Homöopathie bei Blähungen

Blähungen sind ein Anzeichen für einen erschwerten Verdauungsprozess des Magen-Darm-Trakts. Es kommt zur Ansammlung von Gas, das größtenteils unbemerkt entweichen kann, da es geruchlos ist. Wenn das Gas jedoch nicht entweichen kann, entsteht ein Blähbauch, was auch als Meteorismus bezeichnet wird.

Das Entweichen größerer Mengen übelriechenden Gases wiederum wird als Flatulenz bezeichnet. Beide Formen von Blähungen können zu Schmerzen und einem unangenehmen Gefühl im Bauch führen. Bei Blähungen gibt es verschiedene homöopathische Mittel, die beruhigend auf den Verdauungstrakt wirken und die Gasansammlung reduzieren können.

Diese Homöopathika werden verwendet

Bei Blähungen können verschiedene Homöopathika verwendet werden:

  • Flor de piedra
  • Kalium sulfuricum
  • Mandragora e radice
  • Quercus e glandibus
  • Xanthoxylum fraxineum
  • Xerophyllum

Flor de piedra

Wann kommt es zum Einsatz:
Flor de piedra kann bei Migräne, Krampfadern und Herzrasen, sowie Blähungen, Hitzewallungen, Oberbauchschmerzen und Sehstörungen eingesetzt werden.

Wirkung:
Flor de piedra wirkt beruhigend auf den Verdauungstrakt, löst Spannungen und reduziert die freie Darmluft.

Dosierung:
Als Dosierung eignet sich die Potenz D6. Flor de piedra wird häufig auch als Urtinktur (Kurzzeichen: ø) angewendet.

Kalium sulfuricum

Wann kommt es zum Einsatz:
Kalium sulfuricum kommt neben Blähungen bei verschiedenen Hauterkrankungen, wie Neurodermitis und Schuppenflechte zum Einsatz. Auch bei Muskelkater oder Asthma kann es helfend wirken.

Wirkung:
Das homöopathische Mittel wirkt unterstützend auf die Leber und die Bauchspeicheldrüse. Dadurch kann die Verdauung angekurbelt werden, wodurch Blähungen gelindert werden können.

Dosierung:
Für die Dosierung wird die Potenz D6 für die Tabletten empfohlen. Sie können, abhängig von den Beschwerden, mehrmals täglich eingenommen werden.

Mandragora e radice

Wann kommt es zum Einsatz:
Mandragora e radice finden Einsatz bei Blähungen, Darmkoliken und Magenschmerzen, sowie Rheuma, Konzentrationsstörungen und einer Reizblase.

Wirkung:
Das homöopathische Mittel wirkt schmerzlindernd und sorgt für ein Gleichgewicht des Säure-Base-Haushalts im Magen-Darm-Trakt.

Dosierung:
Für die Dosierung eignen sich die Potenzen D6 und D12 mit zwei bis drei Globuli mehrmals täglich.

Quercus e glandibus

Wann kommt es zum Einsatz:
Quercus e glandibus kommt bei Blähungen, Gicht und Ohrensausen zum Einsatz. Auch bei Taubheit, Schwindel oder Ödemen kann das Homöopathikum eingesetzt werden.

Wirkung:
Das Homöopathikum kurbelt verschiedene Stoffwechselprozesse im Körper an, wodurch die Nahrungsaufnahme verbessert und Blähungen reduziert werden.

Dosierung:
Die Dosierung wird mit zwei Globuli der Potenz D6 zwei bis dreimal täglich empfohlen.

Xanthoxylum fraxineum

Wann kommt es zum Einsatz:
Xanthoxylum fraxineum kann bei Migräne, Menstruationsbeschwerden und Neuralgien eingesetzt werden. Auch bei Blähungen, Durchfall und Durchblutungsstörungen kann es helfen.

Wirkung:
Xanthoxylum fraxineum sorgt für eine Stabilisierung der Nerven. Dadurch können Krämpfe im Verdauungstrakt gelöst und Blähungen reduziert werden.

Dosierung:
Für die Dosierung wird die Potenz D6 mit zwei bis drei Globuli dreimal täglich empfohlen.

Xerophyllum

Wann kommt es zum Einsatz:
Xerophyllum kommt bei Kopfschmerzen, Erbrechen, Blähungen und Verstopfung zum Einsatz. Auch bei Hautausschlägen, Inkontinenz und Halsschmerzen kann es helfen.

Wirkung:
Das Homöopathikum wirkt schmerzlindernd und beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt.

Dosierung:
Für die Dosierung von Xerophyllum werden die Potenzen D6 und D12 mit zwei Globuli dreimal täglich empfohlen.

Gibt es ein passendes Komplexmittel?

Mama natura® Bellilin® Tabletten

Wirkstoffe:
Mama natura® Bellilin® Tabletten enthalten vier verschiedene homöopathische Inhaltsstoffe. Hierzu gehören

  • Carbo vegetabilis
  • Asa foetida
  • Lycopodium
  • Nux vomica.

Wirkung:
Die Mama natura® Bellilin® Tabletten reduzieren das Völlegefühl und den aufgedunsenen Bauch. Außerdem stabilisieren sie die Funktion des Magen-Darm-Trakts und reduzieren das Entweichen von Darmluft.

Dosierung:
Für Erwachsene wird eine Dosierung von einer Tablette, maximal sechs Stück am Tag, empfohlen.

Weleda Birkenkohle comp. Hartkapseln

Wirkstoffe:
Weleda Birkenkohle comp. Hartkapseln enthalten verschiedene Wirkstoffe. Hierzu gehören

  • Antimonit
  • Kamille
  • Birkenkohle.

Wirkung:
Die Weleda Birkenkohle comp. Hartkapseln wirken entzündungshemmend und reizlindernd auf den Verdauungstrakt. Hinzu kommt die entkrampfende Wirkung der Kamille.

