Übungen bei einer Kniearthrose

Das Knie muss verschiedenen Arten von Kräften standhalten und diese auf die benachbarten Knochen weiterleiten. Durch einen Verschleiß des Knorpels im Kniegelenk, kann dieser den Kräften kaum standhalten und der Druck der auf ihm lastet, wird unzureichend verteilt. Schmerzen sind erste Symptome einer Kniearthrose und erschweren den Alltag. Häufig beklagen betroffene von vorangegangenen Kniescheibenschmerzen, welche durch Fehlbelastungen und einer schlechten Beinachse begünstigt werden. Lesen Sie mehr zu diesem Thema in dem Artikel Kniescheibenschmerzen. Bei der Kniearthrose kommt es zur Entlastung des betroffenen Knies und und einer vermehrten Beanspruchung des gesunden Knies. Um wieder ein Gleichgewicht in diese Belastung reinzubringen, können Übungen zum Kraftaufbau durchgeführt werden. So wird die Muskulatur gestärkt und kann das Knie stabilisieren. Nähre Informationen zu dem Krankheitsbild Kniearthrose finden sie in dem Artikel Krankengymnastik Kniearthrose. Sie arbeiten im schmerzfreien Bereich und gehen nie darüber. Die Übungen wiederholen Sie 8-15 mal und führen 2-3 Serien durch.

Umfassende Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem Artikel: Knieathrose



Übungen

1. Übung
Stellen Sie sich auf beide Fersen und haben die Beine hüftbreit auseinander gestellt. Geben Sie Druck auf die Außenseite der Ferse. Lassen Sie allerdings die Innenseite des Vorfußes und der hinteren Ferse nicht abheben. Halten Sie die Position in den Füßen. Das Längsgewölbe des Fußes ist abgehoben. Beugen Sie leicht ihre Knie und spannen ihre Oberschenkel an. Ziehen Sie ihr Schambein zum Bauchnabel. Der Bauch wird dadurch angespannt und die Arme sind nach vorne ausgestreckt und auf Schulterhöhe.

2. Übung
Sie stellen sich hüftbreit hin und beide Beine sind leicht angebeugt. Drehen Sie ihre Knie leicht nach außen und lassen diese dort. Mit der Stellung der Beine stellen Sie sich auf die Zehenspitzen und legen dann langsam ihre Fersen wieder ab. Achten Sie in der Übung darauf, dass ihr Rücken gerade bleibt. Die Arme sind nach vorne gestreckt und liegen auf Schulterhöhe.

3. Übung
Stellen Sie sich mit dem Vorfuß auf eine Treppenstufe und beugen leicht die Knie. Heben Sie die Ferse ab und stellen sich nur auf ihre Zehenspitzen. Gehen Sie mit den Fersen langsam wieder runter. Bei Problemen mit dem Gleichgewicht, können Sie sich mit einer Hand am Gelände abstützen.

4. Übung
Legen Sie sich auf den Rücken und die Beine sind hüftbreit voneinander entfernt. Die Arme liegen locker neben dem Körper. Sie heben ihren Po an, sodass ihr Becken und Oberschenkel eine Linie ergeben. Halten Sie den Po oben.

5. Übung
Sie liegen auf dem Rücken und winkeln beide Beine an. Diese sind etwas hüftbreit voneinander entfernt und die Arme liegen locker neben dem Körper. Heben Sie langsam die Fersen ab und stellen ihren Unterschenkel auf die Zehenspitzen. Der Po darf ruhig einwenig abheben. Gehen Sie mit den Fersen wieder runter.

Weitere Übungen finden Sie in dem Artikel Übungen bei Knieverletzungen.

6. Übung
Sie stehen und haben beide Knie leicht angebeugt. Die Beine sind etwas auseinander und die Knie sind nach außen gedreht. Sie haben einen Ball in beiden Händen und die Arme sind nach vorne gerichtet. Bringen Sie Spannung in ihre Oberschenkel, Po und Bauch. Halten Sie diese und führen beide Arme mit dem Ball in Richtung Decke. Gehen Sie allmählich wieder runter und wiederholen dies. Die Spannung im Oberschenkel-, Po- und Bauchbereich bleibt.

