Stress - Sind auch Sie davon betroffen?

Einleitung / Definition

Stress ist im biologischen oder medizinischen Sinne ein körperlicher, emotionaler oder mentaler Faktor, der den Körper in Alarmbereitschaft versetzt. Stress kann durch äußere Einflüsse (z.B. Umwelt, sozialer Umgang mit anderen) oder innere Einflüsse (z.B. Krankheit, medizinischer Eingriff, Ängste) ausgelöst werden. Der Begriff Stress wurde erstmals 1936 vom österreichisch-kanadischen Mediziner Hans Seyle geprägt, der zwischen gutem (Eustress) und negativem Stress (Distress) unterschied. Heute meint man im Allgemeinen mit dem Wort Stress eher die negative Variante. Stress beeinflusst den Körper extrem. Dies geht noch auf die Steinzeit zurück, in der unsere Vorfahren in Stresssituationen (z.B. bei der Jagd) extrem konzentriert und handlungsfähig sein mussten. Doch was passiert bei Stress im Körper? Wenn jemand ,,im Stress" ist bedeutet das auf physiologischer Ebene, dass die Hormone auf Hochtouren arbeiten. Entsteht für jemanden eine Stresssituation, so sendet das Gehirn ein Signal an die Nebenniere, welche dann die Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin aussendet. Diesen führen im Körper unter anderem dazu, dass der Blutdruck steigt, die Herzfrequenz erhöht ist, die Atmung flach wird, die Verdauung gebremst wird und die Blasentätigkeit herabgesetzt wird. Der Körper ist also leistungsbereit. Dies kann in einigen Situationen förderlich sein (z.B. eine bevorstehende Prüfung oder die Einhaltung einer Deadline im Büro). Bleibt der Stress jedoch über längere Zeit bestehen, so kann man sich vorstellen, dass dieser Zustand der ständigen Alarmbereitschaft extrem Kräftezehrend und anstrengend für den Körper ist, sodass viele Stresssymptome entwickeln und der Stress sich als sehr negativ darstellt.

Symptome

Versteht man die oben beschriebenen Vorgänge im Körper, die durch Stress ausgelöst werden, so lassen sich viele der durch Stress entstehenden Symptome leicht erklären. Dazu gehören körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, ein geschwächtes Immunsystem, Herz-Kreislauf Beschwerden,Magen-Darm Beschwerden ein erhöhter Blutdruck, Muskelzuckungen oder ein schlecht kontrollierbares Diabetes. Betroffene können sich oft nicht konzentrieren, sind unruhig, vergesslich und extrem leicht aus der Ruhe zu bringen. Auch auf die Gefühlsebene hat andauernder Stress Einfluss. So sind Gestresste oft leicht reizbar, deprimiert, lustlos, antriebslos und fühlen sich generell überfordert. Stress führt auch zu Schlafproblemen und Rastlosigkeit. Unbehandelt kommt es in vielen Fällen zum Burnout. Stress hat also einen großen Einfluss auf vielen verschiedenen Ebenen und wird daher für Betroffene als sehr belastend empfunden. Aufgrund der Vielzahl der verschiedenen Symptome denken viele zunächst gar nicht an Stress, sondern behandeln nur ein Symptom davon. Erst in einer späteren Phase, wo schon viele Symptome gleichzeitig auftreten führt die meisten der Weg zum Arzt. Wenn Stress rechtzeitig erkannt und behandelt wird, kann dem Betroffenen oft gut geholfen werden und Alternativen gesucht werden, um die Stressfaktoren aus dem Alltag zu verringern.

