Übungen bei Fingerarthrose

Die Arthrose ist eine degenerative fortschreitende und nicht heilbare Erkrankung. Sie kann durch eine abgestimmte Therapie eingedämmt, aber nicht geheilt werden. Es kommt zum Abbau des Gelenkknorpels und zur Verschmälerung des Gelenkspalts, knöcherne Anbauten am Gelenk sollen die kraftübertragende Fläche vergrößern. Durch die vermehrte Unbeweglichkeit und durch Entzündungszustände ist zusehends auch der Kapselbandapparat und umliegende Muskulatur betroffen. Die Elastizität der Bänder geht verloren, die Muskulatur baut ab.



Übungen

Da unser Gelenkknorpel vorwiegend durch Bewegung ernährt wird, ist Bewegung das Mittel der Wahl bei der Arthrose. Wichtig ist aber, dass die Bewegung möglichst nicht gelenkbelastend und in jedem Falle schmerzfrei stattfindet. Die Gelenke sollen mobilisiert und gestärkt und nicht noch weiter belastet werden.

1 Übung
Um die Gelenke schonend zu mobilisieren, sollten sie zunächst durch einfache nicht kombinierte Übungen aufgewärmt werden. So kann der Patient damit beginnen Finger für Finger zu Beugen und wieder zu Strecken.

2 Übung
Anschließend können verschiedene Koordinationsübungen mit den Fingern gemacht werden. (Abwechselnd den Daumen antippen oder ähnliches) Jedes einzelne Fingergelenk sollte isoliert mobilisiert werden. Der Faustschluss ist eine weitere gute Übung.

3 Übung
Bei starken Schmerzen kann der Patient seine Gelenke selbstständig entlasten, indem er leichten Zug am Gelenk ausübt. Hierfür greift er gelenknah um ein bestimmtes Fingergelenk und zieht sanft am Finger. Die Gelenkflächen lösen sich von einander und so kann der Gelenkknorpel kurzzeitig entlastet werden.

Weitere Hand- und Unterarmübungen finden Sie in folgenden Artikeln:

Fingerarthrose mit 30

Die Fingerarthrose tritt häufiger, im Gegensatz zu der Kniearthrose oder der Hüftarthrose, schon im jungen Alter auf. Meist ist hier eine Vorerkrankung ursächlich für den Gelenkverschleiß. Arthritis ist beispielsweise eine rheumatische Erkrankung bei der es zu wiederkehrenden Entzündungen an den Gelenken kommt. Die Fingergelenke sind oft betroffen. Durch die Entzündungen kann es zu einer frühzeitigen Arthrose kommen. Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer. Eine begleitende Physiotherapie, wie auch die medikamentöse Behandlung sind besonders wichtig um den betroffenen Patienten ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Auch psychische Faktoren sollten hier beachtet werden und gegebenenfalls in der Therapieplanung berücksichtigt werden. Risikofaktoren, wwelche den Gelenken weiter schaden, sollten vermieden werden. Auch die Ernährung kann einen Gelenkverschleiß unterstützen und sollte somit angepasst werden um Entzündungen im Körper zu vermeiden. Der Arbeitsplatz sollte umgestellt werden um ein möglichst schonenden Arbeitsalltag zu ermöglichen.

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Später können auch Hilfsmittel hinzugenommen werden, wie zum Beispiel Therapieknete oder ein weicher, elastischer Stoffball. Hiermit kann das Greifen geübt und gekräftigt werden. Bei starken Einschränkungen kann eine Funktionshand erarbeitet werden. Hierbei werden die ersten drei Finger, also Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger für koordinative Übungen eingesetzt, während der Kleinfinger und der Ringfinger für kraftfordernde Aufgaben genutzt werden. Die Übungen sollten individuell auf den Patienten abgestimmt werden und dann regelmäßig, am besten mehrmals täglich durchgeführt werden.Handmassagen können bei akuten Schmerzen und nach Überbelastung lindern wirken. Es gibt eine Vielzahl von Übungen und Hilfsmitteln, die die Übungen für die Fingergelenke erleichtern und abwechslungsreich halten. Lesen sie mehr dazu in dem Artikel Krankengymnastik bei Rheuma. Unter Umständen kann es angenehm sein, die Übungen in einem Wasserbad aus kaltem oder warmen Wasser durchzuführen. Das Wasser erleichtert die Bewegung und die Temperatur kann angenehm auf Schmerzen wirken.

Fingerarthrose-was hilft?

Neben der Bewegung, sind besonders thermische Reize geeignet Schmerzzustände zu minimieren. Einigen Patient tut Kälte gut, anderen Wärme, hier ist individuell zu entscheiden. Bei akuten Entzündungen sollte allerdings auf Wärme im Regelfall verzichten werden. In speziellen Einrichtungen wird häufig auch ein Parafinbad angeboten, bei dem die Patienten ihre Hände in ein Becken mit heißem Wachs halten. In akuten Entzündungsstadien hilft Entlastung. Die Hände sollten möglichst wenig beansprucht werden, Bewegung sollte in jedem Fall schmerzfrei sein. Schienen, Tapeverbände oder Orthesen können bei der Ruhigstellung der Gelenke helfen. In der Krankengymnastik können die Gelenke durch manualtherapeutische Griffe mobilisiert werden. Besonders angenehm ist die Traktionsbehandlung bei der durch einen gelenknahen Griff die beiden Gelenkflächen von einander gelöst werden, sodass der Knorpel/Knochen weniger Druck ausgesetzt ist. Eine medikamentöse Therapie ergänzt das Therapiespektrum.