7. Übung
Sie befinden sich im Vierfüsslerstand und haben die Arme und Beine schulterbreit auseinander. Der Rücken ist gerade und bildet kein Hohlkreuz. Strecken Sie ein Bein nach hinten aus. Gehen Sie mit dem Bein bis zur Höhe ihres Oberkörpers und lassen es oben. Führen Sie mit dem Bein kleine, schnelle Kreisbewegungen durch. Wechsel Sie dann das Bein. Während der Übung schauen Sie auf den Boden.

8. Übung
Sie stehen mit dem Rücken zur Wand und der ganze Rücken, Po und Hinterkopf berühren diese. Beide Beine sind etwas voneinander entfernt und leicht angebeugt. Beide Fersen liegen komplett auf dem Boden. Die Arme hängen locker runter. Drücken Sie nun mit ihren Beinen, ihren Oberkörper in die Wand und versuchen ihre Beine durchzustrecken. Halten sie die Spannung ihres ganzen Körpers.

9. Übung
Sie sitzen auf einem Stuhl und haben einen Ball zwischen den Knöcheln. Beide Beine sich angehoben und ausgestreckt. Wippen Sie nun mit den Beinen langsam nach links und rechts. Dabei sollte der Oberkörper nicht zusammenfallen.

10. Übung
Sie haben einen Ball unter der Ferse und befinden sich im Sitz. Ihr Rücken während der Übung gerade und die Arme hängen locker neben dem Oberkörper. Geben Sie mit dem Bein Druck auf den Ball und halten diesen. Wechseln Sie dann das Bein.

Weitere Übungen für das Kniegelenk finden sie in den Artikeln Krankengymnastik bei Kniearthrose, Krankengymnastik Übungen Knie und Übungen bei Knieschmerzen.

Übungen mit dem Theraband

  • Befestigen Sie das Theraband auf Kniehöhe an einem festen Gegenstand (Stuhl/ Heizung/ Geländer/..) und gehen mit ihrem Bein in die entstehende Schlaufe, sodass das Theraband unterhalb der Kniekehle liegt. Ihr Blick/ Stellung ist zum Theraband gerichtet. Nun beugen Sie leicht die Knie und bringen dann das Bein/ Hüfte gegen die Spannung des Therabandes nach hinten in die Streckung. 10 Sekunden halten, dann das Bein wechseln. Je 3 Durchgänge.
     
  • Binden Sie sich das Theraband mit leichter Spannung etwas oberhalb der Fußgelenke um die Unterschenkel. Stellen Sie sich locker und schulterbreit auseinander. Nun heben Sie das rechte Bein vom Boden ab und führen es gegen die Spannung des Therabandes nach außen, oben. Halten Sie die Position 3 Sekunden und kehren dann in die Ausgangsposition zurück (den Fuß aber nicht am Boden absetzen!). 10 Wiederholungen, dann das Bein wechseln.
     
  • Für die dritte Übung begeben Sie sich in den Vierfüßler-Stand mit aufgestützten Unterarmen. Das Theraband wird flächig unter dem rechten Fuß fixiert, die Enden halten Sie in den Händen. Nun strecken Sie das Bein gegen die Widerstand des Bandes nach hinten und kehren dann langsam in die Ausgangsposition zurück. 15 Wiederholungen, dann die Seiten wechseln.

