Übungen bei Asthma

Die Übungen, die in der Therapie von Asthma bronchiale angewandt werden, dienen vor Allem dazu, den Betroffenen zu helfen ihre Atmung bewusst zu kontrollieren und somit auch bei einem Asthmaanfall aktiv dagegen wirken zu können, ohne in Panik zu geraten.

Durch eine korrekte, bewusste Atmung werden Gehirn und andere Körperzellen ausreichend mit Sauerstoff versorgt, was den Körper natürlicherweise in einen entspannten Zustand versetzt. Durch das Erlernen bestimmter Verhaltensweisen und Übungen kann der Betroffene lernen, diesen Zustand herbeizuführen und somit auch unter Umständen die Anzahl der Asthmaanfälle verringern.



Symptome

Asthma ist eine entzündliche Erkrankung der Atemwege, die zu einer Überempfindlichkeit der Schleimhaut der Bronchien führt. Die Bronchien sind als Folge angeschwollen und haben eine gesteigerte Sekretproduktion, zu welcher bei einem Asthmaanfall noch ein sogenannter Bronchiospasmus ( eine Verkrampfung der Bronchialmuskulatur, die zu einer Verengung der Atemwege führt) hinzu kommt.

Weitere typische Symptome bei Asthma sind ein ständiger Hustenreiz, vor Allem während der Nacht, eine pfeifende Atmung ( auch "Giemen" genannt), zäher Schleim, der nur schwer abzuhusten ist, anfallsartig auftretende Atemnot und ein Engegefühl in der Brust.

Test

Um die Diagnose Asthma zu stellen, gibt es zwei Testverfahren, die Aufschluss über die Erkrankung geben können.

  1. Inhalativer Provokationstest: Dieser Test kommt dann zum Einsatz, wenn der Verdacht besteht, dass es sich um ein allergisches Asthma handelt. Hierbei wird das in Verdacht stehende Allergen durch Inhalation mit der Bronchialschleimhaut in Kontakt gebracht. Im Anschluss daran wird die Einsekundenkapazität (Kapazität die ein Patient in einer Sekunde nach vollständigem Einatmen so schnell es geht wieder ausatmen kann) des Patienten gemessen.
  2. Bronchospasmolysetest: Bei diesem Testverfahren wird mit Hilfe einer Spirometrie (kleiner Lungenfunktionstest) kontrolliert, ob sich die Einsekundenkapazität nach Gabe eines bronchienerweiternden Medikamentes erhöhen lässt. Nach Durchführung der ersten Spirometrie inhaliert der Patient ein solches Mittel. Nach 15 Minuten wird dann eine zweite Spirometrie durchgeführt und die beiden Werte verglichen.

Atemübungen

Die Atemübungen bei Asthma bronchiale sollen den Patienten eine bewusste Kontrolle ihrer Atmung ermöglichen, um bei einem Asthmaanfall dagegen steuern zu können und um im Allgemeinen eine ausreichende Sauerstoffzufuhr zu gewährleisten.

Lesen Sie dazu auch: Atemübungen

1. Lippenbremse

Diese Übung ist die Grundlage für alle Atemübungen und kann insbesondere bei einem akuten Asthmaanfall oder Atemnot hilfreich sein. Zur Durchführung atmet man die Luft durch die Nase ein und dann langsam gegen den Widerstand der Lippen wieder aus (vielen Patienten wird die Durchführung erleichtert, wenn sie beim ausatmen bestimmte Laute wie ''pff'' oder ''ss'' machen).

2. Torwartstellung

Für die Durchführung dieser Übung werden die Beine leicht gebeugt, der Oberkörper vorgebeugt und die Hände oberhalb der Knie aufgestützt. In dieser Position wird nun einige Minuten mit der Lippenbremse geatmet.

3. Kutschersitze

Setzen Sie sich für diese Übung auf die Vorderkante eines Stuhls. Machen Sie nun mit dem Rücken einen entspannten Katzenbuckel, indem Sie die Ellenbogen auf den Knien abstützen und die Hände locker herunterbaumeln lassen. Verharren Sie in dieser Position, bis Ihnen die Atmung durch die Entspannung des Brustkorbs wieder leichter fällt.

Bei einer anderen Variante dieser Übung werden Unterarme, Hände und Kopf auf einem Tisch abgelegt und es wird langsam durch die Lippenbremse geatmet.

4. Dehnung des Brustmuskels

Stellen Sie sich in eine Raumecke und legen die Hände auf Schulterhöhe an die Wände. Nun fahren Sie langsam mit den Armen an der Wand hoch, bis Sie eine Position finden, die sich anfühlt als würden hier die Beklemmungen verursacht. Machen Sie nun einen Ausfallschritt, sodass Sie sich zur Ecke hinneigen und eine Dehnung im Brustmuskel spüren. Halten Sie die Dehnung 1-2 Minuten und atmen dabei durch die Lippenbremse.

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Therapie

Die Therapie von Asthma richtet sich wesentlich nach dem Schweregrad der Erkrankung, welche nach einem bestimmten Stufenschema erfolgt, das insbesondere an der Häufigkeit der Beschwerden orientiert ist. Im Vordergrund steht die medikamentöse Therapie. Diese besteht aus dem Einsatz von kurzwirksamen Medikamenten bei einem akuten Asthmaanfall und langwirksamen Medikamenten zur Kontrolle und Eindämmung der bronchialen Entzündungsreaktion.

Zu den kurzwirksamen Medikamenten (Reliever genannt) gehören kurz wirksamen Betasympathomimetika, inhalative Anticholinergika und Theophyllin. Sie alle bewirken eine Erweiterung der Bronchien bei einem akuten Asthmaanfall.

