Physiotherapie bei einem Kapselriss an der Hand

Die Physiotherapie bei einem Kapselriss an der Hand nimmt einen hohen Stellenwert ein. Da die Hand nach der Verletzung in der Regel zunächst ruhiggestellt werden muss und nicht bewegt werden darf, geht eine Menge an Beweglichkeit und Kraft der Hand verloren. Die Physiotherapie ist dann vor Allem dafür da, diese Kraft, Beweglichkeit und Stabilität durch verschiedene Therapiemaßnahmen wiederherzustellen. Durch ergänzenden Methoden kann die Physiotherapie außerdem die Schmerzen des Patienten lindern und die Stoffwechselvorgänge im betroffenen Bereich verbessern.



Therapie/ Behandlung

Die Behandlung und Therapie eines Kapselrisses an der Hand richtet sich nach der Schwere der Verletzung. Bis zur vollständigen Abheilung kann es jedoch trotz konsequenter Therapie 6-8 Wochen dauern. Grundsätzlich kommt bei allen Kapselverletzungen an der Hand zunächst die PECH-Regel zum tragen. Betroffene sollten zunächst:

  • das Gelenk ruhigstellen (Pause)
  • das Gelenk kühlen, damit die Schmerzen gelindert und die Schwellung zurückgehen kann (Eis)
  • das Gelenk durch einen Druckverband oder Gips stabilisieren (Compression)
  • die Hand so oft es möglich ist hochlagern, damit nicht zu viel Blut angesammelt wird wodurch Schwellungen begünstigt werden (Hochlegen)

Nach diesen Sofortmaßnahmen gibt es verschiedene Möglichkeiten den Heilungsvorgang zu unterstützen. Dazu gehören:

  • Kälteanwendungen zur Schmerzlinderung und zum Abschwellen

  • Schmerz- und Entzündungshemmende Medikamente und Salben/Cremes die lokal aufgetragen werden können

  • Lymphdrainage im Rahmen der Physiotherapie um einen verbesserten Abfluss der Gewebeflüssigkeit zu erzielen und Schwellungen zu mindern

  • Bandage/Tape/Gips Anlagen um das Gelenk ruhigzustellen, zu stabilisieren und vor äußeren Einflüssen zu schützen

  • aktive und passive krankengymnastische Übungen je nach Krankheitsverlauf, um die Mobilität, Kraft und Funktion des Gelenks wiederherzustellen

  • gezielte Massage und Grifftechniken durch erfahrene Physiotherapeuten, um Schmerzen zu lindern, Gewebe geschmeidig zu machen und zu aktivieren und Muskelverspannungen vorzubeugen

  • regelmäßige Arztkontrollen, um den Fortschritt des Heilungsprozesses zu beurteilen

Der genaue Therapieverlauf wird von Patient zu Patient voneinander abweichen, da in der Regel ein Behandlungsplan erstellt wird, der genau auf die Bedürfnisse der einzelnen Betroffenen abgestimmt ist.

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OP

Bei einem Kapselriss an der Hand wird in der Regel versucht diesen konservativ zu behandeln. In manchen Fällen ist jedoch aufgrund der Schwere der Verletzung, insbesondere bei verschobenen Strukturen, gerissenen Sehnen oder Bändern und Knochen An- und Abbrüchen eine Operation erforderlich, damit die Patienten später nicht an einem erhöhten Arthroserisiko leiden. Die Art des gewählten Operationsverfahrens richtet sich dabei nach dem Ausmaß der Verletzungen.
So kann es sein, dass der Operateur verletzte Kapseln, Sehnen oder Bänder wieder annäht, Knochen richtet und eventuell mit Schrauben oder Ähnlichem fixiert und geschädigtes Gewebe abträgt. Nach dem Operationsverfahren richtet sich auch die Nachsorge. In der Regel ist es jedoch so, dass der Patient die Hand nach der OP zunächst ruhig stellen muss. Die Physiotherapie beginnt jedoch meist schon am Tag nach der OP mit passiven Übungen, Lymphdrainage und leichter Mobilisation. Ob der Patient stationär aufgenommen wird richtet sich ebenfalls nach der Schwere der Verletzung. Je nachdem ob eine offene Operation oder ein Minimalinvasiver Eingriff durchgeführt wird, ist das Infektionsrisiko nach der Operation erhöht.

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Gips

Da es nach einem Kapselriss bei gesicherter Diagnose unbedingt vermieden werden sollte das Handgelenk zu früh wieder zu bewegen, entscheidet der Arzt sich oft für die Ruhigstellung des Gelenks durch einen Gips. Dieser sorgt dafür, dass das Handgelenk von äußeren Einflüssen geschützt ist und sich die Verletzung durch unbedachte Bewegungen nicht noch verschlimmert. Auch während der Patient seine Hand noch im Gips hat, kann schon mit der Physiotherapie und leichten Fingerübungen begonnen werden, damit die Strukturen in der Hand und im Handgelenk nicht zu viel Kraft und Beweglichkeit einbüßen. Die Ruhigstellung mit Gips erfolgt nach ermessen des Arztes und kann 1-3 Wochen dauern.