Dosierung:
Die Hartkapseln können drei bis fünfmal pro Tag eingenommen werden. Pro Einnahme wird eine Kapsel mit einem Schluck Wasser geschluckt.

CERES Taraxacum comp. Leber-Galle Tropfen

Wirkstoffe:
CERES Taraxacum comp. Leber-Galle-Tropfen enthalten die Wirkstoffe:

  • Chelidonium majus
  • Taraxacum officinale
  • Silybum marianum

Wirkung:
Die Tropfen können vor allem bei Beschwerden und Erkrankungen der Leber, sowie der Gallenblase eingesetzt werden. Dabei werden Begleitsymptome, wie Blähungen, Aufstoßen und Übelkeit reduziert.

Dosierung:
Für die Dosierung wird empfohlen, maximal dreimal pro Tag zwei bis fünf Tropfen mit einem Schluck Wasser einzunehmen.

Wie häufig und wie lange sollte ich die Homöopathika nehmen?

Wie häufig und lange die Homöopathika eingenommen werden sollen, ist in erster Linie von der Intensität der Blähungen abhängig. Bei den meisten homöopathischen Mitteln können zwei bis drei Globuli mehrmals am Tag eingenommen werden. Die Häufigkeit der Einnahme sollte dabei angepasst an die Ausprägung der Beschwerden erfolgen und bei einer Besserung entsprechend reduziert werden.

Bei regelmäßigen Blähungen können gegebenenfalls andere Dosierungen hilfreicher sein. Dies sollte in Absprache mit einem homöopathischen Arzt erfolgen.

Behandlung der Erkrankung nur mit Homöopathie oder nur als unterstützende Therapie?

Blähungen können oftmals nur mit Homöopathie behandelt werden. In der Regel handelt es sich bei Blähungen um kein allzu gefährliches Symptom und häufig verschwinden die Blähungen sogar von selbst. Menschen, die unter immer wiederkehrenden Blähungen leiden, sollten allerdings einen Arzt aufsuchen und gegebenenfalls die Therapie anpassen lassen.

Kommt es trotz der Verwendung von Homöopathika nach einigen Tagen zu keiner Besserung, sollte ebenfalls eine andere Behandlung erfolgen.

Wann muss ich zum Arzt?

Blähungen treten bei vielen Betroffenen nur selten und vereinzelt auf. Ursächlich sind hierfür oft eine unregelmäßige oder falsche Ernährung, sowie Stress und anderen Faktoren, die zu einem gereizten Verdauungstrakt führen. In solchen Fällen muss in der Regel kein Arzt aufgesucht werden.

Kehren die Blähungen jedoch immer wieder zurück, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen, da auch schwerwiegende Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts zu Blähungen führen können. Auch bei starken Schmerzen und Stuhlverhalt sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Weiter alternative Therapieformen

Zu den weiteren alternativen Therapieformen gehört die Umstellung der Ernährung. Dies hilft vielen Betroffenen, da viele Blähungen durch eine falsche Ernährung ausgelöst werden. Daher empfiehlt es sich, bestimmte Nahrungsmittel, die besonders blähend wirken, zu vermeiden. Hierzu gehören unter anderem verschiedene Kohlsorten, sowie Hülsenfrüchte, fettiges und zuckerhaltiges Essen, sowie alkoholische Getränke. Zum Abendessen sollte außerdem auf Rohkost verzichtet werden. Auch das ausreichende Kauen vor dem Schlucken ist sehr wichtig, da so eine ausgeglichenere Verdauung garantiert werden kann.

Wenn die Blähungen durch eine Schwäche der Bauchspeicheldrüse verursacht wird, kann eine Enzymtherapie für eine Reduzierung der Blähungen sorgen. Hierbei sollten alle Nahrungsmittelarten abgedeckt werden, also sowohl die Fette, als auch Eiweiße und Kohlenhydrate. Daher empfiehlt sich beispielsweise Panzytrat, Pangrol oder Catazym. Bei Unklarheiten sollte eine Beratung in der Apotheke stattfinden. Auch der Säure-Base-Haushalt sollte bei einer Schwäche der Bauchspeicheldrüse berücksichtigt werden. Das Optimum für den Darm liegt bei einem pH von 7.

Welche Hausmittel können mir helfen?

Es gibt viele verschiedene Hausmittel, die bei Blähungen helfen können.

Hierzu gehören beispielsweise Fencheltee und Kümmeltee. Beide Kräuter wirken entkrampfend, wodurch der Verdauungstrakt beruhigt wird und Blähungen, sowie Schmerzen reduziert werden können. Fenchel enthält unter anderem Fenchon, welches zu einer Reduzierung der Darmkrämpfe führt. Kümmel beinhaltet Carvon, ein Inhaltsstoff aus einem ätherischen Öl, der die Blähungen lindert. Die Tees können frisch zubereitet oder in der Drogerie gekauft werden. Bei Babys sollte jedoch mit Fencheltee Vorsicht geboten sein. Kümmeltee hingegen ist auch für Babys gut geeignet.

Ein weiteres altbewährtes Hausmittel sind feuchte Wickel. Hierfür wird zunächst ein Tuchen, optimalerweise aus Leinen, in Warmwasser getränkt und um den Bauch gewickelt. Nun kann auf die schmerzende, blähende Stelle eine Wärmflasche platziert werden. Hierüber wird ein zweites Leinentuch gewickelt und zum Abschluss ein Frottetuch. Dadurch kann die Wärme lange am Bauch gespeichert werden, wodurch bestehende Krämpfe gelöst und Blähungen reduziert werden können.

Lesen Sie für nähere Informationen den Artikel: Hausmittel gegen Blähungen

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