Internistische Erkrankungen

Internistische Erkrankungen, auch als Erkrankungen der “Inneren” Medizin bezeichnet, betreffen unsere inneren Organe und Gefäßsysteme. Jegliche Erkrankungen, die in diesen Bereichen anfallen können, werden zu internistischen Erkrankungen gezählt. Die Physiotherapie kann diese oft schweren Erkrankungen nicht heilen, doch sie wirkt unterstützend, erhält die Lebensqualität und Selbstständigkeit, hilft dem Betroffenen zu verstehen und mit der Erkrankung umzugehen. Krankengymnastische Übungen sollen Funktionen erhalten, verbessern und Begleit – oder Folgeerscheinungen der Erkrankung eindämmen. Vom Herzinfarkt bis zum Asthma werden die bekanntesten und am häufigsten auftretenden internistischen Erkrankungen unter Beachtung ihrer physiotherapeutischen Behandlung im Folgenden kurz vorgestellt.

Herzinfarkt

Einleitung
Ein Herzinfarkt ist ein plötzlicher Verschluss von Blutgefäßen im Herzen. Ein Gefäßverschluss hat zur Folge, dass eben dieser lebenserhaltende Fluss unterbrochen wird. Herzzellen sterben in Sekundenschnelle ab. Sofortige Hilfe ist lebenswichtig. Im Krankenhaus wird der verstopfte Weg wieder frei gemacht. Bereits abgestorbene Zellen sind jedoch verloren, das Herz geschwächt.

Physiotherapie
Der Körper braucht nach so einer schweren Unterbrechung seiner Funktion und einem Eingriff am Herzen eine ganze Weile, bis er wieder fit ist. Hier kommt die Physiotherapie ins Spiel. Unter strenger Bewachung von Blutdruck und Herzfrequenz wird wieder geübt zu Laufen, Treppen zu gehen, leichte Übungen zu vollbringen. Hier wird schnell bewusst, wieviel Arbeit unser Herz schon bei “einfachen” Alltagsanforderungen leistet. Viele Regeln müssen besonders in den ersten Wochen eingehalten werden, die der behandelnde Arzt und Physiotherapeut dem  Betroffenen ans Herz legen, um genau dieses nicht gleich wieder zu überlasten und einen neuen Infarkt auslösen. Belastbarkeit und Ausdauer werden Tag für Tag unter Kontrolle trainiert und gesteigert, bis der Patient wieder in den Alltag entlassen werden kann.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in dem Artikel Physiotherapie nach einem Herzinfarkt.

Herzmuskelschwäche

Einleitung
Das Herz ist unser Motor für jegliche Systeme und Funktionen unseres Körpers. Eine Herzmuskelschwäche ist eine Folge einer vorangegangenen Erkrankung, wie zum Beispiel einem Klappenfehler am Herzen. Durch langes Ausgleichen der Störung versagt mit der Zeit der Muskel (Herz), er wird zu schwach und pumpt weniger Blut durch den Körper. Dieser wird allmählich Leistungsschwächer. Nach und nach erscheinen die Folgen wie Wassereinlagerungen, Müdigkeit und Atembeschwerden.

Physiotherapie
Ein großer Teil der Physiotherapie in der Inneren Medizin sind Prophylaxen, also Vorsorgemaßnahmen. Die oft bettlägerigen Patienten müssen regelmäßig bewegt werden/ sich bewegen, der Kreislauf durch angepasste Übungen hochgefahren, die Lunge belüftet werden durch tiefe Atmung – hier muss einiges beachtet werden. Bei Patienten mit einer Herzschwäche bezieht sich die Physiotherapie besonders in der Akutphase genau hierauf. Mit der Zeit wird ein angepasstes Übungsprogramm mit leichtem Ausdauertraining entwickelt, um das Herz wieder zu stärken und den Patienten alltagsfit zu bekommen. Außerdem behandelt die Physiotherapie Folgesymptome wie Schwellungsabtransport und Atemtraining.

COPD

Einleitung
Die COPD

  • ausgeschrieben “chronic obstructive pulmonary disease”,
  • übersetzt chronische obstruktive Lungenerkrankung,
  • verständlich: anhaltende Lungenerkrankung mit erschwerter Ausatmung.