Umfassende Artikel zu diesem Thema finden Sie in dem folgenden Artikel: Muskelzuckung 

Stress abbauen

In erster Linie entsteht der Stress im Kopf, wenn man sich zu viele Gedanken um die Arbeit, Zukunft und das Leben macht. Daher ist es wichtig sich ab und zu eine Auszeit zu gönnen. Der einfachste Weg um Stress abzubauen, ist die Stress auslösenden Faktoren zu beseitigen. Da dies in vielen Fällen jedoch nur bedingt Möglich ist, müssen Alternativen gefunden werden, die den Betroffenen eine Balance geben und somit einen Ausgleich schaffen zum Stress schaffen. Hierbei muss jeder individuell entscheiden und ausprobieren welche Form der Stresstherapie am Besten geeignet ist. Zu den Möglichkeiten Stress abzubauen gehören entspannende Massagen, teilweise mit speziellen Ölen, die zusätzlich zur Beruhigung beitragen sollen, Aromatherapie, bei welcher mit Düften gearbeitet wird, die eine entspannende Wirkung haben sollen. Ausgleichende Sportarten wie Yoga oder Pilates sowie allgemeine Entspannungstherapie und Meditation können helfen. Auch ausreichend Schlaf und regelmäßiger Sport können einen Ausgleich zum hektischen Alltag bilden. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie die Situation alleine nicht bewältigen können, ist auch ein Gang zum Arzt keine Schande. Vielen hilft es auch schon über ihre Probleme und Ängste zu reden. Der Arzt kann dann eventuell eine Therapie einleiten, sodass den Betroffenen auch langfristig geholfen wird.

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Stress Würfel

Der Stress-Würfel aus dem englischen fidget (Unruhe) cube (Würfel), ist eine relativ neue Erfindung, die dabei helfen soll in stressigen Situationen eine Art Ventil zu haben, womit der Stress ausgeglichen wird. Das Prinzip ist einfach, es handelt sich um einen kleinen sechsseitigen Würfel. Das Besondere daran ist, dass jede Seite besonders aufgebaut ist, dies ist im folgenden beschrieben:

  1. Atmung: Diese Seite hat eine Einkerbung, die einem Sorgenstein nachempfunden ist. Das Streicheln der Seite soll Ängste verringern und beruhigend wirken.

  2. Gleiten: Auf dieser Seite ist eine Art Mini-Joystick der mit dem Finger hin und hergeschoben werden kann.

  3. Klicken: Auf dieser Seite sind 5 Knöpfe, die beim auslösen klicken (3 hörbar, 2 fühlbar).

  4. Rollen: Hier ist ein kleiner Ball in den Würfel eingelassen zusammen mit 3 kleinen Zahnrädern Diese können bei Bedarf leicht mit dem Finger gedreht werden.

  5. Schalter: Ein Schlichter kleiner Schalter befindet sich auf dieser Seite, der mit einem Finger betätigt werden kann.

  6. Drehen: Auf der letzten Seite befindet sich eine kleine drehbare Scheibe.

Jeder kennt stressige Situationen in denen lästige Angewohnheiten wie Fingernägelkauen, Kugelschreiber klicken und viele andere auftreten. Diese Angewohnheiten sind in der Gesellschaft jedoch nicht gerne gesehen und werden daher von vielen Menschen unterdrückt. Die Hersteller des Stress Würfels glauben, dass eine Unterdrückung schlecht ist und negativen Stress fördert. Der Stress-Würfel soll daher Abhilfe schaffen. Er kann für kleines Geld im Internet erworben werden.

Stress ohne Grund

Wenn Patienten ohne eindeutige Gründe über Stress klagen, sollte man immer auch die Nebennierenrinde als möglichen Auslöser für die Stresssymptome betrachten. Wie bereits angedeutet, werden in der Nebennierenrinde die Hormone gebildet, welche in Stresssituationen vermehrt ausgeschüttet werden. Kommt es bei der Nebennierenrinde also zu krankheitsbedingten Funktionsstörungen, so kann es sein, dass vermehrt Hormone freigesetzt werden oder das Hormon Cortisol, welches eine negative Rückkopplung für die Ausschüttung von Adrenalin,Noradrenalin und Dopamin bewirkt (das bedeutet, wenn der Körper feststellt, dass eine ausreichende Menge dieser Hormone vorhanden ist, sendet er Cortisol aus, um die Freisetzung der Hormone zu stoppen. Cortisol ist also quasi eine Art Stressregulator). Kommt es zu einem Problem in diesem System, so kann dies zu Stresssymptomen führen, die dann für die Betroffenen meist ohne erkennbaren Grund auftreten.

