Knie verdreht - Was hilft?

Das Kniegelenk ist mit seinen vielen Bändern und Sehnen sehr verletzungsanfällig, insbesondere dann, wenn die Muskeln nicht ausreichend trainiert sind, um für zusätzliche Stabilität zu sorgen.

Besonders im Sport aber auch in alltäglichen Situation kann es durch eine falsche Bewegung oder Fremdeinwirkung dazu kommen, dass man sein Knie verdreht. Dies macht sich in der Regel durch sofortige Schmerzen bemerkbar und der Betroffene kann nur noch unter Schmerzen leiden.

Oft sind die Schmerzen im Knie so unbestimmt, dass man erst nach einiger Zeit die genaue Ausgangsstelle des Schmerzes lokalisieren kann. Je nach Schwere kommt es auch oft zur lokalen Schwellung des Gelenkes, was mit zusätzlichen Bewegungseinschränkungen verbunden ist.

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Was hilft bei einem verdrehten Knie?

Hat man sich das Knie verdreht, sollte man zunächst nach der PECH-Regel handeln. Diese steht hierbei für Pause, Eis (kühlen), Compression (Druck), Hochlagern.

Ist eine Belastung aufgrund zu starker Schmerzen nicht möglich, können Gehhilfen benutzt werden, um das geschädigte Gelenk zu entlasten. Gegen die Schmerzen am besten entzündungshemmende Medikamente nehmen, die sowohl Schmerz, als auch Entzündung bekämpfen. Sobald es der Schmerz erlaubt, sollte das Bein mehr und mehr belastet werden, um Fehlhaltungen vorzubeugen.

Auch ein früher Beginn an Mobilisationstraining ist wichtig, damit das Gelenk und die Bänder beweglich bleiben. Am Anfang können es einfach Beugungsübungen für das Knie sein. Dabei immer darauf achten, nicht über die Schmerzgrenze hinaus zu gehen. Zeigen die Mobilisationsübungen ihre gewünschte Wirkung, kann zu leichtem Kraft- und Stabilitätstraining übergangen werden. Auch Sportarten wie zum Beispiel Schwimmen und Fahrradfahren sind gut geeignet, da sie das Kniegelenk schonen.

Verschlimmern sich hingegen die Schmerzen oder geht die Schwellung nicht zurück, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um Verletzungen an Sehnen und Bändern auszuschließen oder gegebenenfalls die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten.

Sind Sie sich unsicher über die korrekte Ausführung der Übungen, können Sie sich auch bei einem Therapeuten erkundigen. Wichtig ist immer auf Ihren Körper zu hören und sich nicht zu überlasten, damit eine problemlose Genesung erfolgen kann.

Leiden Sie dauerhaft unter Knieschmerzen? Lesen Sie mehr hierzu unter:  Übungen gegen Knieschmerzen

Schmerzen an der Knieinnenseite

Schmerzen an der Knieinnenseite können verschiedene Ursachen haben. Oft lässt es sich für den Laien aber auch für den Arzt nicht genau sagen welche Struktur für den Schmerz verantwortlich ist. Aufschluss gibt dann letztendlich ein bildgebendes Verfahren wie zum Beispiel ein MRT. Im Gegensatz zum Röntgenbild kann man beim MRT- Bild auch Sehnen und Bänder erkennen und so eine Verletzung diagnostizieren. Ist auch ein MRT nicht aufschlussreich, bleibt noch die Arthroskopie, ein ambulanter Eigriff, bei dem durch 2 kleine Eingänge das Knieinnere inspiziert wird.

Schmerzt das Knie an der Innenseite, zählen zu den Hauptverursachern:

  • der Innenmeniskus
  • das Innenband am Knie
  • oder ein entzündeter Schleimbeutel

Je nach Vorgeschichte des Patienten, kann man die Ursache näher eingrenzen. Das heißt, wenn der Betroffene einen Sportunfall hatte, ist ein Meniskusschaden oder Innenbandschaden wahrscheinlicher als ein entzündeter Schleimbeutel. Es ist also wichtig, dem Arzt den genauen Hergang zu schildern (siehe auch: Schmerzen am Innenmeniskus).

Eine Schädigung an der Knieinnenseite entsteht meistens, wenn eine ungewohnte Belastung auf die Außenseite einwirkt und dadurch die Sehnen und Bänder der Innenseite überdehnt oder reißen lässt.

