Physiotherapie bei Erkrankungen des Hand- und Fingergelenks

Bänderriss am Handgelenk

Einleitung 
Bei einem Sturz auf die Hand kann es zum Riss des Bandapparates des Handgelenks kommen. Meistens ist das verbindende Band zwischen Elle und Kahnbein betroffen. Unbehandelt kann eine solche Verletzung zur Arthroseentstehung im Handgelenk führen.

Physiotherapeutische Intervention
Nach einem frischen Bänderriss sollte zunächst eine gewisse Zeit (mehrwöchig gegebenenfalls mit Gips) das Handgelenk geschont  werden. Anschließend sollte die physiotherapeutische Nachbehandlung beginnen. Zunächst wird sanft die Beweglichkeit des Gelenks wieder verbessert. Die Behandlung in der Frühphase soll in jedem Fall schmerzfrei sein, sodass das frisch verheilte Band nicht geschädigt wird. Das Handgelenk kann aktiv durch Übungen des Patienten oder passiv durch den Therapeuten mobilisiert werden. Mit der Zeit kann die Intensität gesteigert werden. Die Übungen können gegen einen Widerstand ausgeführt werden, um die Muskulatur zu kräftigen. Die Reaktion und Koordination wird zusätzlich geschult. Ist das Band stabil können auch Übungen eingesetzt werden, welche den Stütz, also das volle Belasten der Hand trainieren.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in dem Artikel Physiotherapie bei einem Bänderiss am Handgelenk

Karpaltunnelsyndrom

Einleitung
Von einem Karpaltunnelsyndrom spricht man, wenn sich der osteofibröse (zwischen Knochen und Band) Kanal im Handgelenk verengt. Der Nervus Medianus läuft durch diesen Kanal und versorgt die Muskulatur des Daumens sowie Teile der Handinnenfläche und der Finger sensibel. Beim Karpaltunnelsyndrom kommt es daher zu Störungen in diesen Bereichen.

Physiotherapeutische Intervention
In der Physiotherapie bei einem Karpaltunnelsyndrom wird versucht, den Kanal zu erweitern und den Nerv zu mobilisieren. Hierzu können die Handwurzelknochen durch manuelle Therapie mobilisiert werden. Dabei greift der Therapeut die einzelnen Handwurzelknochen und verschiebt diese gegeneinander. Die Bandstrukturen über dem Karpaltunnel können durch bestimmte Weichteiltechniken wie Friktionen gedehnt werden. Dies kann eventuell leicht schmerzhaft sein, wird aber im Nachhinein oft als sehr hilfreich empfunden. Um den Nerv in seiner Nervenscheide zu mobilisieren, damit seine Beweglichkeit und Funktionstüchtigkeit verbessert und erhalten bleibt, können aktive und passive Dehntechniken ausgeführt werden.

Lesen Sie diesbezüglich den Artikel Physiotherapie bei einem Karpaltunnelsyndrom

Handgelenksarthrose

Einleitung
Durch Über- oder Fehlbelastung sowie vorangegangene Erkrankungen kann es zu einer Arthrose im Handgelenk kommen. Die Beweglichkeit des Gelenks geht verloren und es kommt immer wieder zu schmerzhaften Entzündungen und belastungsabhängigen Schmerzen.

Physiotherapeutische Intervention
In der Physiotherapie bei einer Handgelenksarthrose wird das Handgelenk durch bestimmte manualtherapeutische Techniken behandelt. Die Traktionstherapie, bei der durch Zug die Gelenkflächen voneinander sanft gelöst werden, entlastet den Knorpel und kann Schmerzen lindern. Ein Übungsprogramm, welches der Patient auch regelmäßig zu Hause ausführen kann, sollte während der Therapie erarbeitet werden. Ziel ist es, die Beweglichkeit des Gelenks weitestgehend zu erhalten. Mobilisierende Übungen sind hierzu wichtig, ebenso wie eine gezielte Kräftigung, um das Handgelenk im Alltag zu stabilisieren und so eine Überbelastung des Knorpels zu verhindern. Maßnahmen aus der physikalischen Therapie (Strom, Ultraschall, Wärme etc.) kommen ebenfalls zum Einsatz.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Artikel Physiotherapie bei einer Handgelenksarthrose

Handwurzelbruch

Einleitung
Bei Stürzen auf die ausgestreckte Hand können die Handwurzelknochen brechen. Meist ist das Os scaphoideum (Kahnbein) betroffen, es können aber auch andere Knochen der Handwurzel brechen. Verschobene Brüche müssen immer operiert werden, während bei einem einfachen Bruch in der Regel durch eine Ruhigstellung und anschließende Physiotherapie eine Genesung eintritt.

