Physiotherapie bei Erkrankungen der Hüfte

Einleitung

Das Hüftgelenk ist die bewegliche Verbindung zwischen Oberkörper und unterer Extremität – den Beinen. Gebildet wird es aus dem runden Kopf des Oberschenkelknochens und der hohlen Pfanne des Beckenknochens. Der Form nach ist das Hüftgelenk den Kugelgelenken zuzuteilen, genauer als Nussgelenk, da die Gelenkpfanne den Hüftkopf zum Großteil umschließt. Dieser Aufbau macht das Gelenk relativ stabil, lässt jedoch trotzdem große Bewegungsumfänge in alle Richtungen zu. Aufgrund hoher Belastungen beim aufrechten Gang und Stand sowie der Last des zu tragenden Oberkörpers existieren einige recht häufige Verletzungs- und Krankheitsbilder, welche im Folgenden kurz vorgestellt werden.

Physiotherapie bei einer Hüftarthrose

Einleitung
Eine Arthrose bezeichnet eine krankhafte Knorpelabnutzung. Knorpel existiert in jedem Gelenk, wo er die Knochenenden überzieht, um eine reibungslose Beweglichkeit zu ermöglichen. Bei dauernder Überlastung durch zum Beispiel Übergewicht, Sport oder Fehl-/ einseitiger Bewegung kann es im Laufe des Lebens zu einer frühzeitigen krankhaften Abnutzung kommen, was zu Schmerzen, Entzündungen und Bewegungseinschränkungen führt.

Physiotherapeutische Intervention
Eine Arthrose ist nicht heilbar, jedoch lassen sich durch regelmäßige Physiotherapien ein Fortschreiten aufhalten bzw. verlangsamen und die unangenehmen Symptome eindämmen. Bewegung ohne Belastung ist das Zauberwort für eine erfolgreiche Therapie, da Knorpel lediglich durch diese am Leben gehalten wird. Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen und einfaches Fahrradfahren lassen sich unterstützend gut in den Alltag einbauen. Passive Maßnahmen wie Massagen, Thermo- und Elektrotherapie werden zur Schmerzlinderung und Entspannung umliegender Strukturen angewandt. Aktiv wird ein stabiles Muskelkorsett rund um das Gelenk aufgebaut, um dieses zu stützen und vor weiterer krankhafter Abnutzung zu bewahren.

Lesen Sie mehr zu den Inhalten der Physiotherapie in dem Artikel Physiotherapie bei einer Hüftarthrose

Physiotherapie bei einer Hüft-TEP

Einleitung
Eine Hüft-TEP bezeichnet abgekürzt die Totalendoprothese, also einen kompletten Gelenkersatz in der Hüfte. Gelenkkopf und Gelenkpfanne werden entfernt und durch künstliche Materialien ersetzt. Zum Einsatz kommt dieser totale Gelenkersatz bei Krankheiten, wie stark fortgeschrittener Arthrose, die trotz Therapie keine schmerzfreie Bewegung mehr zulässt und somit bereits alltägliche Anforderungen wie simples Gehen einschränkt.

Physiotherapeutische Intervention
Nach dem operativen Einsatz einer Hüft-TEP folgt die physiotherapeutische Nachbehandlung. Gemeinsam mit dem Therapeuten wird Aufstehen und Gehen wieder erlernt sowie ein genereller Umgang mit dem künstlichen Gelenk. Durch die Operation verspannte Muskeln werden gelockert und nach Abklingen der Entzündungsphase rund um das Gelenk gekräftigt, um dem Gelenk die nötige Stabilität zu geben und das Fremdmaterial in den Körper einzubinden. Je nach Operationsmethode ist das Gelenk relativ frühzeitig wieder voll belastbar. Die entstandene Narbe und nahegelegenes Gewebe werden durch Manuelle Techniken mobilisiert, um Folgeschäden durch Verklebungen zu vermeiden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in dem Artikel Physiotherapie nach einer Hüft-TEP

Physiotherapie bei einem Piriformis Syndrom

Einleitung
Der sogenannte Musculus Piriformis befindet sich im Gesäßbereich und hält im aufrechten Stand und Gang das Becken in gerader Position. Besonders bei Läufern ist dieser Muskel oft durch die lange intensive Beanspruchung überfordert und verspannt. Problem ist, dass der große Ischiasnerv, welcher die untere Extremität versorgt, in unmittelbarer Nähe des Muskels verläuft. Verspannungen im Muskel können nun Druck auf den Nerv ausüben, welcher mit ausstrahlenden Symptomen reagiert.

