Hüftkopfnekrose - Übungen

Unbehandelt führt die Hüftkopfnekrose zu einer Degeneration des Gelenkes und Einschränkungen der Hüfte. Unter den Defiziten gehört die Bewegungsminderung in alle Richtungen. Jedenfalls kann es durch Schmerzen, zu einer Schonhaltung in der Hüfte und Verspannungen der Hüftmuskulatur kommen. Durch ein verändertes Gangbild, können Beschwerden im Rücken und dem nicht betroffenen Bein folgen.



Übungen

Wenn es zu einer Schonhaltung in der Hüfte gekommen ist, sollte eine Atrophie der Muskulatur vorgebeugt werden und diese trainiert werden. Sportarten mit einer hohen Belastung auf der Hüfte, sollten vermieden werden. Jede Übung wird  3-5 Mal wiederholt.

Übung 1) Kräftigung der Gesäß- und hinteren Hüftmuskulatur
Legen Sie sich mit dem Rücken auf eine Matte oder einer anderen weichen Unterlage. Beide Beine werden angestellt und die Arme liegen locker auf dem Boden. Heben Sie ihr Gesäß an, bis Sie eine Spannung im Gesäß merken.
Halten Sie die Position für 15-20 Sekunden und lassen ihr Gesäß wieder langsam absinken. Achten Sie darauf, dass die Fersen nicht zu nah am Gesäß sind und sich vor den Kniegelenken befinden.

Übung 2) Kräftigung der Gesäß- und hinteren Hüftmuskulatur
Legen Sie sich für die zweite Übung wieder mit dem Rücken auf eine Matte oder andere weiche Unterlage. Beide Unterschenkel werden diesmal auf ein Sofa oder Bett gelegt. Beide Arme legen Sie wieder neben ihrem Körper auf dem Boden ab und heben ihr Gesäß soweit nach oben, bis Sie eine Spannung in der Gesäßmuskulatur merken.
Halten Sie die Position für 15-20 Sekunden und lassen Sie ihr Gesäß dann wieder langsam auf dem Boden absinken. Sie suchen nach weitere Übungen zur Kräftigung der Gesäß- und Hüftmuskulatur? Übungen Beine, Po

Übung 3) Kräftigung der Bauchmuskulatur 
Für die nächste Übung brauchen Sie einen Ball, der ungefähr die Größe eines Handballs hat. Sie können wieder auf dem Rücken liegen oder sitzen. Die Beine werden angestellt und der Ball wird zwischen die Knie gelegt. Positionieren Sie ihre Arme neben ihrem Körper und beginnen Spannung auf den Ball auszuüben, sodass er zusammengedrückt wird.
Halten Sie den Druck für 15-20 Sekunden und lassen wieder locker. Sie suchen nach weitere Übungen zur Kräftigung der Bauchmuskulatur? Übungen Bauch

Übung 4) Bewegungserhaltung und –förderung des Hüftgelenkes
kHierzu können Sie Dehnübungen durchführen. Um die vordere Hüftmuskulatur zu dehnen, nehmen Sie sich ein langes Handtuch und legen sich mit dem Bauch auf eine weiche Unterlage. Das linke Bein wird ausgestreckt und das rechte Bein wird gebeugt. Der rechte Fuß wird zum Gesäß gezogen und durch das Handtuch, wird der Fuß am Gesäß gehalten. Beide Enden des Handtuches, werden mit beiden Händen gehalten. Die Position der Arme ist nach hinten ausgestreckt.Weitere Übungen hierzu finden Sie in dem Artikel: Beweglichkeitstraining Hüfte

Übung 5) Dehnung der hinteren Hüftmuskulatur
Um die hintere Hüftmuskulatur in Dehnung zu bringen, legen Sie sich auf den Rücken. Das linke Bein wird ausgestreckt und auf dem Boden abgelegt. Das rechte Bein wird an den Oberkörper herangezogen, sodass das Knie zur Brust geht. Umarmen Sie mit beiden Armen ihr gebeugtes Bein und ziehen es soweit zu sich ran, wie es die Beweglichkeit erlaubt.
Auch hierbei wird die Dehnung für 15-20 Sekunden gehalten.  Sie suchen nach weitere Übungen zur Dehnung der Hüfte? Dehnübungen Hüfte

Physiotherapie - alternative Behandlung

Es ergeben sich einige physikalische Maßnahmen aus der Physiotherapie, die je nach Symptom eingesetzt werden können.