Langzeitmedikamente (Controller genannt) wie Kortikosteroide, Leukotrienantagonisten, Theophylline, lang wirksame Beta-2-Antagonisten und lang wirksame inhalative Anticholinergikasollen sollen langfristig die Entzündungsreaktion der Bronchialschleimhaut eindämmen und so zu einer Verringerung der Asthmaanfälle beitragen.

Zur nicht medikamentösen Therapie gehören vor Allem die Atemtherapie zum Erlernen spezieller Atemtechniken sowie Asthmagruppen.

Asthma vs. COPD

Obwohl sowohl Asthma als auch COPD Erkrankungen der Atemwege darstellen und ähnliche Symptome wie z.B. Atemnot aufweisen, handelt es sich trotzdem um zwei komplett unterschiedliche Krankheiten.

COPD wird in der Mehrzahl der Fälle durch Rauchen hervorgerufen und hat eine chronische Bronchitis als Folge, während Asthma eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, die durch eine Überempfindlichkeit der Bronchien entsteht, ist.

Im Gegensatz zu COPD ist Asthma in seiner Schwere veränderlich und oftmals auch saisonbedingt. Es handelt sich bei Asthma also nicht eine fortschreitende Erkrankung wie COPD.

Bei der Stellung der Diagnose gibt es verschiedene Merkmale, die Asthma von COPD unterscheiden. Ein typisches Merkmal bei Asthma ist zum Beispiel, dass die Verengung der Bronchien reversibel (umkehrbar) ist und die Hyperreaktivität der Bronchien variabel ist. Die Asthmaanfälle können also unterschiedlich stark ausfallen und sich sehr voneinander unterscheiden.

COPD hingegen tritt meist im Erwachsenenalter auf und ist die Folge von jahrelangem Nikotinkonsum. Asthma tritt oft bereits im jugendlichen Alter auf. Beide Erkrankungen gelten bislang als unheilbar, im Gegensatz zu COPD  lässt sich Asthma aber in der Regel besser medikamentös therapieren. Für die Betroffenen bedeutet dass in den meisten Fällen, dass der Alltag mit Asthma leichter bestritten werden kann als mit COPD.

Weitere Informationen finden Sie hier: COPD - Übungen aus der Krankengymnastik

Asthmaspray

Asthmasprays sind ein wichtiger Bestandteil der Therapie von Asthma bronchiale. Unterschieden werden hierbei zwischen Langzeitmedikamenten (Controller) und kurzzeitig wirksamen Medikamenten (Reliever). In der Regel ist die Darreichungsform der Medikamente ein Asthmaspray. Hierbei gibt es jedoch einige kleine aber feine Unterschiede.

  • Dosieraerosole (klassisches Asthmaspray) z.B. Respimat: Bei dieser Form von Asthmasprays wird das Medikament automatisch beim Sprühvorgang fein verteilt. Der Patient muss bei der Anwendung gleichzeitig den Auslöser betätigen und einatmen. Zur Erleichterung dieses Vorgangs gibt es für Patienten, die sich schwer tun (vor Allem auch für Kinder) eine Inhalationshilfe (Spacer), der vor dem Asthmaspray angebracht wird.

  • Pulverinhalatoren z.B. Novolizer: Bei dieser Form der Asthmasprays erfolgt der Sprühstoß nicht automatisch, sondern wird durch den Einatmungsvorgang ausgelöst. Diese Form ist für die meisten Patienten einfacher Durchzuführen.

Bei beiden Formen ist es wichtig, nach der Inhalation für mindestens 10 Sekunde die Luft anzuhalten, damit der Wirkstoff optimal wirken kann.

Die Funktionsweise der einzelnen Asthmasprays kann je nach Hersteller stark variieren, sodass Betroffene sich die korrekte Inhalationstechnik immer in der Apotheke oder vom Arzt erklären lassen sollten.

Asthma und Sport

Sport ist bei Asthma durchaus sinnvoll und eine gute Ergänzung der Therapie, wenn man einige wichtige Dinge beachtet. Obwohl viele Asthmatiker bei körperlicher Anstrengung schnell an ihre Grenzen gelangen und Symptome wie Atemnot, Husten und pfeifende Geräusche beim Atmen auftreten, wirkt sich regelmäßiger Sport positiv auf die Erkrankung aus. Durch das Training wird die Ausdauer gesteigert, sodass die Patienten insgesamt belastbarer sind.

Wichtig ist, dass man das Training langsam steigert, um seinen Körper nicht zu überfordern und ungewollte Reaktionen vermeidet. Besonders geeignet sind dafür Ausdauersportarten wie Schwimmen, Wandern, Laufen oder Radfahren. Auch bestimmtes Krafttraining, was vor Allem auf einer verbesserte Körperhaltung und eine Kräftigung für die Atemmuskulatur ausgelegt ist, eigenen sich gut als Therapieergänzung.

Vermeiden sollten Asthmatiker dagegen Sportarten, bei denen viele Wechsel zwischen Ruhe- und Belastungsphasen stattfinden, da dies die Bronchien unnötig Reizen und sogar ein Belastungsasthma verstärken kann. Insgesamt gilt, dass sich das Level der sportlichen Aktivität immer am individuellen Schweregrad der Erkrankung orientieren und mit einem Arzt besprochen werden sollte.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Übungen zur Therapie von Asthma eine sinnvolle und hilfreiche Ergänzung zur medikamentösen Behandlung darstellen. Sie helfen den Patienten, besser mit der Erkrankung umzugehen und im Falle eines akuten Asthmaanfalls selbst eingreifen zu können. Durch die in der Therapie erlernten Atemübungen bekommen sie so ein Stück weit die Kontrolle über ihren Körper zurück