Meniskusriss - Krankengymnastik

Einleitung

Ein Meniskusriss ist nicht nur eine typische Sportverletzung, sondern kann jeden treffen. Die Verletzung tritt meist auf, wenn eine ungünstige Rotationsbewegung mit dem Knie durchgeführt wird. In jedem Knie befinden sich zwei Menisken, der Innenmeniskus und der Außenmeniskus. Bei Verletzungen ist in der Regel eher der Innenmeniskus betroffen, da er in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkter ist als der Außenmeniskus. In den meisten Fällen handelt es sich um Risse oder Einrisse der Menisken, die zu Problemen und Schmerzen führen.
Egal ob der Meniskusriss konservativ oder operativ behandelt wird, Krankengymnastik spielt in beiden Fällen eine wichtige Rolle im Rehabilitationsprozess, da durch die verschiedenen Techniken wie Massagen, Kälte- und Elektrotherapie, sowie Übungen zur Mobilisation, Steigerung der Muskelkraft und Beweglichkeit die normale Funktionalität des Kniegelenkes wiederhergestellt wird, sodass ein normaler Alltag wieder möglich ist.  Um zu entscheiden wie und in welchem Ausmaß die Krankengymnastik erfolgen soll, müssen spezielle diagnostische Verfahren wie MRT und Röntgen angewandt und unter Berücksichtigung der der individuellen Patientengeschichte (Alter, Fitnesszustand, Gewicht, Vorerkrankungen) ausgewertet werden, um einen Therapieplan erstellen zu können.

Konservative Behandlung - Krankengymnastik

Eine konservative also nicht operative Behandlung eines Meniskusrisses ist vor Allem dann sinnvoll, wenn es sich nur um kleine Einrisse in der besser durchbluteten Zone des Meniskus handelt. Wie erfolgreich und schnell eine konservative Behandlung voranschreitet, hängt davon ab ob schon Vorschäden vorlagen und welches Ausmaß die Verletzung hat. Zunächst stehen die Schmerzmedikation und gegebenenfalls das Einspritzen von entzündungshemmenden Substanzen im Vordergrund, um dem Patienten Linderung zu verschaffen. Auch ist es sehr wichtig das betroffene Knie zu schonen und zu kühlen. Ein essentieller Bestandteil der konservativen Therapie ist dann die Krankengymnastik, welche auch so schnell wie möglich nach feststellen der Verletzung begonnen werden sollte.
Zu Beginn wird während der Krankengymnastik passiv im Knie gearbeitet, da es in den ersten 3-4 Wochen nach der Verletzung wichtig ist, das Knie möglichst nicht voll zu belasten und keine Dreh- oder Stoßbewegungen auszuführen. Der behandelnde Therapeut bewegt bei dieser Art der Krankengymnastik das Knie ohne Mithilfe des Patienten. Des Weiteren können schmerzstillende Verfahren wie Kälte- oder Elektrotherapie angewandt werden. Sobald der Patient das Knie wieder belasten darf, wird mit der aktiven Therapie begonnen. Hierbei wird ein patientenindividueller Trainingsplan erstellt, wobei die Wiederherstellung der Mobilität des Kniegelenkes im Vordergrund steht. Mit der Durchführung von Dehn-, Muskelaufbau- und Balanceübungen soll dieses Ziel erreicht werden. Macht der Patient gute Fortschritte kann nach 8-12 Wochen wieder mit leichtem Sporttraining wie z.B. Schwimmen oder Joggen begonnen werden. Kontaktsportarten hingegen sollten erst nach ca. 3 Monaten wieder aufgenommen werden. Auch das ist jedoch von Patient zu Patient unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig.

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Übungen

Um den Meniskusriss zu behandeln, die Schmerzen zu lindern und das Knie wieder zu stabilisieren gibt es eine Reihe von Dehn-, Kräftigungs- und Stabilisierungsübungen die einfach und bequem zuhause durchgeführt werden können. Welche Übungen sich für Ihre Situation am besten eignen sollten Sie jedoch vorher mit ihrem Arzt oder Therapeuten absprechen.

1) Stabilisierung des Standbeines

Stellen Sie sich gerade und aufrecht auf ein Bein. Das andere Bein befindet sich in der Luft. Halten Sie die Balance für 15 Sekunden, dann die Beine wechseln. Um die Übung zu Erschweren können Sie während der Ausführung die Augen schließen oder sich auf eine wackelige Unterlage (z.B. ein Kissen) stellen.

2) Kniebeugen zur Kräftigung der Muskulatur

Stellen Sie sich gerade und aufrecht hin. Die Beine sind etwas schulterbreit auseinander. Gehen Sie nun in die Kniebeuge. Achten Sie darauf, dass ihre Knie nicht über die Zehenspitzen hinausragen. Strecken Sie ihr Gesäß bei geradem Rücken nach Hinten. 15 Wiederholungen.

