Homöopathie bei einer Grippe

Bei einer Grippe kommt es innerhalb von kurzer Zeit zum Auftreten der Symptome. Dies umfassen eine Erhöhung der Körpertemperatur auf bis zu 40°C mit meist begleitender Schüttelfrost. Zusätzlich kommt es zu trockenem Husten und starken Schmerzen im Bereich des Kopfes, des Halses und der Glieder. Die Symptome sind von einem Gefühl der starken Abgeschlagenheit begleitet.

Die Grippe wird durch das Influenza-Virus verursacht. Sie tritt bevorzugt zwischen November und März auf, da es in diesen Wintermonaten durch die kalte Luft zu einer erhöhten Anfälligkeit des Körpers für die Viren kommt. Die Dauer einer Grippe beträgt bis zu drei Wochen. Tritt sie bei Kindern, Schwangeren oder älteren Menschen auf, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. 

Diese Homöopathika werden verwendet

Bei einer Grippe können folgende Homöopathika verwendet werden:

  • Aconitum napellus
  • Ammonium chloratum
  • Asarum
  • Belladonna
  • Camphora
  • China officinnalis
  • Sulcamara
  • Eucalyptus
  • Eupatorium purpureum
  • Quassia amara
  • Sabadilla

Aconitum napellus

Wann kommt es zum Einsatz:
Die Einsatzgebiete von Aconitum napellus sind vielseitig. Es wird bei Halsschmerzen- und Ohrenschmerzen, sowie bei Infekten der Blase (Blasenentzündung) oder Schlaflosigkeit angewendet.

Wirkung:
Das homöopathische Mittel besitzt einen regulierenden Effekt auf das Immunsystem. Es führt zur Reduktion von Schmerzen und dem Gefühl der Abgeschlagenheit.

Dosierung:
Die Einnahme von Aconitum napellus wird bei eigener Anwendung und akuten Symptomen mit der Potenz D6 mehrmals täglich empfohlen.

Ammonium chloratum

Wann kommt es zum Einsatz:
Ammonium chloratum ist ein Homöopathikum, das vor allem bei Beschwerden der Verdauung, Schmerzen am Ischias, Grippe und Mandelentzündungen eingesetzt wird.

Wirkung:
Das homöopathische Mittel wirkt lindernd bei Husten und führt zu einer Reduzierung des Hustenreizes. Außerdem kann es regulierend auf bei Schmerzen wirken.

Dosierung:
Für die Einnahme des Homöopathikums werden die Potenzen D6 oder D12 empfohlen.

Asarum

Wann kommt es zum Einsatz:
Asarum kann als homöopathischer Wirkstoff vielseitig eingesetzt werden. Sowohl bei Übelkeit und Erbrechen, als auch bei Grippe oder Beschwerden des Wasserlassens kommt es zum Einsatz.

Wirkung:
Das Homöopathikum wirkt regulierend auf verschiedene Stoffwechselprozesse des Körpers.

Dosierung:
Für eine eigenständige Anwendung wird die Dosierung von Asarum mit den Potenzen D6 oder D12 mehrmals täglich empfohlen.

Belladonna

Wann kommt es zum Einsatz:
Belladonna ist ein homöopathisches Mittel, das bevorzugt bei akut einsetzender Grippe mit Halsschmerzen und Husten eingesetzt wird. Auch Zahnschmerzen oder ein Sonnenstich können Anwendungsgebiete sein.

Wirkung:
Die Wirkung von Belladonna äußert sich meist relativ schnell, weswegen es gerne bei akuten Grippesymptomen zur Anwendung kommt. Es wirkt lindernd bei Fieber und Schmerzen und sorgt für eine Regulierung des Immunsystems.

Dosierung:
Die Dosierung von Belladonna wird bei selbstständiger Anwendung mit den Potenzen D6 oder D12 zur Einnahme bei akuten Symptomen empfohlen.