Schmerzen während der Krankengymnastik

Die Übungen in der Krankengymnastik bei einer Kniearthrose sollten im schmerzfreien Bereich liegen. Wenn dies dennoch mal nicht der Fall ist, muss die Belastung in der Übung reduziert werden. Isometrische Übungen sind immer gut dafür geeignet, da diese keine großen Bewegungsamplituden erfordern. Neben kräftigenden Übungen sind bei Schmerzen im Knie, auch passive Maßnahmen hilfreich. Das Knie kann mit manuellen Griffen mobilisiert werden und schmerzlindernd wirken. Durch den mechanischen Reiz, der bei der Mobilisation des Knies entsteht, werden die Schmerzen überdeckt. Mehr Synovialflüssigkeit wird gebildet und der Knorpel wird besser versorgt. Nähere Informationen erhalten sie in den Artikeln Manuelle Therapie und Mobilisationsübungen. Um die Muskulatur zu entspannen, können Massagegriffe durchgeführt werden. Die Spannung des Muskels wird gesenkt und eine Mehrdurchblutung entsteht. Um die Beweglichkeit des Knies nicht zu vernachlässigen, kann der Therapeut das Knie ohne oder mit Hilfe des Patienten selbst bewegen. Um weiterhin aktiv zu sein, können Sie dennoch Übungen aus der Hüfte ausführen. Viele Muskeln der Hüfte verlaufen zum Knie und können so, dass Knie indirekt kräftigen. Im weiteren Text sind einige Übungen aufgeführt.

1 Übung
Sie legen sich auf den Bauch und haben Arme und Beine auf dem Boden ausgestreckt. Heben Sie nun beide Beine ein Stück vom Boden ab. Winkeln Sie die Arme an und heben auch diese ab. Halten Sie Arme und Beine oben. Schauen Sie mit dem Gesicht nach unten.

2 Übung
Sie liegen auf dem Bauch und haben die Arme nach oben ausgestreckt. Ihr Gesicht zeigt nach unten. Die Beine sind gestreckt oben. Führen Sie mit ihren Extremitäten kleine, schnelle Hackbewegungen aus.

3 Übung
Sie befinden sich in der Rückenlage und haben ihre Arme seitlich abgelegt. Die Beine sind ausgestreckt. Gehen Sie mit ihren zusammengeführten Beinen in Richtung Decke soweit Sie es schaffen. Führen Sie diese wieder runter und wiederholen die Übung. Zur Steigerung dieser Übung können Sie sich mit dem Oberkörper auf ihr Bett legen und die Beine sind im Überhang. Führen Sie beide Beine zusammen. Gehen Sie mit ihnen langsam zur Decke und lassen diese wieder runter. Gehen Sie langsam vor und legen die Beine nicht auf dem Boden ab. Wenn die Beine unten sind, sollen diese nicht tiefer als ihr Körper sein.

Lesen sie mehr zu diesem Thema in dem Artikel

Übungen nach einer OP

Kräftigung der Muskulatur
Legen Sie sich für diese Übung auf den Rücken. Die Arme liegen locker neben dem Körper. Jetzt spannen Sie ihre Bauchmuskulatur an, ziehen die Fußspitzen zum Körper und drücken gleichzeitig ihre Fersen in den Boden. Halten Sie die entstehende Spannung für 5-10 Sekunden und pausieren dann 10 Sekunden. 10 Wiederholungen. Eine Variation dieser Übung besteht darin, anstelle der Fersen die Kniekehlen in Richtung Boden zu drücken, um dadurch die Streckung der Beine zu verbessern.

Kräftigung und Streckung
Legen Sie sich für die zweite Übung in Bauchlage auf eine Yoga-Matte. Ihre Arme sind nach vorne und ihre Beine nach hinten gestreckt. Nun heben Sie ein Bein nach oben, sodass sich die Kniekehle der Zimmerdecke nähert und sich der Oberschenkel anspannt. Zeitgleich können Sie auch Arme und Kopf etwa 10cm vom Boden heben, um gleichzeitig den Rücken mit zu trainieren. Halten Sie die Position 10 Sekunden und kehren dann in die Ausgangsposition zurück. 5 Wiederholungen pro Bein.

Beugung
Stellen Sie sich vor eine Stuhllehne und halten sich an dieser fest. Die Beine sind schulterbreit auseinander. Beugen Sie nun ein Bein leicht an, sodass die Ferse in Richtung Gesäß kommt. Halten Sie kurz die Spannung und strecken das Bein dann wieder. 10 Wiederholungen pro Bein.