Physiotherapeutische Intervention
Erst nach der Wundheilung beginnt die Physiotherapie, wenn die Hand wieder stabil bewegt werden darf. Dann geht es darum, die Folgen der Immobilisation zu behandeln, die Gelenkbeweglichkeit im Handgelenk und den Fingergelenken wiederherzustellen und die Muskulatur zu kräftigen. Auch die Feinmotorik wie bestimmte Griffe (Pinzettengriff, o.ä.) können in der Therapie beübt werden, sodass der Patient nach der Rehabilitation seine Hand möglichst wieder voll benutzen kann. Neben aktiven Übungen, die auch in Eigenregie zu Hause durchgeführt werden sollten, finden Maßnahmen aus den Bereichen der manuellen Therapie, der physikalischen Therapie sowie Massagen Anwendung.

Nähere Informationen Erhalten Sie in dem Artikel Physiotherapei bei einem Handwurzelbruch

Kahnbeinfraktur

Einleitung
Nach stürzen auf die ausgestreckte Hand kann es zu Brüchen der Handwurzel kommen. Am häufigsten ist das Kahnbein (Os scaphoideum) auf der Daumenseite betroffen. Durch seine schlechte Blutversorgung besteht die Gefahr einer schlechten Heilung. Kahnbeinbrüche werden daher meist operativ versorgt.

Physiotherapeutische Intervention
In der physiotherapeutischen Nachbehandlung einer Kahnbeinfraktur geht es darum, die Funktion der Hand möglichst vollständig wiederherzustellen. Vermieden werden sollte eine Überbelastung, welche die  Wundheilung verzögert. Das schlecht durchblutete Kahnbein benötigt dadurch mehr Zeit zum zusammenwachsen. In der Therapie werden aktive Bewegungsübungen für die Hand und Fingergelenke trainiert, die Gelenke werden durch manualtherapeutische Griffe mobilisiert. Auch Weichteiltechniken oder manuelle Lymphdrainage können zum Einsatz kommen, um die Heilung zu beschleunigen und die Funktion der Hand zu verbessern. Schmerzen sollten während der Therapie nicht auftreten.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in dem Artikel Physiotherapie bei einer Kahnbeinfraktur

Fingergelenksarthrose

Einleitung
Zu einer Fingergelenksarthrose kann es durch Überbelastung aber auch systemischer Erkrankungen wie Rheuma kommen. Die Erkrankung äußert sich durch wiederkehrende Entzündungen, eine zunehmende Bewegungseinschränkung und Gelenkschmerzen.

Physiotherapeutische Intervention
In der Physiotherapie bei einer Fingergelenksarthrose wird versucht die Beweglichkeit des Fingers möglichst zu erhalten, Schmerzsymptome zu lindern und die Funktion des Knorpelgewebes möglichst zu erhalten. Hierzu finden Traktionstechniken Anwendung, bei denen durch sanften Zug die Gelenkflächen des betroffenen Fingergelenks voneinander gelöst werden, sodass sich der Knorpel erholen kann. Übungen, welche die Beweglichkeit trainieren sind ebenfalls hilfreich. Auch Kälte oder Wärmeanwendung können Symptome lindern. Ergänzend können Tapeverbände oder Bandagen zum Einsatz kommen, um die Fingergelenke zu schonen.

Weitere Informatioen finden Sie in dem Artikel Krankengymnastik bei einer Fingergelenksarthrose

Knoten und Schwellungen an den Fingergelenken

Einleitung
Bei manchen Erkrankungen wie Gicht oder Rheuma kann es zu einer Knotenbildung an den Fingergelenken kommen. Auch Schwellungen, z.B durch Ödeme (Schwellung durch Einlagerung von Wasser) verursacht können die Funktion der Fingergelenke einschränken.

Physiotherapeutische Intervention
Bei Knoten an den Fingergelenken wird versucht durch gezielte Mobilisationsübungen und Griffe die Gelenkbeweglichkeit trotz der Knoten weitestgehend zu erhalten. Sind die Konten störend für die endgradige Bewegung, kann nach einer operativen Entfernung das Bewegungsausmaß durch die Physiotherapie wieder erlangt werden. Schwellungen an den Fingern können durch manuelle Lymphdrainage behandelt werden. Durch sanfte Massagegriffe wird die Flüssigkeit im Gewebe in die nächstgelegenen Lymphknoten drainiert und anschließend dem venösen System übertragen. Durch die Abnahme der Schwellung wird die Bewegung leichter. Dynamische Bewegungsübungen fördern die Abnahme einer Schwellung durch die Muskelkontraktion.

Weitere Informationen über die Physiotherapie erhalten Sie in dem Artikel Physiotherapie bei Knoten und Schwellungen an den Fingergelenken