Halswirbelsäulenbruch

Die Halswirbelsäule besteht aus 7 Wirbeln, die durch Bandscheiben begrenzt sind. Umgeben ist die Halswirbelsäule durch Bänderstrukturen, die der Halswirbelsäule Halt und Stabilität geben. Die Halswirbelsäule hat eine lordotische (hohlwirbelsäulen) Form und schützen den Nervenkanal, aus dem die Nerven der Extremitäten entspringen, in dem aber auch die Hirnflüssigkeit (Liquor) zu finden ist.
Die ersten beiden Wirbel, der Atlas und Axis zeigen eine eigene Form auf, welche aufgrund ihrer Funktion notwendig ist. Diese beiden Wirbel bilden mit der Schädelbasis die Kopfgelenke und führen eine Doppelkinn- Bewegung und ein Nach-Vorne-Schieben des Kopfes als Bewegung aus. Zusammen mit den darauffolgenden Wirbeln machen sie eine Seitneigung, Rotation, Beugung und Streckung der Halswirbelsäule möglich.

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Behandlung und Krankengymnastik

Die Halswirbelsäule ist aufgrund von angrenzenden Muskeln, welche die Arme und somit die Arbeit mit den Armen beeinflussen, stark belastet. Vor allem einseitige Tätigkeiten über dem Kopf, Schreibtischarbeit oder wenig Bewegung sorgen für eine zu hohe Spannung im Bereich der Halswirbelsäule. Im Falle eines starken Traumas, Verkehrsunfalles, Sturzes aus hoher Höhe auf den Kopf oder anderer Unfälle kann es zu einer Fraktur der Wirbelkörper kommen und dadurch im schlimmsten Falle zu einer Querschnittslähmung kommen, da sich das Fragment in den Spinalkanal schieben kann.

Unmittelbar nach dem Unfall sollte sofort eine korrekte Versorgung stattfinden. Aus Schutz vor weiterer Verschlimmerung sollte die Halswirbelsäule stabilisiert werden. Es folgen neurologische Tests, MRT und CT Untersuchungen um den Ausmaß der Verletzung aufzuzeigen.
Bei einem stabilen Bruch wird häufig ein Korsett verordnet, welches der Patient über einen langen Zeitraum zu tragen hat, um die Wirbelsäule zu stabilisieren und die Bewegungen, welche eine Verschlimmerung auslösen könnten, zu vermeiden. Bei einer instabilen Fraktur oder bei Fragmenten, die sich gelöst haben, muss eine operative Versorgung mit einer stabiliserenden Osteosynthese erfolgen.

Danach beginnt das Training im Bereich der Krankengymnastik. Dabei ist es besonders wichtig den Anweisungen des Arztes zu folgen. Zu Beginn können Übungen der Extremitäten zur Thrombose-, Dekubitus- und Pneumonieprohylaxe durchgeführt werden, bei denen die Halswirbelsäule nicht bewegt werden muss. Sobald die Halswirbelsäule belastet werden darf, kann mit vorsichtigen isometrischen Spannungsübungen angefangen werden.
Dabei liegt der Kopf auf der Unterlage und der Patient drückt den Kopf in die Unterlage. Zu Beginn wird nicht mehr Belastung erlaubt sein, sodass durch Anspannung der tiefen Haltemuskeln die Stabilisation verbessert werden kann.
Sobald der Kopf bewegt werden kann, kann mit isometrischer Spannung in die Rotation fortgesetzt werden. Dabei den Kopf so weit zur Seite drehen wie es geht, ein Stück wieder zurück, anschließend mit der Hand außen an die Wange fassen und versuchen den Kopf gegen den Druck der Hand auf die Wange zurückzudrehen.
Ein allgemeines Krafttrainingsprogramm für den Schulter-Armkomplex kann als Vorbereitung auf die steigende Belastung erfolgen. Dabei ist es aber wichtig, dass die Belastung nicht zu extrem in die Halswirbelsäule läuft.
Passive Maßnahmen sind zu Beginn nicht ratsam, da die Muskulatur die Stabilisation erarbeiten muss.
In der Spätphase kann durch manuelle Techniken die Beweglichkeit der Halswirbelsäule verbessert werden.
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Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 05.11.2017 - Letzte Änderung: 10.11.2021