Tapen

Die Fingergelenke sind im Alltag ständig in Bewegung und strapaziert. Orthesen und Schienen sind oft sperrig und schränken den Patienten in seinem Handeln ein. Abhilfe können hier Tapeverbände schaffen. Das klassische Tape kann hervorragend eingesetzt werden um Gelenke individuell zu stabilisieren. Der dünne Verband ist in gewissen Maße wasserfest und kann so mit Alltag auch nach dem Händewaschen noch stabilisieren. Er nimmt nicht viel Platz ein und erhält die Beweglichkeit anderer Gelenke. Nach etwas Übung kann der Verband entweder selbstständig oder vom Partner angelegt werden. Durch spezifische Anlagen kann sogar ein entspannender Zug auf die Gelenkflächen ausgeübt werden. Auch kinesiologisches Taping ist für zur Behandlung von Fingergelenksarthrosen möglich. Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Anlagen, die auf den Patienten und seine Alltagsbelastung abzustimmen sind.

Naturheilmittel

Naturheilmitteln können die klassische medikamentöse Therapie gut unterstützen und zur Linderung von Symptomen herangezogen werden. Da die Fingerarthrose eine fortschreitende dauerhafte Erkrankung ist, geht sie einher mit einer langfristigen Einnahme von Entzündungshemmern und Schmerzmitteln. Um den Körper nicht unnötig mit „Chemie“ zu belasten, greifen viele zu alternativen Heilmitteln. Einige Naturheilmitteln sind wissenschaftlich getestet. So zum Beispiel die Teufelskrallenwurzel, die eine schmerzlindernde Wirkung bei Arthroseerkrankungen hat. Cremes und Salben werden ebenfalls angeboten. Die Naturheilmitteln können Symptome auch langfristig verbessern. Es gilt jedoch Absprache mit dem Arzt zu treffen. Es ist besonders wichtig Entzündungszustände in den Gelenken zu vermeiden um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. In manchen Fällen kann die alleinige Therapie mit Naturheilmitteln nicht ausreichend sein. Dann sollte die Einnahme von normalen antiphlogistischen Medikamenten nicht gescheut werden. Die Absprache mit dem Arzt ist wichtig um eine aufeinander abgestimmte Therapie zu ermöglichen. 

Weitere Informationen dazu finden Sie in den Artikeln:

Medikamente

Medikamente die bei der Fingerarthrose Anwendung finden, sind die klassischen Medikamente, welche bei degenerativen Gelenkserkrankungen genutzt werden. Man spricht von sogenannten nicht steroidalen Antirheumatikern (NSAR). Das sind entzündungshemmende, schmerzlindernde Medikamente, die nicht auf der Basis von Cortison wirken. Bei starken Entzündungen kann allerdings auch Cortison angewendet werden. Cortisoninjektionen in die Gelenke sind fraglich, da Cortison zwar eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung hat, aber auch knorpelschädigend ist. Hyaluronsäureinjektionen in die Gelenke wirken hingegen positiv auf die Gelenkschmiere und den Ernährungszustand des Knorpels und verbessern das Gleiten der Gelenkflächen gegeneinander. Sie kann somit Entzündungen herabsetzen. Hyaluronsäure ist ein Bestandteil der Gelenkschmiere und des Knorpels.

Zusammenfassung

Fingerarthrose betrifft besonders Frauen. Vermutlich ist die mechanische Überbelastung der Fingergelenke nicht primäre Ursache für die Entstehung des Gelenkverschleißes, sondern vielmehr spielen auch hormonelle Einflüsse und genetische Faktoren eine bedeutende Rolle. Eine vorausgehende entzündlich rheumatische Erkrankung erhöht das Risiko für Arthrose in den Fingergelenken. Besonders häufig ist das Daumensattelgelenk (Rizzarthrose) betroffen. Es kommt zuerst zu einem Kraftverlust in den Fingern beim Greifen oder bei Drehbewegungen (Schlüssel drehen, Flasche öffnen) und später zu Bewegungseinschränkungen durch knöcherne Anbauten an den Gelenken. Schmerzen treten besonders bei akuten Entzündungen durch Abriebprodukte auf. Es kann durch die Deformierung des Gelenks zu Fehlstellungen kommen. Die Kraft, Beweglichkeit und Feinkoordination der Hand sind dann gestört. 

Von der Fingerarthrose sind vermehrt Frauen betroffen. Mechanische Belastung spielt bei der Entstehung weniger eine Rolle, als hormonelle und genetische Faktoren oder Vorerkrankungen wie Polyarthris. Es kommt zu Bewegungseinschränkungen und schmerzhaften Entzündungsvorgängen und das Gelenk kann deformieren. Die Kraft der umliegenden Muskulatur nimmt dabei ab. Um die Knorpelqualität und -masse möglichst lange zu erhalten sind sanfte Mobilisationsübungen sowie ein Wechselspiel aus Be- und Entlastung sinnvoll. Auch Kräftigungsübungen sollten in das Übungsprogramm integriert werden. In der Krankengymnastischen Behandlung finden häufig manuelle Mobilisation und Traktionsbehandlung Anweundung. Lindernd sind neben Ruhigstellung durch beispielsweise Tapeverbände auch Wärme- oder Kälteanwendung. Naturheilmitteln können die klassische medikamentöse Therapie aus nicht steroidalen Antirheumatikern ergänzen und die Symptome der Arthrose der Fingergelenke lindern. Hyaluronsäureinjektionen werden häufig zur Verbesserung der Gelenkfunktion durchgeführt. Die Arthrose ist eine fortschreitende Erkrankung. Der Patient sollte daher sein Übungsprogramm regelmäßig zu Hause durchführen und im Alltag auf Überbelastung der Gelenke achten um diese zu vermeiden.