Auch hier gilt: gehen die Schmerzen nicht zurück oder verschlimmern sich, sollte auf jedenfall ein Arzt aufgesucht werden.

Ist Ihr Innen- oder Außenband verletzt? Unser neuer Artikel gibt Ihnen einen guten Ausblick über die effektivsten Übungen dazuÜbungen bei einer Innenband-Außenbandverletzung

Schmerzen in der Kniekehle

Auch Schmerzen in der Kniekehle können verschiedene Ursachen haben.

Hängen die Schmerzen jedoch nicht unmittelbar mit einem Trauma, also einem Unfall, zusammen, so kann der Schmerz jedoch auch von verspannter Waden- oder Oberschenkelmuskulatur herrühren.

In einigen Fällen, kann es auch ein entzündeter Schleimbeutel oder ein Schaden am Meniskus sein, der den Schmerz auslöst.

Die Betroffenen verspüren meist einen ziehenden Schmerz in der Kniekehle und auch die Beugung oder Streckung des Knies ist eingeschränkt.

Lassen sich die Probleme nicht durch Ruhe, Mobilitätsübungen oder Muskelentspannung lösen oder sich die Schmerzen verstärken, sollte auch hier der Weg zum Fachmann führen, um ernsthafte Verletzungen auszuschließen.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie unter:  Schmerzen in der Kniekehle

Instabilität des Kniegelenks

Durch Verletzungen und Abnutzung der Sehnen und Bänder, kann es zur Instabilität des Kniegelenks kommen. Das vordere und hintere Kreuzband, sowie das Innen- und Außenband tragen neben den Muskeln maßgeblich zur Stabilität des Knies bei (siehe auch: Bänderriss am Knie). Sind diese Strukturen geschädigt, kann es zu einem Instabilitätsgefühl und unbestimmten Schmerz im Knie kommen. Vor allem bei unbewussten Bewegungen knickt das Knie schnell ein und die Betroffenen fühlen sich sehr unsicher bei ihrer Fortbewegung.

Um einer chronischen Entwicklung entgegenzuwirken ist es wichtig, rechtzeitig Hilfe aufzusuchen, da es ansonsten zu langanhaltenden Schmerzen und Einschränkungen in der Mobilität des Kniegelenks kommen kann.

Die besten Übungen zur Stabilisierung des Kniegelenks finden Sie unter:  Übungen für das Kniegelenk

Welche Übungen sind bei einem verdrehten Knie am besten geeignet?

Nach einer Knieverletzung sind die richtigen Übungen das A und O um Stabilität, Kraft und Mobilität wiederherzustellen. Viele der Übungen können zu Hause in kurzer Zeit selbst durchgeführt werden. Im folgenden sind einige dieser Übungen aufgeführt:

  1. Kräftigung der Muskulatur: Setzen Sie sich für die Übung aufrecht auf einen Stuhl. Klemmen Sie sich nun ein möglichst dickes Buch zwischen die Füße. Nun heben sie das Buch an, indem Sie die Beine anheben und ausstrecken. Die Streckung 5 Sekunden halten, dann langsam wieder absenken. 15 Wiederholungen sollten dabei durchgeführt werden.
     
  2. Waden- und Schienbeinmuskulatur: Setzen Sie sich auch für die Übung gerade auf einen Stuhl. Die Füße stehen dabei etwa schulterbreit auf dem Boden. Nun drücken Sie ihre Fersen in den Boden und ziehen gleichzeitig ihre Zehenspitzen an. 2 Sekunden halten, dann, immernoch im Sitzen, auf die Zehenspitzen stellen und ebenfalls 2 Sekunden halten. Insgesamt 20 Wiederholungen.
     
  3. Kniebeugen: Stellen Sie sich aufrecht auf einen geraden Untergrund. Die Beine sind schulterbreit auseinander. Beugen Sie nun die Beine, sodass Unterschenkel und Oberschenkel fast einen 90° Winkel bilden. Wichtig dabei ist, dass ihr Rücken gerade bleibt und die Knie nicht über die Fußspitzen hinausgehen. Am einfachsten ist es, wenn sie versuchen ihr Gesäß nach hinten zu schieben. Die Übung sollte dabei 15 Mal wiederholt werden. Eine etwas fortgeschrittene Methode sind die einbeinigen Kniebeugen. Das Ausführungsprinzip ist das Gleiche, nur eben auf einem Bein. Davon 8 Wiederholungen.
     