  • Um die Belastung auf das Hüftgelenk zu minimieren und für Entlastung zu sorgen, kann das Hüftgelenk durch die Verordnung der Manuellen Therapie mobilisiert werden.
  • Durch Zuggriffe auf das Gelenk, werden Strukturen wie die Kapsel, Bänder und die gelenknahen, kleinen Hüftmuskeln gedehnt. Somit wird die Beweglichkeit gefördert und die Durchblutung des Hüftgelenkes gefördert. Auch wird die Produktion von Gelenkflüssigkeit angeregt und somit die Knorpelversorgung verbessert. Weitere Dehn- und Mobilisationsübungen für die Hüfte finden Sie hier.
  • Der erhöhte Tonus der Hüftmuskulatur kann durch Massage gelockert werden.
  • Auch bei der Hüftkopfnekrose ist Bewegung wichtig, um die Funktion des Hüftgelenkes zu gewährleisten. Sportarten wie Schwimmen eignen sich sehr gut, da durch die Entlastung des Wassers, die Belastung auf der Hüfte minimiert wird. Die Wassergymnastik bieten somit ein geeignetes Übungsprogramm für die Hüftkopfnekrose.
  • Unterstützend zur Physiotherapie kann Kinesiotaping an die Hüfte angebracht werden. Durch die Tapeverbände, erhält die Hüfte eine gewisse Stabilität und durch die Mitbewegung der Tapeverbände bei Bewegung auf der Haut, wird wiederum die Durchblutung angeregt. Die Kinesiotapes sind in verschiedenen Farben erhältlich und können individuell angebracht werden. Da die Anbringung nach Ziel variiert, sollte diese von einem Fachmann durchgeführt oder vorgezeigt werden.

Umfassende Informationen rund um die Physiotherapie bei diesem Krankheitsbild finden Sie in dem Artikel: Physiotherapie bei einer Hüftkopfnekrose

Operation

Durch die Durchblutungsstörung kommt es zu einer Minderversorgung des Knochengewebes und es beginnt allmählich abzusterben. So ergibt sich durch einen operativen Eingriff die Möglichkeit, ein Knochenstück aus einer anderen Stelle am Körper in den Hüftkopf zu transplantieren. Hinzu kann ein Gefäß mit eingefügt werden, um die Versorgung des Hüftkopfes zu gewährleisten. Um die Durchblutung des Knochens zu verbessern, kann jedenfalls eine Hüftkopfanbohrung durchgeführt werden, die den Gefäßen einen guten Zugang zum Knochengewebe bietet.
In einem hohen Stadium der Hüftkopfnekrose kann dieser durch eine Totalendoprothese ausgetauscht werden.

Weitere Informationen zu einer Hüftendoprothese finden Sie in dem Artikel: Hüft-TEP Krankengymnastik

 

Zusammenfassung

Im Falle der Hüftkopfnekrose kommt es zum Absterben des Knochengewebes am Hüftkopf. Diese Nekrosen sind aseptisch und werden somit  nicht durch pathogene Keime verursacht. Hierbei liegt die Ursache in einer Durchblutungsstörung des Hüftkopfes. 
Hier können konservative und operative Maßnahmen eingesetzt werden, um die Schmerzen und Bewegungseinschränkung zu behandeln. Mit kräftigenden Übungen können Sie die Muskulatur vor Atrophie schützen und die Funktion des Hüftgelenkes fördern. Bei einem starken Beschwerdebild und hohen Stadium der Hüftkopfnekrose, kann diese ersetzt, transplantiert oder freigebohrt werden und die Qualität der Hüftfunktion wird erheblich verbessert werden.