OP - Nachbehandlung

Die Nachbehandlung einer Operation bei einer Kniegelenksarthrose richtet sich in erster Linie nach dem gewählten Operationsverfahren. Je nachdem ob versucht wurde das Kniegelenk durch verschiedene mögliche Operationsverfahren zu erhalten oder ob der Patient eine Teil- oder Totalendoprothese bekommen hat, kann die Nachbehandlung voneinander abweichen. Vor Allem im Bezug auf die nötige Schonzeit und erlaubte Vollbelastung. Grundsätzlich geht es bei einer Nachbehandlung jedoch darum, den Patienten schnellstmöglich wieder Alltagsfit zu bekommen. Daher beginnt die Nachbehandlung bereits am Tag der OP mit leichten passiven Mobilisierungsübungen, sowie manueller Therapie und Lymphdrainage. Diese Phase ist äußerst wichtig um ein Verkleben der Strukturen im Kniegelenk zu verhindern und eine möglichst gute Beweglichkeit des Kniegelenks zu gewährleisten. Nach und nach wird der Patient das Bein wieder mehr belasten, sowie beugen und strecken dürfen. Die Nachbehandlung passt sich daher immer individuell dem Heilungsfortschritt des Patienten an. Mit der Zeit besteht die Nachbehandlung vor Allem aus diversen Übungen zur Kräftigung, Dehnung, Koordinations- und Stabilitätsverbesserung sowie zur Steigerung des Bewegungsumfangs. Gangschule und Gruppentherapie können ebenso Bestandteil der Nachbehandlung sein sowie gelenkschonende Sportarten (Gymnastik oder Aquajogging). Der Patient erhält für zuhause ebenfalls eine Trainingsplan mit Übungen, die regelmäßig durchzuführen sind. Für eine erfolgreiche Nachbehandlung ist es wichtig, dass Ärzte, Therapeuten und Patient eng zusammenarbeiten und sich an die vorgegebenen Maßnahmen halten.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in dem Artikel MTT nach einer Knie TEP - OP

Medikamente

Bei einer Kniearthrose sind Schmerzmittel oft die erste Wahl an Medikamenten. Die Betroffenen sind durch die Schmerzen stark in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Bei der Auswahl der geeigneten Schmerzmittel haben sich die sogenannten NSAR (Nicht-steroidale-Antirheumatika) bewährt. Hierbei handelt es sich um  Substanzen, die die Produktion der körpereigenen Schmerz- und Entzündungsstoffe,der sogenannten Prostaglandine, unterdrücken. Mittel der Wahl aus dieser Gruppe sind zum Beispiel Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure (ASS). Alternativ zu den NSAR gibt es die  besser verträglichen COX-2 Hemmer , die spezifisch an einem bestimmten Enzym wirken und dadurch weniger unerwünschte Wirkungen verursachen. Wirkstoffe aus dieser Gruppe sind die Coxibe (z.B. Etoricoxib). Wenn die oben genannten Schmerzmittel nicht zum gewünschten Erfolg führen, kann auf stärkere Mittel wie Opioidanalgetika zurückgegriffen werden. Dazu gehören Tilidin, Tramadol, Morphin oder Oxycodon. Neben den Schmerzmitteln von denen viele auch Entzündungshemmend wirken, kann auch die Gabe von Cortison angeraten sein, um die Gelenkentzündung zu bekämpfen. Auch Homöopathika, Salben und Cremes sowie anthroposophische Medikamente können helfen, die Symptome zu lindern.

Zusammenfassung

Besonders das Schmerzbild bei der Kniearthrose schränkt viele Betroffene in der Bewegung ein. So sollte sich nicht nur auf den Muskelaufbau konzentriert werden, sondern auch die Durchblutungssituation des Kniegebietes verbessert werden. Durch Massage und Mobilisation kann die Schmerzlinderung erfolgen und die Kraftübungen in der Krankengymnastik unterstützen.