Physiotherapeutische Intervention
Beim Bestehen eines Piriformis Syndroms wird in der Physiotherapie zum einen der Muskel gelockert, um den Druck vom Nerv und somit die bestehenden Symptome zu nehmen und zum anderen nach der Ursache der schmerzhaften Verspannung gefiltert. Bewegungsabläufe werden optimiert, das Schuhwerk und die Lauftechnik untersucht. Meist besteht ein muskuläres Ungleichgewicht, welches durch angepasste Dehn- und Kräftigungsübungen ausgeglichen wird. Zusätzlich können Elektrotherapie, Faszientechniken und Tapeanlagen für eine erfolgreiche Therapie angewandt werden. Wichtig für Sportler ist, Regenerationszeiten im Training einzuhalten, um ein Wiederauftreten zu vermeiden.

Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel Physiotherapie bei einem Piriformis Syndrom

Physiotherapie bei einer Hüftdysplasie

Einleitung
Die Hüftdysplasie bezeichnet ein Wachstumsungleichgewicht zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne, welches in der Regel im Neugeborenenalter während der Verknöcherung der Skelettknochen entsteht. Die zu gering ausgeprägte Gelenkpfanne gibt dem Gelenk nicht genügend halt, was zu Luxation, unebener Knorpelabnutzung und Bewegungsstörungen führen kann. Probleme treten oft erst im fortgeschrittenen Alter auf.

Physiotherapeutische Intervention
In der physiotherapeutischen Behandlung einer Hüftdysplasie heißt es, die mangelnde knöcherne Stabilität durch muskuläre Stabilität zu unterstützen und auszugleichen. Besonders die Gesäßmuskulatur muss gekräftigt werden, wie auch die gesamte Haltung ggf. korrigiert werden. Bewegungsabläufe werden verbessert und symptomatisch mit passiven Maßnahmen an Schmerz und alltäglichen Einschränkungen gearbeitet. Die Hüftdysplasie lässt sich durch konventionelle Therapie nicht heilen, da es sich um eine strukturell manifestierte Problematik handelt. Doch können Symptome behandelt werden, Folgeerscheinungen vorgebeugt und Ausgleichsmaßnahmen ergriffen werden.

Weitere Informationen erhalten Sie in den Artikeln "Physiotherapie bei einer Hüftdysplasieund "Übungen bei einer Hüftdysplasie".

Physiotherapie bei Morbus Perthes

Einleitung
Die Krankheit Morbus Perthes bezeichnet das Absterben von Knochensubstanz im Hüftkopf, das heißt, dem oberen Ende des Oberschenkelknochens. M. Perthes tritt im Kindesalter als Folge von Durchblutungsstörungen im Knochen auf. Die Ursache dieser ist ungeklärt. Auftretende Symptome sind Schmerzen sowie Gang- und Bewegungsprobleme in der Hüfte. Unbehandelt besteht die Gefahr einer frühzeitigen Knorpelabnutzung im Gelenk und somit dem Entstehen einer Hüftarthrose.

Physiotherapeutische Intervention
In der Physiotherapie werden an Morbus Perthes erkrankten Patienten gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen und Fahrradfahren empfohlen, da es wichtig ist, trotz der Erkrankung aktiv zu bleiben und das Gelenk schonend in Bewegung zu halten. In der Physiotherapie selbst werden Mobilisationen des Gelenks sowie aktive Kraft- und Stabilitätsübungen durchgeführt und beübt. Zusätzlich werden durch passive Maßnahmen die individuellen Symptome wie Verspannungen und Schmerzen gelindert.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in dem  Artikel Physiotherapie bei Morbus Perthes

 

