Übungen bei einer Wirbelblockade in der BWS

Die Übungen bei einer Wirbelblockade in der BWS dienen dazu, die Blockade zu lösen, die verspannte Muskulatur zu lockern und zu dehnen sowie den Wirbel auch langfristig in der richtigen Position zu halten. Die Übungen, welche bei einer Wirbelblockade der BWS zum Einsatz kommen, sollten immer zunächst mit einem erfahrenen Therapeuten abgesprochen und gegebenenfalls demonstrativ durchgeführt werden, damit durch eine Fehlausführung keine weiteren Schäden entstehen. Die Übungen sind nicht nur sinnvoll um die aktuelle Problematik zu behandeln, sondern auch um die Brustwirbelsäule im Ganzen zu stärken damit sie den Belastungen des Alltags standhalten kann ohne Probleme zu bereiten.



Übungen

Um eine Wirbelblockade in der Brustwirbelsäule zu behandeln gibt es eine Vielzahl von Übungen, die helfen sollen den Wirbel wieder in die richtige Position zu bringen oder nach einer bereits erfolgten Repositionierung in der richtigen Stellung zu halten.

Dehnung der BWS
Stellen Sie sich gerade und aufrecht hin. Führen Sie die Handflächen auf Brusthöhe zusammen. Die Ellenbogen zeigen nach außen. Gehen Sie leicht in die Knie. Nun führen Sie den rechten Ellenbogen zum linken Knie. Ihr Oberkörper zeigt nun zur linken Seite. Kehren Sie in die Ausgangsposition zurück und wiederholen die Übung mit der anderen Seiten.

Dehnung der BWS
Stellen Sie sich gerade und aufrecht hin oder setzen Sie sich gerade auf einen Stuhl. Strecken Sie nun die Arme zur Seite aus und führen Sie langsam nach hinten, bis Sie eine Dehnung spüren. Halten Sie diese 20 Sekunden. 3 Wiederholungen.

Dehnung der BWS
Legen Sie sich auf den Rücken und stellen die Füße nah am Gesäß auf. Die Arme sind seitlich ausgestreckt. Lassen Sie nun langsam und kontrolliert die Beine zu einer Seite kippen und drehen den Kopf in die entgegengesetzte Richtung. Halten Sie die Position ca. 30 Sekunden und wechseln dann die Seiten. 3 Wiederholungen pro Seite.

Dehnung der unteren BWS
Stellen Sie sich gerade und aufrecht hin und verschränken die Hände hinter dem Kopf. Schieben Sie nun den Oberkörper langsam nach links und rechts ohne dabei die Schultern oder den Kopf zu bewegen. 10 Wiederholungen pro Seite.

Kräftigung der BWS
Stellen Sie sich frontal in etwa 50cm Abstand vor eine Wand. Legen Sie die Hände auf Schulterhöhe an die Wand und führen Sie dann 15 Wandliegestützen durch. Wiederholen Sie die Übung 3 mal mit kurzen Zwischenpausen.

Kräftigung der BWS
Legen Sie sich auf den Bauch. Nun heben Sie den Brustkorb vom Boden ab, sodass nur noch die unteren Rippen den Boden berühren. Die Arme sind seitlich im 90°Winkel etwa 10cm vom Boden angehoben. Strecken Sie nun aus dieser Position die Arme gerade nach vorne und kehren dann in die Ausgangsposition zurück. 3 mal 15 Wiederholungen.V Haltung
Stellen Sie sich gerade und aufrecht hin. Die Beine sind etwa schulterbreit auseinander. Heben Sie nun die Arme schräg nach oben in die Luft sodass Sie ein V bilden. Halten Sie die Position 2 Minuten.

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Kräftigung der Muskulatur der BWS
Legen Sie sich auf den Bauch und heben Arme und Beine vom Boden ab. Nun Bewegen Sie sowohl Arme als auch Beine im Wechsel auf und ab. Für die Beine ist es die gleiche Bewegung die Sie beim Kraulschwimmen im Wasser machen würden und bei den Armen sieht es aus wie kleine schnelle Hackbewegungen. Führen Sie die Übung 30 Sekunden durch, machen eine kurze Pause und 2 weitere Durchgänge.

Lösen von Blockaden
Legen Sie sich auf den Rücken und ziehen ihre Knie an den Körper. Umfassen Sie diese mit ihren Händen und machen langsame Wipp-Bewegungen vor und zurück.

Dehnung der seitlichen BWS
Stellen Sie sich gerade und aufrecht hin. Die Beine sind schulterbreit auseinander. Heben Sie den linken Arm gerade nach oben und stützen sich mit der rechten Hand an der Hüfte ab. Neigen Sie nun den Oberkörper zur rechten Seite bis Sie eine Dehnung spüren. Halten Sie diese für 20 Sekunden und wechseln dann die Seiten. 3 Wiederholungen pro Seite.