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    3) Stabilisierung des Kniegelenks

    Stellen Sie sich gerade und aufrecht auf einen glatten Untergrund (Fliesen, Parkett). Unter den gesunden Fuß legen Sie ein Handtuch. Schieben Sie nun mit dem Fuß das Handtuch langsam und kontrolliert nach hinten, das Gewicht bleibt dabei auf dem Standbein. 10 Wiederholungen.

    4) Stärkung der Muskulatur

    Setzen Sie sich gerade und aufrecht auf einen Stuhl. Klemmen Sie sich ein Buch zwischen die Knöchel. Nun heben Sie die Beine gerade nach vorne an. Haben Sie die maximale Streckung erreicht senken Sie die Beine wieder ab. 15 Wiederholungen.

    5) Verbesserung der Streckung

    Legen Sie sich auf den Rücken. Platzieren Sie eine Handtuchrolle unter dem lädierten Knie und stellen Sie das gesunde Bein an. Nun ziehen Sie die Zehenspitzen an und drücken das Knie in die Handtuchrolle, so als wollten Sie ihre Kniekehle auf den Boden bringen. Halten Sie die Spannung 10 Sekunden, dann wieder in die Ausgangsposition zurückkehren. 5 Wiederholungen.

    Weitere Übungen finden Sie unter: 

    Muss das Knie operiert werden?

    Wenn es sich um einen kompletten Durchriss des Meniskus, einen kompliziertes Riss oder einen Riss in einer weniger gut durchbluteten Zone handelt oder die Krankheitsgeschichte des Patienten es erfordert, ist eine Meniskus-OP unumgänglich. Hierbei gibt es verschiedene Verfahren die angewandt werden, um den Riss zu behandelt. Die Operation wird in den meisten Fällen mit einem minimalinvasiven Verfahren durchgeführt wobei der Operateur durch kleine Operationskanäle arbeitet. Mögliche Operationen sind:

    1. Eine Meniskusnaht, bei welcher der gerissene Meniskus genäht wird

    2. Eine Meniskus(teil)entfernung, bei welcher der beschädigte Meniskus komplett oder teilweise entfernt wird

    3. Ein Meniskustransplantat, bei welchem der beschädigte Meniskus durch ein synthetisches oder tierisches Implantat ersetzt wird.

    Die Operation kann in den meisten Fällen ambulant durchgeführt werden und ist eine Routineoperation in vielen Krankenhäusern. Wichtig ist in allen Fällen, dass frühzeitig operiert wird um mögliche Folgeschäden zu verhindern und die Heilungschancen zu verbessern.

    Krankengymnastik nach der OP

    Die krankengymnastische Behandlung nach einer Meniskus-OP ist darauf ausgelegt, den Patienten möglichst schnell wieder mobil und beschwerdefrei zu bekommen. Im Normalfall wird noch am OP-Tag mit der Rehabilitationsphase begonnen. Wie schnell und in welchem Umfang die Krankengymnastik möglich ist, hängt vom gewählten Operationsverfahren ab, so ist zum Beispiel nach einer Meniskusnaht oder einem Meniskustransplantat eine längere Schonphase nötig als bei einer Entfernung. Im Allgemeinen bildet aber zu Beginn die Lymphdrainage und andere abschwellende Verfahren einen wichtigen Faktor. Auch sanfte Anspannungsübungen für Waden- und Oberschenkelmuskulatur werden durchgeführt, um den Blutfuss wieder anzuregen und eine Thrombose zu vermeiden. In den ersten Tagen nach der Operation steht Gangtraining mit Gehhilfen im Vordergrund. Auch die Mobilisation der Kniescheibe so wie Übungen zur Beugung und Streckung sind ein Bestandteil der Krankengymnastik. Auch das Narbengewebe sollte mitbehandelt werden, um Verklebungen und verminderte Elastizität vorzubeugen. Im weiteren Verlauf der Behandlung geht es darum, den Patienten wieder mobil und das Kniegelenk belastbar zu machen. Dies wird durch gezielte Kräftigungs-, Dehnungs- und Mobilisationsübungen erreicht, die unter Aufsicht des Therapeuten durchgeführt werden.

    Wie schnell ein Patient im Rehabilitationsprozess voranschreitet ist patientenindividuell unterschiedlich und hängt auch von der Schwere der Verletzung und Art des gewählten Operationsverfahrens ab. Bis zur vollständigen Genesung vergehen in der Regel 10-12 Wochen.

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    Wann kann ich wieder Sport treiben?

