Polyarthritis

Die chronische Polyarthritis auch Rheuma genannt, ist die häufigste chronische Entzündung von Gelenken. Meist liegt eine Stoffwechselstörung vor. Betroffen können alle Gelenke sein, am Meisten jedoch die Hände. Die Entzündung entsteht in der Membrana synovialis (Gelenkinnenhaut) von Gelenken. Da die Membrana normalerweise die Funktion von einer Ernährung des Knorpels und als Gelenkschmiere erfüllt, sorgt eine Entzündung für Veränderung der Substanz. Die Entzündungen entstehen in regelmäßigen Abständen, weswegen es dauerhaft zu einer Einsteifung des Gelenks kommt. Eine Polyarthritis verläuft in Schüben, die entweder schleichend oder plötzlich auftreten können. Während eines Schubs geht eine Schwellung, Überwärmung, Schmerzen und eine rötliche Verfärbung der Haut einher. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt eine knöcherne Einsteifung mit extremer Verkrümmung der Gelenke hinzu.

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Ursache

Die Ursachen für die Entstehung einer Polyarthritis sind nicht komplett geklärt. Am häufigsten wird eine Autoimmunkrankheit (Zellen im Körper zerstören eigene wichtige Zellen) vermutet. Gegen eine Autoimmunerkrankung kann nichts unternommen werden, man versucht durch Medikamente den Verlauf zu verlangsamen. Neben einer Autoimmunerkrankung kann eine familiäre Disposition Ursache für eine Polyarthritis werden. Sind in der Familie bereits Patienten mit einer Polyarthritis vorhanden, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung an. Ebenso kann eine Polyarthritis durch eine Infektion ausgelöst werden. Am häufigsten dabei ist die Borreliose nach einem Zeckenbiss. Die Symptome können dabei aber erst nach mehreren Jahren auftreten, äußern sich häufig aber wie ein Rheumaschub.

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Rheumatica

Die Medikamentengabe hängt vom Zustand des Patienten und den Schweregrad der Polyarthritis ab. Ein häufig verschriebenes Mittel ist Methotrexat (MTX). Aufgrund der starken Nebenwirkungen sollte eine regelmäßige Kontrolle der Blutwerte beim Arzt stattfinden. In der akuten Phase wird häufig Cortison verordnet. Cortison greift auf Dauer ebenfalls die Knochen an und lässt den Patienten aufschwemmen. Obwohl die Verträglichkeit der Medikamente nicht gut ist gehören diese Mittel dennoch zu der Basistherapie. Dazu kommen je nach Schmerzsymptome Schmerzmittel wie Diclofenac. Wie die sonstige Medikamentengabe aussieht, sollte mit einem Arzt besprochen werden.

Neue Therapien

Über neue Therapien zur Behandlung der Polyarthritis ist noch nichts bekannt/veröffentlicht worden. Aktuell versucht man über die Basistherapie die Entzündungen auf ein Minimum zu reduzieren, was aufgrund von Aufstockung der Medikamentendosis oder Änderung der Medikamente geschieht. Eine Studie versucht momentan Immunzellen von Betroffenen zur Abwehr zu nutzen. Diese Immunzellen erkennen den Angreifer frühzeitig und sollen einen Gegenangriff vom Immunsystem einleiten. Bisher konnten mit diesem Ansatz aber nur Entzündungsreaktionen unterdrückt werden.

Natürlich heilen

Aufgrund der starken Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie greifen viele Patienten auf eine natürliche „Heilungsmethode“ zurück. Dabei handelt es sich meistens um eine Zusammenarbeit mit einem Heilpraktiker. Der findet aufgrund einer ausführlichen Anamnese und Blutuntersuchung die fehlenden Stoffe im Körper heraus. Meistens werden Homöopathische Mittel verschrieben, die das Ungleichgewicht ins Lot bringen sollen. Schüssler Salze oder in Brausetabletten vorhandenen Kalzium oder Magnesiumsubstrate werden in einer bestimmten Anordnung zu der gewünschten Wirkung zusammengeführt. Auch ein Vitamin C – Mangel kann durch ein ergänzendes Präparat ausgeglichen werden. Wichtig ist aber mit einem Heilpraktiker oder Arzt zusammenzuarbeiten und keine Veränderung alleine vorzunehmen. Neben der Nahrungsergänzungsmittel ist eine gesunde Ernährung wichtig für die Verbesserung der Symptome.