In mancher Literatur wird sie gleichgesetzt mit einer anhaltenden Bronchitis, was eventuell ein gängigerer Begriff im Volksmunde ist. COPD ist im Grunde ein Überbegriff verschiedener Lungenerkrankungen. Ursache ist zum größten Teil die jahrelange Einatmung von Schadstoffen – hier ist der Vorreiter Tabakrauch.

Physiotherapie
In der Physiotherapie wird Einfluss auf die leidigen Symptome genommen: Husten – meist mit Auswurf, Atemnot und eine geringe Belastbarkeit. Durch verschiedene Atemtechniken und Therapiemaßnahmen wird Sekret aus der Lunge gelöst, Atmung wird geschult und vertieft, sowie die Belastbarkeit durch ein angepasstes Übungsprogramm gesteigert. Wichtig ist des Weiteren, eine Aufklärung des Patienten zur Unterlassung des Auslösers, sowie der Wichtigkeit einer gesunden Lebensweise. Dem Betroffenen wird die Durchführung eines leichten Ausdauertrainings empfohlen, um die lebenswichtigen Organe Herz und Lunge zu stärken.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in dem Artikel Physiotherapie bei COPD

Asthma

Einleitung
Asthma ist eine der häufigsten chronischen (anhaltenden) Erkrankungen überhaupt. Es wird davon ausgegangen, dass Allergien ein verbreiteter Auslöser sind, doch sind die Ursachen bis heute ungeklärt. Auch diese Lungenerkrankung bereitet symptomatisch Probleme bei der Ausatmung (= obstruktiv). Im akuten Asthmaanfall schwillt die Schleimhaut in den Bronchien plötzlich stark an und produziert mehr Sekret, was zur Atemnot führt. Für diesen Fall tragen Asthmapatienten immer ein abschwellendes Spray bei sich.

Physiotherapie
Sofortmaßnahmen im akuten Asthmaanfall sind Sprayeinnahme, Beruhigung und die Einnahme von atemerleichternden Stellungen, welche in der Physiotherapie erlernt werden. In der Therapie wird zum großen Teil eine Patientenschulung durchgeführt. Atemvertiefende Übungen, Hustentechniken, atemerleichternde Stellungen, sowie angepasste Sport- und Ausdauerübungen, welche das Herzkreislaufsystem und somit Lunge und Herz stärken sollen, sind Inhalte einer Physiotherapie. So soll die Angst genommen werden, sowie die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit des Körpers erhalten bleiben.

Nähere Informationen erhalten Sie in dem Artikel Physiotherapie bei Asthma.

Migräne

Einleitung
Migräne ist eine recht verbreitete anfallsartige, heftige Kopfschmerzerscheinung. In der Regel tritt sie halbseitig auf und dauert für einige Stunden bis einem Tag an. Wenn sich auch einige Zusammenhänge vermuten lassen, ist eine eindeutige Ursache für das Auftreten von Migräne ungeklärt.

Physiotherapie
In der physiotherapeutischen Behandlung von Migräne wird  hauptsächlich symptomatisch und vorbeugend therapiert. Symptomatisch wird angewandt, was immer dem Betroffenen gut tut – von Elektrotherapie über Wickel, Massagen, Bäder, Wärme- / Kältetherapie und Bindegewebsbehandlung. Vorbeugend werden Entspannungs- und Selbstwahrnehmungsübungen erlernt, für den Selbstumgang im Falle eines erneuten Anfalls. Zusätzlich kann der Arzt Schmerzmittel verschreiben, welche jedoch aufgrund von Nebenwirkungen nicht dauernd eingenommen werden sollten.

Lesen Sie mehr über das Thema in dem Artikel Physiotherapie bei Migräne.

Entzündete Lymphknoten

Einleitung
Die Lymphknoten unseres Körpers sind im Grunde Reinigungsstellen für die Lymphflüssigkeit – welche Abfallstoffe und Bakterien aus dem Körper abtransportiert. Durch Ablagerung von Bakterien in den Lymphknoten durch ein Versagen des Systems oder zu hoher schädlicher Last, kann es passieren, dass die Lymphknoten sich entzünden. Sie schwellen an und schmerzen.