Physiotherapie bei einer ISG-Blockade

Einleitung
Als ISG (Iliosakralgelenk) wird die gelenkige Verbindung zwischen Hüftknochen und Kreuzbein (unterer Teil der Wirbelsäule) bezeichnet. Das Gelenk ist durch straffe Bänder nur minimal beweglich. Eine einwandfreie Funktion ist dennoch ausschlaggebend für schmerzfreie und optimale Beweglichkeit im unteren Rücken und der Hüfte. Eine ISG-Blockade entsteht in der Regel durch eine falsche Bewegung wie beim Verheben oder einem Tritt ins Leere. Folgend treten schmerzhafte Bewegungseinschränkungen auf, teilweise ausstrahlend nach vorn in die Leiste.

Physiotherapeutische Intervention
Zum Einrenken einer ISG-Blockade bestehen verschiedene Bewegung die nach Anleitung vom Therapeuten aktiv selbst durchgeführt werden können. Zusätzlich wird durch passive Maßnahmen wie Massagegriffe und tiefe Faszientechniken die umliegende Muskulatur gelockert. Um einem erneuten Auftreten vorzubeugen, wird ein rückengerechtes Alltagsverhalten erlernt sowie Übungen für die Ganzkörperstabilität trainiert. Für die lokale Schmerzlinderung und Entlastung der Strukturen können Tape-Anlagen angebracht werden.

Genauere Informationen finden Sie in den Artikeln

Physiotherapie bei einem Leistenbruch

Einleitung
Als Leistenbruch (Hernie) wird eine Schwachstelle oder ein Riss im Bindegewebe, in diesem Fall vorn an der Hüfte, bezeichnet. Das Gewebe und Eingeweide sacken nach vorn aus. Verschiedene Ursachen, die das Gewebe schwächen oder extremer Druck von innen können einen Leistenbruch verursachen. Symptome sind Schwellung in der betroffenen Region sowie Schmerzen die besonders bei Belastung auftreten.

Physiotherapeutische Intervention
Bei Übungen mit einem Leistenbruch in der Physiotherapie muss darauf geachtet werden, den Druck von innen nicht durch zu große Anstrengungen oder Luftanhalten zu stark zu erhöhen. Als Hilfe und Vorsicht kann von außen ein Kissen auf die Bruchstelle gepresst werden. Generell empfiehlt sich, schonend die Bauchmuskulatur aufzubauen, um dem Gewebe wieder Festigkeit zu geben. Schonung ist einzuhalten, um dem Körper Zeit zur Regeneration zu geben.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in dem Artikel Physiotherapie bei einem Leistenbruch

Physiotherapie bei einem Beckenbruch

Einleitung
Um einen Bruch im Beckenbereich zu erleiden benötigt es in der Regel erhebliche Gewalteinwirkung von außen, wie zum Beispiel bei einem Autounfall. Ein Beckenbruch kann ohne Operation behandelt werden, sind die Bruchteile nicht zu weit von ihrem ursprünglichen Ort verschoben und kein Gelenk mitbetroffen. Symptome sind die klassischen Entzündungszeichen nach einer Verletzung im Körper: Schwellung, Rötung, Wärme, Schmerz und Funktionseinschränkung.

Physiotherapeutische Intervention
Die physiotherapeutische Behandlung nach einem Beckenbruch richtet sich nach dem individuellem Zustand und Symptomen und orientiert sich maßgeblich an den körpereigenen Wundheilungsphasen. So wird zunächst die Regeneration und Abschwellung durch Lymphdrainagen und die leichte Mobilisation angrenzender Gelenke unterstützt. Je nach Vorgaben des Arztes wird nach Abschluss der Entzündungsphase mit sich langsam steigernden Belastungen begonnen, statischen Kräftigungsübungen und Symptomlinderung durch die Entspannung umliegender durch die Verletzung verspannte Muskulatur. In der letzten Phase ist der Bruch vorläufig zusammengeheilt und es wird aktiv trainiert. Bis zur vollen Ausheilung eines Knochenbruchs kann ein gesamtes Jahr vergehen.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Artikel Physiotherapie bei einem Beckenbruch