Camphora

Wann kommt es zum Einsatz:
Camphora kann bei Beschwerden der Atmung und des Kreislaufs zum Einsatz kommen. Es wird ebenfalls bei Schmerzen der Muskeln und Glieder, sowie bei einer Grippe eingesetzt.

Wirkung:
Das Homöopathikum wird fördernd und antreibend auf die Durchblutung und das Herz-Kreislauf-System. Zusätzlich wirkt es befreiend bei Atembeschwerden, da es bestehende Krämpfe der Atemwege löst.

Dosierung:
Für die Dosierung von Camphora werden die Potenzen D6 oder D12 bei eigenständiger Einnahme empfohlen.

China officinalis

Wann kommt es zum Einsatz:
Das homöopathische Mittel China officinalis wird bei Beschwerden des Magen-Darm-Trakts, wie Durchfall oder Blähungen eingesetzt. Auch bei einer Grippe kann es zur Anwendung kommen.

Wirkung:
China officinalis wirkt unterstützend auf den Kreislauf. Es wirkt besonders gut bei dem Verlust von viel Flüssigkeit, wie es bei einer Grippe durch vermehrtes Schwitzen häufig der Fall ist.

Dosierung:
Das Homöopathikum China officinalis sollte bei einer akuten Grippe mit den Potenzen D6 oder D12 eingenommen werden.

Dulcamara

Wann kommt es zum Einsatz:
Dulcamara ist ein Homöopathikum, das bevorzugt bei einer Grippe, Ohrenschmerzen oder Rückenschmerzen eingesetzt wird. Auch Infekte der Harnwege oder Heuschnupfen können damit behandelt werden.

Wirkung:
Das homöopathische Mittel wirkt besonders gut bei allgemeiner Abgeschlagenheit und führt zu einer Unterstützung des Immunsystems. Es wirkt abschwellend auf gereizte Schleimhäute.

Dosierung:
Dulcamara sollte bei akuten Grippesymptomen mit den Potenzen D6 oder D12 angewendet werden.

Eucalyptus

Wann kommt es zum Einsatz:
Eucalyptus kann bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt werden. Hierzu zählen Fieber, Muskelkater, Akne, sowie Verbrennungen oder Beschwerden der Gallenblase.

Wirkung:
Das homöopathische Mittel kann abschwellend und lindernd auf gereizte Schleimhäute der Atemwege wirken. Außerdem führt es zu einer Regulation der Körpertemperatur.

Dosierung:
Eucalyptus kann bei Halsschmerzen als Öl angewendet werden. Hierbei bietet sich ein Heilbad oder das direkte Auftragen des Öls auf den Hals- oder Brustbereich an.

Eupatorium purpureum

Wann kommt es zum Einsatz:
Das homöopathische Mittel Eupatorium purpureum kann bei Beschwerden des Magens, sowie bei Glieder-, Kopf- und Rückenschmerzen eingesetzt werden.

Wirkung:
Das Homöopathikum wirkt schmerzlindernd im Bereich von Muskeln und Gelenken. Es sorgt für eine Lösung von bestehenden Krämpfen und kann dadurch die häufig begleitenden Symptome Glieder- und Kopfschmerzen bei einer Grippe lindern.

Dosierung:
Die Dosierung von Eupatorium purpureum sollte bei einer eigenständigen Behandlung einer Grippe mit den Potenzen D6 oder D12 mit einer mehrmals täglichen Einnahme der Globuli erfolgen.

Quassia amara

Wann kommt es zum Einsatz:
Quassia amara ist ein homöopathisches Mittel, das besonders gut bei Beschwerden des Verdauungstrakts oder der Leber wirkt. Es kann ebenfalls bei einer Grippe eingesetzt werden.

Wirkung:
Die Wirkung von Quassia amara ist vielseitig und beruht auf einer Unterstützung verschiedener Stoffwechselprozesse des Körpers. Bei Vielen wirkt es lindernd bei Glieder- und Muskelschmerzen.