Weitere Übungen für die Brustwirbelsäule finden Sie in dem Artikel BWS-Syndrom - Übungen die helfen

Therapie/ Behandlung

Die Therapie beziehungsweise Behandlung einer Wirbelblockade in der Brustwirbelsäule ist patientenindividuell verschieden. Es kommt immer auf die Lage des blockierten Wirbels sowie die Auswirkungen durch die Blockade an. Je nach der krankheitlichen Vorgeschichte und des Alters des Patienten wird dann eine entsprechende Therapie eingeleitet.

Es ist jedoch immer sinnvoll den blockierten Wirbel wieder zu repositionieren. Dies kann durch sanfte Dehnübungen, Bewegung, manuelle Therapie oder Manipulation erfolgen. Bei letzterer wird durch einen Fachmann ein gezielter, schneller Bewegungsimpuls in Richtung der frei beweglichen Seite des Wirbels durchgeführt, wobei dieser dann wieder in die richtige Position springt. Dies ist meist von einem akustisch hörbaren knacken begleitet.

Den Wirbel durch Manipulation wieder in die richtige Stellung zu bringen ist jedoch nicht bei allen Patienten indiziert. So können zum Beispiel entzündliche Prozesse oder Osteoporose eine Kontraindikation darstellen.

Im Anschluss ist es wichtig, den Wirbel auch langfristig in der gewünschten Position zu halten, dafür wird dann ein patientenindividueller Trainingsplan aufgestellt bei welchem es sich um diverse Dehn-, Stabilisierungs- und Kräftigungsübungen handelt, die den Patienten helfen sollen ihre Muskulatur und Gewebe soweit zu stärken, dass der Wirbel eine stabile Position beibehält.

Wirbelsäulenschonende Sportarten wie zum Beispiel Rückenschwimmen oder Nordic Walking können helfen die Wirbelsäule in Bewegung zu halten. Gegen die akuten Schmerzen bei einer Wirbelblockade können kurzfristig schmerz- und entzündungshemmende Medikamente eingenommen werden.

Auch Wärme- oder Kälteanwendungen sowie Elektrotherapie (je nachdem, was für den individuellen Betroffenen angenehmer ist) können Linderung verschaffen. In vielen Fällen ist bei einer Wirbelblockade eine richtige Therapie auch gar nicht nötig, da sich Blockaden auch spontan wieder von selbst lösen können. Tritt es jedoch häufiger auf oder verschwindet nicht innerhalb weniger Tage von alleine wieder, sollte Sie einen Arzt konsultieren.

Erfahren Sie mehr dazu unter: Krankenqymnastik bei einer Wirbelblockade der BWS

Blockade selbst lösen

Es ist möglich durch gezielte Dehnübungen oder aktive Mobilisationsübungen in der Brustwirbelsäule die Blockade selber zu lösen. Aufgrund der Tatsache, dass sich Wirbelblockaden auch spontan durch bestimmte Bewegungen wieder von selbst lösen, kann auch ein Spaziergang helfen.

Wichtig ist, dass sich die Patienten rechtzeitig um die Repositionierung des oder der blockierten Wirbel kümmern, da es ansonsten zu einer Chronifizierung des Schmerzes kommen kann und sich die Blockaden durch eine Dauerverspannung der Muskulatur nur noch schwer lösen lassen. Gerade bei der aktiven Mobilisation, sollten Sie vorher einen erfahrenen Physiotherapeuten bitten Sie anzuleiten, da man hierbei vieles falsch machen und so noch größeren Schaden anrichten kann.

Im folgenden sind einige Übungen beschrieben, wie Wirbelblockaden in der BWS gelöst werden können.

  1. Begeben Sie sich in den Vierfüßlerstand. Machen Sie nun einen extremen Katzenbuckel, der Kopf ist dabei in Richtung Brustbein geneigt. Senken Sie dann den Rücken langsam hinab und recken den Kopf in Richtung Decke. Wiederholen Sie die Übung 5 mal.

  2. Setzen Sie sich auf die Knie. Achten Sie darauf, dass ihr Hüfte gerade ist. Legen Sie nun ihre Hände an die Schläfen wobei die Ellenbogen nach außen zeigen. Drehen Sie nun den Oberkörper zunächst nach links und führen dann den rechten Ellenbogen in Richtung Boden (die Hand bleibt dabei an der Schläfe). Kehren Sie langsam in die Ausgangsposition zurück und wiederholen die Übung auf der anderen Seite.

  3. Wenn möglich suchen Sie sich eine erhöhte Stange oder einen Türrahmen. Umfassen Sie die Stange mit den Händen und heben die Beine vom Boden ab. Lassen Sie sich langsam hin und her schaukeln, sodass vorhandene Blockaden sich lösen können.