    Mit dem Sport sollten Patienten nach einem Meniskusriss zunächst aussetzen, dies gilt insbesondere nach einer Meniskusnaht oder Transplantation, da das Gewebe erst neu zusammenwachsen muss. Die Betroffenen sollen zwar früh wieder mobil gemacht werden, wann und in welchem Umfang wieder Sport gemacht werden kann, sollte jedoch bei jedem Patienten individuell in Hinblick auf Entstehung des Meniskusrisses und gewählter Therapieform entschieden werden.
    Der Rehabilitationsprozess durchläuft zwar bei den meisten Therapieformen die gleichen Phasen, die zeitliche Abfolge kann aber variieren. In der Regel lernen die Patienten zunächst wieder die normale Bewegung im Alltag und trainieren Beweglichkeit und Stabilität des Kniegelenks. Ab wann wieder voll oder teil belastet werden darf entscheidet der Arzt in Zusammenarbeit mit den behandelnden Therapeuten. Der Wiedereinstieg in den Sport erfolgt dann auch Schrittweise wobei zunächst mit gelenkschonenden Sportarten wie Schwimmen, Walking oder Wandern begonnen wird und dann langsam ins Lauftraining und später in Kontaktsportarten wie Fußball oder Basketball eingestiegen werden kann.

    Symptome

    Liegt ein Meniskusriss vor, so haben die Betroffenen je nach Art und Ursache des Risses unterschiedlich stark ausgeprägte Schmerzen. So sind zum Beispiel nach einem Trauma die Schmerzen deutlich stärker als bei einer degenerativen Ursache, bei welcher ein Riss manchmal sogar nur zufällig entdeckt wird. Ein akuter Meniskusriss verursacht Schmerzen im Kniegelenkspalt und häufig auch an der Knieinnenseite (das häufig der Innenmeniskus eher betroffen ist). Auch reagieren die Betroffenen empfindlich auf äußeren Druck auf den Meniskus. Ein Meniskusriss kann auch mit Bewegungseinschränkungen oder Blockaden des Kniegelenks einhergehen.
    Oft können Betroffene das Bein nicht mehr komplett beugen oder strecken. Je nach Ausmaß der Verletzung können auch Schmerzen oder Einschränkungen beim Gehen auftreten. Bei einer akuten Verletzung schwillt das Kniegelenk oft an und ist bei entzündlichen Prozessen auch warm und gerötet. Gerade bei Sportverletzungen sind oftmals auch andere Strukturen wie Umliegende Bänder oder Knorpel mit von der Verletzung betroffen und können den ohnehin schon vorhandenen Schmerz verstärken. Dieser kann auch ins Schienbein oder in den Oberschenkel ausstrahlen. Grundsätzlich gilt, dass sich die Ausprägung der Symptome an der Schwere und dem Ausmaß der Verletzung orientiert, sodass es bei einigen zu fast keinen Beschwerden und bei anderen zu starken Schmerzzuständen kommen kann.

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    Welche Tests können durchgeführt werden?

    Um einen Meniskusriss zu diagnostizieren gibt es außer der standardmäßigen Verfahren wie MRT und Röntgenbildern noch die manuelle Untersuchung durch den Arzt. Dieser kann eine Reihe von testverfahren durchführen, die im Allgemeinen aus verschiedenen Dreh-, Streck- und Beugebewegungen des Kniegelenkes bestehen. Durch diese Tests ist der Arzt dann in der Lage, Rückschlüsse auf die Art, das Ausmaß und die Lokalisation des Risses zu ziehen. Die gängigsten Testverfahren sind:

    • Payr

    • Böhler

    • McMurray

    • Appley-Grinding

    • Steinmann

    Zusammenfassung

    Insgesamt sollte man bei einem Meniskusriss immer alle möglichen Therapieverfahren gegeneinander abwägen und individuell entscheiden ob eine operative oder konservative Behandlung sinnvoller ist. Generell lassen sich kleinere und unkomplizierte Risse sehr gut konservativ behandeln, wohingegen komplizierte Risse, vor Allem an weniger gut durchbluteten Stellen des Meniskus eher operiert werden sollten. Die Heilungsdauer ist bei jedem Patienten unterschiedlich. Zwischen konservativer oder operativer Behandlung lassen sich aber keine eindeutigen Rehabilitationszeitdifferenzen erkennen. Man sollte auch immer mit in Betracht ziehen, was der Einzelne nach der Therapie anstrebt. So kann es bei Leistungssportlern sinnvoll sein zu operieren, bei Personen die sowieso schon degenerative Schäden vorweisen kann eine konservative Behandlung ausreichen. Ein Meniskusriss ist leider keine Seltenheit und sollte schnellstmöglich behandelt werden, da es ansonsten im weiteren Verlauf zu Folgeschäden wie zum Beispiel Knorpelschäden und Arthrose kommen kann.