Dosierung:
Das Homöopathikum sollte bei einer selbstständigen Behandlung einer Grippe mit den Potenzen D6 oder D12 angewendet werden.

Sabadilla

Wann kommt es zum Einsatz:
Sabadilla ist ein vielseitig eingesetztes Homöopathikum. Es kommt bei Herzrhythmusstörungen und Schwindelattacken, sowie bei Heuschnupfen, Grippe oder Magenschmerzen zum Einsatz.

Wirkung:
Das homöopathische Mittel wirkt regulierend und unterstützend auf das Herz-Kreislauf-System. Dadurch wird die Durchblutung im Körper gefördert und das Immunsystem unterstützt.

Dosierung:
Sabadilla wird bei akuten Grippesymptomen mit der Einnahme der Globuli in den Potenzen D6 oder D12 empfohlen.

Gibt es ein passendes Komplexmittel?

Weleda Infludoron® Streukügelchen

Wirkstoffe:
In dem Komplexmittel Weleda Infludoron® Streukügelchen sind insgesamt sechs homöopathische Wirkstoffe enthalten. Hierzu gehören Aconitum napellus D1, Bryonia D1, Eucalyptus globulus, Eupatorium perfoliatum D1, Sabadilla officinallis und Ferrum phosphoricum D6.

Wirkung:
Das Komplexmittel kann sowohl bei Grippe, als auch bei grippalen Infekten zum Einsatz kommen. Es lindert Kopf- und Gliederschmerzen und wirkt regulierend auf die Körpertemperatur.

Dosierung:
Die Dosierung wird bei Erwachsenen mit 15 Streukügelchen alle zwei Stunden empfohlen, wobei nicht mehr als sechs Einnahmen pro Tag erfolgen sollten.

Meditonsin®

Wirkstoffe:
Das Komplexmittel Meditonsin® besteht aus einer Mischung der homöopathischen Wirkstoffe Aconitium D5, Atropinum sulfuricum D5 und Mercuris cyanatus D8.

Wirkung:
Die Wirkung von Meditonsin® beruht auf einer Modellierung des körpereigenen Immunsystems und der Reduzierung der Abgeschlagenheit bei einer Grippe. Das Komplexmittel kommt vor allem bei grippalen Infekten zum Einsatz, kann aber auch bei einer Grippe unterstützend wirken.

Dosierung:
Für Erwachsene wird die Dosierung des Komplexmittels mit der Einnahme von 5 Tropfen bis zu sechsmal am Tag empfohlen.

Wie häufig und wie lange sollte ich die Homöopathika nehmen?

Die Häufigkeit und Länge der Anwendung der Homöopathika sollte bei einer Grippe stets in vollem Umfang und mit entsprechender Konsequenz erfolgen. Das bedeutet, dass bereits bei ersten Symptomen eine Verwendung der homöopathischen Mittel erfolgen sollte.

Die meisten Homöopathika werden dreimal pro Tag in Form von mehreren Globuli eingenommen. Bei Unklarheiten empfiehlt sich immer eine entsprechende Rücksprache mit homöopathischen Fachkräften. Außerdem ist eine begleitende konsequente körperliche Schonung, eine Bettruhe und die ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit für die Heilung der Grippe von großer Bedeutung.

Behandlung der Erkrankung nur mit Homöopathie oder nur als unterstützende Therapie?

Die Symptome einer Grippe sind für die Erkrankten oft einschränkend und führen zu einer ausgeprägten Abgeschlagenheit. Nichtsdestotrotz kann bei einem gesunden Immunsystem eine Behandlung der Grippe nur mit Homöopathie erfolgen, da die Grippe dann in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen von alleine ausheilt.

Beim Ausbleiben dieser Heilung sollte jedoch eine weitere Therapie eingeleitet werden, am besten in Absprache mit einem Arzt. Auch bei einer bestehenden Schwangerschaft, bei Kindern oder im höheren Alter sollte eine Grippe nicht nur mit homöopathischen Mitteln behandelt werden, da in diesen Situationen das Immunsystem nicht immer stark genug ist, die Grippe zu bekämpfen.