Eine weitere Möglichkeit ist es, dass der Betroffene schon über einen längeren Zeitraum mit dem Stress gelebt hat. Typischerweise verläuft dauerhafter Stress in 3 Phasen:

  1. In der Anfangsphase sind wir in Stresssituationen noch extrem leistungsfähig und der Körper arbeitet auf Hochtouren. 
  2. Die nächste Phase ist eine Art Anpassungsphase, bei der sich der Körper schon an den Dauerstress und die ständige Alarmbereitschaft gewöhnt hat. Stresssituationen, werden unter Umständen gar nicht mehr vom Körper als solche wahrgenommen. 
  3. In der dritten Phase kommt es zu starken Erschöpfung und viele der Stresssymptome können gleichzeitig auftreten. Für die Betroffenen, kann es sein, dass die eigentliche Stresssituation schon lange zurückliegt und es momentan eigentlich keinen Grund für den Stress gibt.

Stress Test

Der Stress Test wurde von zwei Medizinern der Universität Mainz entwickelt, um im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen das individuelle Stresslevel der einzelnen Personen zu testen. Es handelt sich bei dem Test um eine Reihe von Fragen, bei der die Patienten durch Selbstbewertung und -einschätzen die medizinische Diagnose des Arztes ergänzen. Der Test ist generell in drei Abschnitte gegliedert.

  1. Im ersten Teil werden potenzielle Stressfaktoren oder Belastungen besprochen. Der Arzt stellt z.B. Fragen wie ,,Haben Sie das Gefühl mit ihrem Arbeitspensum gut klarzukommen?''. 
  2. Im zweiten Abschnitt geht es um die Folgen von Stress. Der Arzt fragt zum Beispiel ob sich die Betroffenen in irgendeiner Weise im Alltag eingeschränkt fühlen. 
  3. Der dritte teil des Tests beschäftigt sich damit, wie der Betroffene selbst in stressigen Situationen reagiert und mit dem Stress umgeht.

Anhand der Ergebnisse kann der Arzt dann eine endgültige Diagnose stellen und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen einleiten.

Stress in der Schwangerschaft

Für viele werdende Mütter ist eine Schwangerschaft mit zusätzlichem Stress verbunden. Dieser Stress kann einerseits durch die Körperlichen Veränderungen kommen (Haltungsschwächen etc.) andererseits durch die immer schwerer fallenden Arbeit im Berufsleben. Nicht nur der Körper sondern auch der Geist erfährt eine zusätzliche Belastung. Werdende Mütter machen sich natürlich über ihre Gesundheit und die ihres Kindes Gedanken. Was kann alles passieren, wenn... Hier gibt es eine Vielzahl an Fragen und Gegebenheiten während der Schwangerschaft, die Auswirkungen auf das Neugeborene haben können. Informationen und mögliche Auswirkungen von Stress während der Schwangerschaft erhalten Sie in dem Artikel: Stress während der Schwangerschaft

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Stress selbst ein sehr komplexes Thema ist. Stress ist für jeden durch verschiedene Situationen bedingt und wird individuell verschieden wahrgenommen. Dauerhafter Stress kann viele Auswirkungen auf den Organismus haben und die Lebensqualität unter Umständen stark einschränken. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Stressbewältigungstechniken, die den Betroffenen helfen können. Welche davon für Sie persönlich geeignet ist, müssen Sie selbst entscheiden. Wichtig ist es, dass Sie den dauerhaften Stress nicht einfach akzeptieren. Wenn Sie bei sich selbst Stresssymptome erkennen oder sich oft müde und erschöpft fühlen, zögern Sie nicht einen Schritt kürzer zu treten und sich mehr Zeit für sich zu nehmen. Wenn Sie sich mit der Situation überfordert fühlen sprechen Sie mit einem Arzt oder Therapeuten über ihre Probleme. Oft können Außenstehende nochmal eine neutrale Sicht einbringen und Probleme aufdecken, die einem selber gar nicht bewusst sind. Fakt ist jedoch, dass zuviel negativer Stress definitiv schädliche Folgen haben kann und nicht ignoriert werden sollte.