Ernährung

Die Ernährung spielt bei der Behandlung von Polyarthritis eine große Rolle. Entscheidend sind die entzündungsfördernde Arachidonsäure, welche hauptsächlich in jeglichem fettigen Essen, wie Fleisch, Ei und bestimmten Milchprodukten zu finden sind. Pflanzliche Lebensmittel, Fisch und fettarme Milchprodukte beinhalten die Säure nicht, bzw. werden durch viel Omega-3-Fettsäuren positiv unterstützt. Lebensmittel wie Butter, Sahne, Eier, fettreiche Wurst und Käsesorten, sollten in viel Gemüse und Obst getauscht werden. Fleischgerichte auf 2 mal pro Woche reduzieren und dafür 2 Fischgerichte mit einbauen. Beim Kochen sollten Omega-3 reiche Öle verwendet werden, die vor allem im Raps- oder Walnussöl zu finden sind. Als Zwischensnack bieten sich generell Nüsse an, diese sind reich an wertvollen Fettsäuren und Vitaminen. Joghurt, Quark und Milch mit geringem Fettgehalt sind ebenfalls sehr gesund und liefern zusätzlich Kalzium. Viel trinken und das Vermeiden von alkoholischen Getränken und Zigaretten sorgen für einen positiven Einfluss auf den Gesamtorganismus. Im Allgemeinen kann die Polyarthritis nicht geheilt werden, aber durch eine gesunde Ernährung positiv beeinflusst werden.

Weitere Informationen dies bezüglich finden Sie in dem Artikel Krankengymnastik bei Rheuma.

Finger

Besonders betroffen sind bei einer Polyarthritis die Hände und Finger. Durch langjährige immer wiederkehrende Entzündungsprozesse in der Membrana synovialis kommt es zu einer knöchernen Versteifung der kleinen Gelenke. Diese Versteifung wird neben der Schmerzsymptome sichtbar durch verkrümmte Finger und Hände. Dem Patienten der Polyarthritis fehlt die Feinmotorik, da die Finger gar nicht mehr komplett bewegt werden können. Zudem schwindet die Kraft in der Hand und Finger. Durch die Verkrümmung können Dinge, wie Stifte oder Karten, nicht mehr gehalten werden und sorgen im Alltag regelmäßig für Probleme. Der Zustand der Verkrümmung der Hand wird in einen unterschiedlichen Schweregrad (1-4) eingeteilt. Für die fehlende Feinmotorik hilft ein Ergotherapeut diese zu verbessern. Durch Arbeiten mit Murmeln, Steinen o.ä. wird die Sensorik angeregt und die Durchblutung verbessert. Allgemein kann in der physikalischen Therapie mit Kälte oder Wärme gearbeitet werden, dadurch wird die Durchblutung angeregt und vor allem bei Wärme lassen sich die Finger besser bewegen. Das Paraffinbad ist besonders beliebt bei Rheumapatienten.

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Zusammenfassung

Die Polyarthritis ist eine chronisch, entzündliche Erkrankung der Gelenke. Aufgrund von einer Stoffwechselstörung kommt es zu einer Entzündung in mehreren Gelenken, die im Verlauf der Erkrankung zu einer knöchernen Versteifung der Gelenke führt. Je nach Schweregrad zeigt sich ebenfalls eine Verkrümmung bestimmter Gelenkbereiche. Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt, es werden aber Autoimmunerkrankungen, familiäre Dispositionen und Infekte diskutiert. Neben einer genauen Medikamentösen Therapie kann durch Homöopathische Mittel und vor allem Ernährung eine Verbesserung der Symptome erzielt werden. Vor allem fettiges, ungesundes Essen ist nicht vorteilhaft und sollte mit viel Gemüse, Obst, Wasser und Fisch ersetzt werden.