Wann muss ich zum Arzt?

Nicht jede Grippe muss ärztlich behandelt werden. Meist kommt es zwar zu einer starken Ausprägung der Symptome, jedoch können diese bei konsequenter Einhaltung der Schonung und weiteren Maßnahmen entsprechend gelindert werden. Sollten Unklarheiten bestehen oder eine Reduzierung der Symptome nach mehreren Tagen ausbleiben, sollte jedoch der Gang zum Arzt erfolgen.

Eine regelmäßige Kontrolle der Körpertemperatur ist ebenfalls sehr wichtig, da bei starkem, schnellem Anstieg unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden sollte. Beim Auftreten einer Grippe im jungen, sowie im hohen Alter, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Auch in der Schwangerschaft sollte eine Grippe ärztlich abgeklärt werden.

Weitere alternative Therapieformen

Eine mögliche alternative Therapieform bei einer Grippe ist die Umstellung der Ernährung, wodurch eine Aktivierung und Regulierung des körpereigenen Immunsystems erzielt werden soll. Hierbei sollte vor allem die Reduzierung des Konsums von Fleisch und Fisch, sowie Eier, Milch und Käse.

  • Die Vermeidung von tierischen Produkten sollte zugunsten von Obst, Gemüse und Nüssen erfolgen.

Auch süße Lebensmittel, wie Schokolade oder Gummibärchen, sollten vermieden werden. An Gewürzen eignen sich besonders gut Oregano, Kurkuma, sowie Zimt und Nelken. Bei einer akuten Grippe empfiehlt sich vor allem viel Suppe, beispielsweise warme Hühner- oder Gemüsebrühe.

Bei einer Grippe eignen sich auch verschiedene Präparate der Schüssler-Salze zur Behandlung. Hierzu wird das Schüssler-Salz anhand der vorherrschenden Symptome ausgewählt.

  • Beim Überwiegen der Kopf- und Gliederschmerzen kann vor allem Ferrum phosphoricum in der Potenz D12 eingenommen werden.
  • Bei vorherrschendem Fieber wird Kalium phosphoricum in der Potenz D6 empfohlen.
  • Wenn die Grippe im Abklingen ist, können Kalium chloratum D6, sowie Kalium sulfuricum mit der Potenz D6 diesen Prozess unterstützen und beschleunigen.

Welche Hausmittel können mir helfen?

Gegen eine Grippe gibt es zahlreiche Hausmittel, die zur Anwendung kommen können.
Hierzu gehören in erster Linie

  • Ruhe und Erholung, sowie ausreichende Bettruhe
  • ausreichende Flüssigkeits- und Wärmezufuhr

Dabei empfehlen sich vor allem warme Hühnersuppe und das Trinken von heißem Tee. In warmer Hühnersuppe sind zudem viele Eiweiße enthalten, die regulierend und unterstützend auf das Immunsystem wirken. Für die Anwendung von Tee eignen sich zahlreiche Teesorten. Besonders empfohlen werden Lindenblüten- und Kamillentee, sowie Ingwertee oder fertige Mischungen, die in der Drogerie erworben werden können. Kamillentee enthält beispielsweise verschiedene antientzündlich wirkenden Inhaltsstoffe. Zusätzlich sorgt das regelmäßige Trinken von heißem Tee für eine Befeuchtung der Schleimhäute, was sich wiederum positiv auf das Immunsystem auswirkt.

Beim Auftreten von Husten und Halsschmerzen eignet sich bei einer Grippe auch das Gurgeln. Es führt zu einer lokalen Erwärmung im Bereich des Rachens und dadurch zur direkten Linderung von auftretenden Schmerzen. Bei gleichzeitig vorhandenen Schluckbeschwerden sollte das Gurgeln jedoch vermieden werden.

Lesen Sie mehr zu den hausmitteln in dem gesondertem Atikel: Hausmittel gegen eine Grippe

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