  4. Legen Sie sich in Seitenlage mit 90° im Knie und Hüftgelenk (Embryostellung). Beide Arme sind auf Brusthöhe mit den Handflächen zueinander ausgestreckt. Mit dem ersten tiefen langsamen Einatmen wird die obenliegende Hand getreckt zur anderen Seite geführt. Der Blick folgt der Handinnenfläche, bis auf den Arm und Kopf bleibt der Körper in seiner Ausgangsposition. Atmen sie nun 5 mal tief in den aufgedehneten Lungenflügel ein und aus. Beim 6 Einatmen kehrt der Arm zurück in die Ausgangsposition. Dann wechseln sie die Seite.

Symptome

Die Symptome einer Wirbelblockade in der Brustwirbelsäule können von Patient zu Patient verschieden sein. Dabei kann es von Schmerzen bis hin zu Atembeschwerden, Asthma, Infektanfälligkeit, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Kribbeln und Taubheitsgefühle gehen. Wie stark und in welchem Umfang die Symptome auftreten, hängt davon ab welcher Brustwirbel blockiert ist, wie lange die Blockade schon besteht und ob der Wirbel stark auf eine Nervenwurzel drückt.

Wenn der Betroffene durch die Blockade eine Schonhaltung einnimmt kann dies zu weiteren Verspannungen und Verletzung führen und auch die Funktionalität innerer Organe beeinflussen. Aufgrund dieser Vielfältigkeit an Symptomen ist es bei der Diagnosestellung einer Wirbelblockade in der Brustwirbelsäule besonders wichtig sorgfältig vorzugehen. Wenn Sie bei sich selbst unspezifische Symptome feststellen, die ohne offensichtlichen Grund entstanden sind, gehen Sie zu einem Facharzt und lassen es abklären.

Auswirkungen einer Wirbelblockade

Eine unbehandelte Blockade der Brustwirbelsäule kann zu allerlei Problemen führen. Da der Wirbel sich nicht mehr in seiner natürlichen Position befindet entsteht ein erhöhter Druck auf das umliegende Gewebe, dabei kann es nicht nur zu starken Verspannungen in der Muskulatur kommen, sondern auch zu dauerhaften Schmerzen und Fehlhaltungen. Wenn der blockierte Wirbel zusätzlich auf einen Nerven drückt, kann dies mit Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühlen bis hin zu Lähmungserscheinungen führen.

Auch innere Organe können durch eine Wirbelblockade in der Brustwirbelsäule in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Dazu gehört zum Beispiel die Lunge, die sich ggf. nicht mehr richtig ausdehnen kann. Auch der Darm und die Gallenblase können in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Insgesamt sind also die Auswirkungen einer Wirbelblockade in der Brustwirbelsäule für die Betroffenen alles andere als angenehm. Es ist daher sehr wichtig frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen.

Der Körper versucht oft noch bestehende Missstände selbst zu kompensieren. Daher bemerken die Patienten manchmal erst das Problem, wenn es bereits weiter fortgeschritten ist. Bestehende Ungleichmäßigkeiten benötigen dann längere Zeit um wieder korrigiert zu werden. In der Regel lassen sich die Auswirkungen einer Wirbelblockade in der BWS jedoch bei zeitnaher Behandlung sehr gut in de Griff bekommen, sodass die Betroffenen relativ schnell wieder fit für den Alltag sind.

Um weitere Auswirkungen zu Verhindern, ist es sinnvoll, direkt präventive Maßnahmen zu ergreifen, damit es gar nicht erst zu einer Wirbelblockade kommen kann, dazu zählen neben der richtigen Haltung auch Dehnungs- und Stabilisierungsübungen sowie abwechslungsreiche Bewegungsmuster im Alltag.

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Zusammenfassung

Insgesamt können Wirbelblockaden in der Brustwirbelsäule für die Betroffenen eine sehr leidige Angelegenheit sein. Insbesondere wenn zu den üblichen Schmerzsymptomen noch Begleitsymptome wie Atemnot hinzukommen, kann dies für den Patienten sehr bedrohlich wirken. Die mit der Blockade einhergehenden Bewegungseinschränkungen können im Alltag sehr belastend sein und führen oft zu Fehlhaltungen.

Da sich Blockaden in der BWS oft spontan lösen, ist häufig keine spezielle Therapie notwendig. Es ist jedoch wichtig, dass die Patienten trotz der Blockade aktiv bleiben und sich nicht schonen. Wenn die Blockade einer Behandlung bedarf, gibt es verschiedene gute Therapieansätze, welche den Patienten schnell Linderung verschaffen. Sie sollten jedoch niemals einfach mit den Symptomen leben oder sie ignorieren, sondern bei länger andauernden Beschwerden immer einen Fachmann konsultieren, um einer Chronifizierung der Beschwerden vorzubeugen.