Physiotherapie
Entzündete Lymphknoten werden in der Regel nicht physiotherapeutisch behandelt. So wie sie plötzlich anschwellen, schwellen sie meist nach Abklingen des Krankheitsgeschehens auch wieder ab, wie zum Beispiel bei einer Mandelentzündung. Der Arzt kann je nach ermessen entzündungshemmende Medikamente verabreichen. Wichtig in der Physiotherapie ist, entzündete Lymphknoten zu erkennen und diese nicht mit Lymphdrainage zu behandeln, mit welcher in anderen Fällen Schwellungen abtransportiert werden. Im Falle von entzündeten Lymphknoten hätte eine manuelle Lymphdrainage lediglich den Effekt, Bakterien zu verteilen und die Entzündung im Körper, bzw. Entlang des Lymphsystems zu streuen.

Geschwollene Hände/ Füße/ Beine

Einleitung
Schwellungen im Körper sind meist auf Wassereinlagerungen zurückzuführen (wenn nicht durch Verletzungen und lokale Entzündungsreaktionen hervorgerufen). Am ehesten treten diese an herzfernen Regionen auf – sprich Händen, Füßen und Beinen. Durch eine Überlastung oder dem Versagen des Lymphsystems, welches im Normalfall Flüssigkeit aus dem Gewebe abtransportiert, reinigt und wieder ins Blutsystem führt, sackt diese Flüssigkeit im Gewebe ab. Problem ist, dass sie Abfallstoffe und Bakterien enthält, welche beim Verbleib im Gewebe Schäden anrichten können.

Physiotherapie
In der Physiotherapie werden Schwellungen mittels manueller Lymphdrainage behandelt. Manuell bedeutet übersetzt mit den Händen durchgeführt, als Lymphe wird in der Fachsprache die Gewebsflüssigkeit bezeichnet und Drainage ist übersetzt einfach ein Abtransport. Hier wird also der körpereigene Abfluss der Lymphe mittels gekonnten Handgriffen unterstützt. Die gereinigte Lymphe fließt in Herznähe zurück ins Blut. Unterstützend zur Lymphdrainage können Kompressionsstrümpfe getragen werden, welche durch sehr enges Anliegen ein Schwellungsauftreten vermeiden und die Flüssigkeit ebenfalls durch ihre Anbringung weiter in Richtung Abfluss leiten sollen.

Nähere Informationen erhalten Sie in dem Artikel Manuelle Lymphdrainage 

Krampfadern

Einleitung
Krampfadern sind eine zunächst ungefährliche aber unschön aussehende Aussackung von oberflächlichen Venen, also den Adern, die vom Körper zurück zum Herzen führen. Sie entstehen meist in herzfernen Regionen, wie den Beinen. Mögliche Ursachen können eine Gewebeschwäche, genetische Veranlagung, Bewegungsmangel und eine ungesunde Lebensweise sein. In schweren Verläufen können sie einen Rückstau im venösen System verursachen, gefolgt von Wassereinlagerungen und Ödemen im Gewebe.

Physiotherapie
In der Physiotherapie werden verschiedene Maßnahmen getroffen, den Blutfluss in Richtung Herz zu unterstützen. Ein geeignetes Verhalten und Übungen für den Alltag werden erlernt. Hierzu zählen Bewegung, Blutfluss- und Kreislaufanregende Maßnahmen und auch Hochlagerung der Beine. Außerdem kann das Gewebe von außen mittels Stützstrümpfen stabilisiert und somit der Blutfluss gefördert werden.

Schmerzen beim Einatmen

Einleitung
Schmerzen bei der Einatmung können ganz unterschiedliche Ursachen haben – von einer lediglich verklemmten Rippe bis zu einer entzündeten Lunge. Der Atem wird flach und schnell, um Schmerzen zu vermeiden. Muskeln verspannen, der Kreislauf sackt ab.

Physiotherapie
In der Physiotherapie werden Verspannungen zwischen den Rippen gelöst, der knöcherne Brustkorb bewegt und durch verschiedene Maßnahmen die Atemtiefe geschult. Wichtig ist besonders bei der Lungenentzündung, regelmäßig die Lage des Patienten zu ändern und ihn sofern Möglich in eine aufrechte Position zu bringen, sodass alle Anteile der Lunge belüftet werden können. Atemübungen sollen, neben den weiteren prophylaktischen (vorsorgenden) Maßnahmen, regelmäßig vom Betroffenen durchgeführt werden. Später werden leichte angepasste Ausdauerprogramme ausgearbeitet, um die Lunge wieder zu stärken.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in dem Artikel Schmerzen beim Einatmen - Physiotherapie

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