Physiotherapie bei einem Schenkelhalsbruch

Einleitung
Ein Schenkelhalsbruch ist eine typische Verletzung von älteren Patienten, dessen Knochenmasse nach und nach abnimmt und instabil wird. Es handelt sich um einen Knochenbruch im oberen Bereich des Oberschenkelknochens, unterhalb des gelenkbildenden Hüftkopfes. Die Verletzung entsteht in der Regel durch Stürze. Symptomatisch entstehen die klassischen Entzündungszeichen wie Schwellung, Rötung, Wärme und Schmerz, sowie eine Rotationsfehlstellung des Beines mit Einschränkung der Beweglichkeit und Belastbarkeit. 

Physiotherapeutische Intervention
In der konservativen Behandlung eines Schenkelhalsbruchs erlernt der Patient mithilfe des Physiotherapeuten zunächst das Gehen an Unterarmgehstützen, um den Knochen zu entlasten und Zeit zur Eigenheilung sich zu geben. Zusätzlich erfolgt die Lymphdrainagen, um die Schwellung abzutransportieren. Im späteren Verlauf werden die Gelenke des Beins mobilisiert, verspannte Strukturen und Gewebe gelockert und schließlich die Muskulatur gekräftigt und ein gesundes Gangbild wieder erlernt.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in dem Artikel Physiotherapie bei einem Schenkelhalsbruch

Physiotherapie bei einer Hüftkopfnekrose

Einleitung
Als Hüftkopfnekrose wird das Absterben von Knochengewebe am oberen Ende des Oberschenkelknochens bezeichnet. Die Ursache liegt in einer Durchblutungsstörung des Knochens, welche begünstigt wird durch eine ungesunde Lebensweise aber auch durch vergangene Verletzungen des Knochens entstehen kann. Die Nekrose macht sich nach und nach mit leichten Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Hüftgelenk bemerkbar.

Physiotherapeutische Intervention
Beim Bestehen einer Hüftkopfnekrose muss das Gelenk entlastet werden um einen Einbruch des Knochens zu vermeiden. Mit dem Physiotherapeuten wird ein alltagsgerechtes Verhalten erlernt und das Gelenk im geeigneten Maße durchbewegt, um eine Versteifung zu vermeiden. Durch statische Kräftigungsübungen ohne Belastungen wird das Gelenk solang es geht von außen stabil gehalten werden. Rückgängig machen lässt sich die Nekrose nicht, jedoch lassen sich ein weiteres fortschreiten und Begleitsymptome eindämmen.

Weitere Informationen erhalten Sie in dem Artikel Physiotherapie bei einer Hüftkopfnekrose

Physiotherapie bei einem Hüftimpingement

Einleitung
Beim Hüftimpingement („Aufeinandertreffen/ Einklemmen“) passen die gelenkbildenden Knochenenden nicht optimal ineinander. Es bestehen zwei unterschiedliche Formen: beim Pincer-Impingement ist die Gelenkpfanne zu tief ausgebildet, sodass der Oberschenkelknochen bei Bewegung an dessen Rand anschlägt. Beim Cam-Impingement ist der Oberschenkelkopf verformt, sodass er bei Bewegung in der Gelenkpfanne verklemmt. Beide Formen verursachen schmerzhafte Bewegungseinschränkung, mit der Gefahr von frühzeitiger unebener Knorpelabnutzung (Arthrose) im Gelenk.

Physiotherapeutische Intervention
In der physiotherapeutischen Intervention eines Hüftimpingements wird das Gelenk schonend mobilisiert, um die Beweglichkeit zu erhalten und den Gelenkknorpel am Leben zu halten. Schmerzen werden durch Massagen und Faszientechniken umliegender Strukturen gesenkt. Zudem werden Bewegungsabläufe optimiert und Muskulatur rundherum aufgebaut, um Fehlhaltungen zu vermeiden bzw. abzubauen. Durch die konservative Therapie kann die Fehlstruktur nicht behoben werden, jedoch die plagenden Symptome gesenkt und Folgen wie Verspannungen und ein zu rasches Abnutzen des Knorpels eingedämmt werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in dem Artikel Hüftimpingement - Physiotherapie