherapie. Es besteht in der Therapie eine große Vielfalt an Trainingsarten um diese Ziele zu erlangen. Da der Körper jedoch  sehr komplex ist, wird eine Kombination aus mehreren Trainingsarten empfohlen. So wird der Muskel optimal angesprochen. Nachfolgend werden die am häufigst angewandten Trainingsarten aufgezählt und kurz beschrieben.

Vibrationstraining

Beim Vibrationstraining finden die Übungen auf einer vibrierenden Unterlage statt. Vibrierende Untergründe können durch Vibrationsplatten gegeben sein. Zusätzlich zu den Effekten bei gängigen Freikörperübungen, kommt der Reiz der Vibration hinzu. Physiologisch muss sich die Muskulatur nicht nur anspannen um die Haltung zu gewährleisten, sondern wird durch die vibrierenden Reize noch zusätzlich beansprucht. Hierbei kommt es zu keiner Pause der Muskulatur, da diese den Körper vor der vibrierenden Unterlage halten muss und somit einen stärkeren Effekt besitzt. Weiterhin werden auch kleinste Muskeln sehr gut beansprucht, die eine gelenkstabilisierende Funktion haben.

Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel Vibrationstraining

EMS Training

Das EMS Training ist die Abkürzung für den Begriff der elektrischen Muskelstimulation und beinhalten Übungen mit elektrischen Reizen.  Die Person zieht sich einen speziellen Anzug und Weste an, die mit elektrischen Platten versehen ist.  Danach nimmt die Person eine bestimmte Position ein und hält diese. Währenddessen werden elektrische Impulse von einem Geräte über die Platten in den Körper geleitet. Durch die elektrischen Impulse wird die Muskulatur intensiver und tiefer angesprochen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in dem Artikel EMS Training

Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF)

Das Konzept der Propriozeptiven neuromuskulären Fazilitation wird in der Physiotherapie häufig bei neurologischen Erkrankungen angewendet. Jedoch handelt es sich hierbei nicht grundsätzlich um Kraftübungen. Hierbei wird auch die Koordination optimal angeregt und trainiert. Um für einen uneingeschränkten Bewegungsablauf zu sorgen, muss das Gefühl für den Körper vorhanden sein. Dies wird bei einfachen Kraftübungen nicht direkt angesprochen. Beim PNF werden daher die Übungen immer diagonal durchgeführt, um Bewegungen aus dem Alltag nachzuahmen. Diese finden immer dreidimensional statt. Die Sinneswahrnehmung wird dabei durch Kommandos und eine Vordehnung vom Therapeuten auf die Extremität trainiert.

Mehr Informationen erhalten Sie in dem Artikel PNF

Theraband Training

Bei Therabändern handelt es sich um elastische Bänder, die zu vielen Übung eingesetzt werden können und vielfältig anwendbar sind. Die Farbe der Therabänder ist nicht ganz unwichtig und zeigt die Stärke des Bandes. Diese gehen von der Farbe Rot für eine leichte Stärke, bis hin zu Gold als schwerste Stärke. Therabänder können überall mitgenommen und angewendet werden. So sind diese eine effektive Alternative zum Krafttraining mit Gewichten.

Erfahren Sie mehr über das Training in dem Artikel Übungen mit dem Theraband

Faszientraining

Die Faszien ziehen sich durch den gesamten Körper und umhüllen alle Strukturen im Körper. Wenn der Körper an gewissen Stellen häufig beansprucht wird, kommt es zu Verklebungen an den Faszien. Hierdurch können Schmerzen, Verkürzungen oder Verspannungen an den Muskeln entstehen. Eine häufige oder starke Beanspruchung kann nicht nur im Sport entstehen, sondern auch bei zu wenig Bewegung wie häufiges Sitzen. Durch Faszientraining sollen die Muskeln wieder gelockert und der Körper beweglicher werden. Um die Faszien gezielt zu bearbeiten gibt es Black Rolls® die eingesetzt werden können.

Lesen Sie mehr dazu in dem Artikel Faszientraining

Koordinations- & Gleichgewichtstraining

Die Muskulatur kann allen wechselnden Bewegungen im Alltag besser entgegenwirken, wenn  Gleichgewichts- und Koordinationsübungen ins Krafttraining hinzukommen. Jedenfalls minimiert sich hierdurch das Verletzungsrisiko im Alltag und Sport. Bei freien Übungen wie den Kniebeugen, wird das Gleichgewicht genauso beansprucht wie die Kraft. Noch gezieltere Gleichgewichts- und Koordinationsübungen sind z.B. der Einbeinstand.

Ausführliche Informationen und Übungen finden Sie in dem Artikel Koordinations- & Gleichgewichtstraining

Beweglichkeitstraining

Im Beweglichkeitstraining wird die Muskulatur durch dehnende Übungen gezielt gelockert. Es kommt zu einer erhöhten Beweglichkeit des Körpers und einer Entspannung der Muskulatur. Daher können Dehnübungen für den Cool Down nach dem Krafttraining eingesetzt werden.

Mehr Informationen über ein Beweglichkeitstraining der einzelnen Gelenke erhalten Sie in dem Artikel Beweglichkeitstraining

Isometrisches Training

Die Muskulatur kann in drei Spannungszuständen arbeiten. Wenn der Ursprung und  Ansatz des Muskels auseinander gehen, handelt es sich um eine exzentrische Bewegung (nachgebend). Dadurch lockert sich die Muskulatur. Wenn der Ursprung und der Ansatz jedoch näher kommen, ist es konzentrisch (überwindend). Bei einer isometrischen Spannung, bleibt der Abstand zwischen Ursprung und Ansatz jedoch gleich. Daher wird beim isometrischen Training lediglich eine Spannung aufgebaut und gehalten. Ein Beispiel hierfür sind Planks (Stützübungen). Der Vorteil an isometrischen Übungen ist, dass diese überall und zu jeder Zeit einsetzbar sind und sich als effektives Krafttraining für Unterwegs oder im Beruf bewährt.

Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel Isometrische Übungen

Mobilisationstraining

Wie beim Beweglichkeitstraining wird die Muskulatur wieder gelockert. Der Unterschied ist jedoch, dass die Mobilität aktiv geschieht. Durch eine hohe Beweglichkeit ist zwar das Training gut ausführbar und bei gewissen Sportarten erforderlich, jedoch steigt auch das Verletzungsrisiko bei einer Hypermobilität. Daher eignet sich das Mobilisationstraining sehr gut zur Vorbereitung auf eine Trainingseinheit und nach Verletzungen bzw. Operationen.

Übungen dazu finden Sie in dem Artikel Mobilisationsübungen aus der Krankengymnastik

Exzentrisches Training

Wie beim isometrische Training, können die Muskeln auch durch exzentrische Übungen gekräftigt werden. Wenn sich der Ursprung und Ansatz der Muskeln verlängert, kommt es zu einer exzentrischen Spannung. Das Bankdrücken ist eine klassische exzentrische Übung. Häufig werden hauptsächlich konzentrische Übungen im Training eingebaut. Jedoch sind exzentrische Übungen nicht ganz unwichtig. Die Muskulatur kann noch mal neue Reize bekommen und sich in ihrer Intensität steigern. Zusätzlich muss bei exzentrischen Übungen der Muskel nachgeben, jedoch die Kontrolle über den Körper halten. Somit werden noch mal weitere motorische Einheiten des Muskels angesprochen. 

Erfahren Sie mehr darüber in dem Artikel Exzentrisches Training