Als alternative zu einem Gips ist auch eine Schiene möglich: Gips vs. Schiene

Tapen

Das Tapen ist ebenfalls eine Methode die unterstützend bei einem Kapselriss am Handgelenk angewandt werden kann. Obwohl das Tape dem Handgelenk zusätzliche Stabilität verleiht, kann es eine Ruhigstellung durch einen Gipsverband nicht ersetzen. 
Unterschieden wird zwischen klassischen Tapes, die aus unelastischen Klebebändern aus speziellem Material bestehen. Sie sollten immer von einem erfahrenen Therapeuten angelegt werden und geben dem Handgelenk nach dem Ausheilen der Verletzung zusätzliche Stabilität und Entlastung. Die modernen Kinesiotapes können schon früher eingesetzt werden, da sie zusätzlich noch durch ihre Elastizität das Gewebe aktivieren und so für einen besseren Lymphabfluss sorgen.

Umfassende Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem folgenden Artikel: Kinesiotape

Handgelenksentzündung

Im Handgelenk befinden sich zahlreiche Sehnen, Bänder und andere Strukturen, die anfällig für eine Handgelenksentzündung sein können.
Ursachen für eine Handgelenksentzündungen können zum Beispiel sein:

Auch am Handgelenk treten die typischen Symptome einer Entzündung (Wärme, Rötung, Schwellung, Bewegungseinschränkung, Schmerz) auf. Der Arzt wird aufgrund der krankheitlichen Vorgeschichte und diagnostischen Verfahren wie Röntgen, MRT oder körperliche Untersuchung eine Diagnose stellen und eine entsprechende Therapie einleiten.
Die gewählte Therapie richtet sich also primär an der Ursache der Handgelenksentzündung und kann sowohl konservativ als auch operativ aussehen. Da in der Regel das Handgelenk im Rahmen der Therapie zunächst ruhiggestellt werden muss, bis die akute Entzündung abklingt gehören Bandagen oder Tapes zu gängigen Therapiehilfsmittel. Auch die Physiotherapie hat meist einen hohen Stellenwert, da sie auch zahlreiche verschiedene Behandlungskonzepte zurückgreifen und sich so ideal an den einzelnen Patienten anpassen kann. Die Dauer der Handgelenksentzündung richtet sich ebenfalls nach der Ursache der Entzündung sowie weiteren Begleitumständen und ob eine akute oder chronische Entzündung vorliegt.

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Fingergelenksarthrose

Eine Fingergelenkarthrose ist eine fortschreitende Erkrankung, die verschiedene Ursachen haben kann.
Da Frauen doppelt so oft betroffen sind wie Männer, geht man davon aus, dass die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren die Entstehung einer Fingergelenkarthrose begünstigt.
Weitere Auslöser können sein:

  • frühere Verletzung der Fingergelenke sein
  • Vorerkrankungen wie Diabetes
  • Vorerkrankungen  wie Gicht
  • Vorerkrankungen  wie  Rheuma

Je nach betroffenem Fingergelenk wird zwischen Rhizarthrose (Daumengelenk ist betroffen), Heberden-Arthrose (Fingerendgelenke sind betroffen) und Bouchard-Arthrose (Fingermittelgelenke sind betroffen) unterschieden. Bei der Therapie der Fingergelenksarthrose geht es primär darum, den Knorpelabbau zu verlangsamen oder bestmöglich zu stoppen und die Beweglichkeit der Finger zu erhalten. Damit dieses Ziel erreicht werden kann ist es zunächst wichtig die Entzündungsreaktion einzudämmen und dem Patienten die Schmerzen zu nehmen.
Konservative Maßnahmen werden hier in der Regel einer Operation vorgezogen, da diese das letzte Mittel bleibt. Inhalte der Therapie sind neben schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten vor Allem Maßnahmen aus dem physiotherapeutischen Bereich mit zahlreiche Übungen zur Mobilisation und Kräftigung der Fingergelenke. Wird die Therapie konsequent und diszipliniert durchgeführt, kann bei vielen Betroffenen eine Verlangsamung des Arthroseprozesses und eine verbesserte Lebensqualität erreicht werden.

In den hier aufgelisteten Artikeln erhalten Sie umfassende Informationen zu diesem Thema:

Zusammenfassung

Insgesamt kommt der Physiotherapie bei einem Kapselriss der Hand eine wichtige Rolle zu. Gerade da nach Kapselverletzungen oft die Beweglichkeit des betroffenen Gelenks eingeschränkt ist, ist es umso wichtiger ein adäquates Wiederaufbau Training zu betreiben. Durch eine Vielzahl verschiedener Übungen und Techniken können die Physiotherapeuten einen Therapieplan entwickeln, der genau festgelegte Ziele für jeden einzelnen Patienten hat, auf die dann gemeinsam gearbeitet wird. Neben der Physiotherapie gehören dazu auch Übungen für zuhause, damit die Therapie möglichst konsequent durchgeführt werden kann.