  4. Dehnung der Kniesehnen: Setzen Sie sich mit nach vorne ausgestreckten Beinen auf den Boden. Winkeln Sie dann das rechte Bein an, sodass der rechte Fuß neben dem linken Knie steht. Beugen Sie sich im Hohlkreuz nach vorne und umfassen mit beiden Händen Ihren linken Unterschenkel. Sie sollten eine Dehnung an der Unterseite ihres Beines in der Kniekehle spüren. Die Dehnung 10 Sekunden halten, dann die Seiten wechseln. 3 Wiederholungen je Seite.
     
  5. Ausfallschritt zur Kräftigung der Muskulatur und Dehnung der Wadenmuskulatur: Stellen Sie sich aufrecht auf eine ebene Unterfläche. Machen Sie nun einen Ausfallschritt nach vorne. Der hintere Fuß bleibt dabei komplett auf dem Boden, das Bein möglichst gestreckt. Der vordere Fuß setzt nur mit dem Fußballen auf, das Knie ist im 90° Winkel gebeugt. Achten Sie darauf, dass das vordere Knie nicht über die Fußspitze hinausragt.  Aus dieser Ausgangsposition nähern Sie nun das hintere Bein dem Boden. Es darf hierbei leicht gebeugt werden. Berühren Sie mit dem Knie leicht den Boden und kehren Sie wieder in die Ausgangsposition zurück. 6 Wiederholungen je Seite.
     
  6. Dehnung der hinteren Oberschenkel- und Schienbeinmuskulatur: Legen Sie sich auf eine gerade Unterfläche auf den Rücken. Winkeln Sie das linke Bein leicht an, sodass der linke Fuß locker neben dem rechten Unterschenkel steht. Ziehen Sie dann die Zehenspitzen des rechten Fußes an und drücken gleichzeitig ihre Kniekehle in den Boden. Halten Sie die Dehnung für 10 Sekunden. Wechseln Sie im Anschluss die Seiten. 3 Wiederholen je Seite.

Bei der Ausführung aller Übungen ist es wichtig, dass Sie sich nicht übernehmen. Hören Sie auf ihren Körper. Sollte die Ausführung einer Übung Schmerzen bereiten, hören Sie rechtzeitig auf. Alle Übungen lassen sich problemlos in den Alltag integrieren und sind auch für Menschen ohne Knieprobleme eine sinnvolle Ergänzung zum Trainingsprogramm.

Mehr Dehnungsübungen dazu finden Sie unter: Dehnübungen

Zusammenfassung

Wie Sie sehen, ist es aufgrund des komplexen Aufbaus des Kniegelenkes nicht immer einfach, Verletzungen auf Anhieb richtig zu erkennen. Haben Sie ein ungutes Gefühl oder starke anhaltende Schmerzen, sollten Sie in jedem Fall einen Fachmann zur Abklärung aufsuchen. Um bestehende Beschwerden zu lindern, ist es sinnvoll das Knie in seinem Heilungsprozess durch gezielte Übungen zu unterstützen. Ein gelernter Fachmann kann Ihnen helfen, die für Sie richtigen Übungen zu finden und Ihnen die korrekte Ausführung zu demonstrieren.

Wird eine Verletzung des Kniegelenkes nicht oder nur unzureichend behandelt, kann es zu Folgeschäden kommen, die durch entstehende Fehlhaltungen den ganzen Körper betreffen können und den Betroffenen stark in seinem Alltag einschränken können.

Beim Verdrehen des Knies kann es zur Zerrung oder ernsteren Verletzungen kommen. Zum Verdrehen kommt es dann leicht, wenn die Füße stabil stehen aber der Oberkörper zu stark verdreht wird oder durch Fremdeinwirkung beim Sport. Kontaktsportarten wie Fußball, Basketball und Rugby sind besonders risikoreich. Oft sind Knieverletzungen langwierig und machen es dem Betroffenen schwierig sich im Alltag fortzubewegen. Die meisten Personen merken schon beim Verdrehen, ob es sich um eine schwerere Verletzung oder nur ein Zerrung handelt. Genaueres kann es aber nur ein bildgebendes Verfahren beim Arzt geben. Je nach Art und Lokalisation der Schmerzen, kann man erste Aufschlüsse über das Ausmaß der Verletzung ziehen.