Migräne

Eine Migräne ist eine plötzlich auftretende heftige Kopfschmerzattacke. Einige Betroffene empfinden eine Ankündigung der Migräneattacke und können somit rechtzeitig das entsprechende Medikament nehmen. Oft genug kommt eine Migräne aber ohne Ankündigung. Die Migräne wird bei Bewegung schlimmer und geht meist mit einer Lichtempfindlichkeit, Lärmempfindlichkeit, Übelkeit bis zum Erbrechen, Appetitlosigkeit und ganzheitliche Erschöpfung einher. Diese Begleitsymptome sind Grund für ein Zurückziehen des Patient mit inbegriffenen Aufhalten in dunklen, leisen Räumen und meist in einer liegenden Position um jegliche Bewegung zu vermeiden. Die Schmerzen im Kopf werden als extrem unangenehm beschrieben mit dem Gefühl jemand „meißelt“ in den Kopf hinein.



Die Ursachen für eine Migräne sind bis heute nicht genau geklärt. Eine genetische Vorbelastung ist häufig im Gespräch genauso wie eine Serotoninhaushaltsstörung. Serotonin ist ein Botenstoff, der Informationen von einer Zelle zur nächsten bringt. Geläufig kennt man den Stoff Serotonin als Glückshormon und ist wichtig für die Schmerzweiterleitung. Bei einer Migräne wird vermutet, dass ein zu niedriger Serotoninwert in der Peripherie und ein zu hoher Serotoninwert im Gehirn existiert. Aufgrund dieses Ungleichgewichts kann eine Migräneattacke ausgelöst werden. Ebenso wird vermutet, dass es kurzzeitig zu einem extremen Serotoninmangel kommt, wodurch eine Veränderung der Schmerzempfindlichkeit zu vernehmen ist. Ein Serotoninmangel über einen langen Zeitraum ist ebenso Ursache für eine Depression. Passend hierzu können Sie den Artikel Physiotherapie bei Depressionen lesen.

Am häufigsten sind im Bezug auf eine Migräne die sogenannten Triggerfaktoren . Diese Triggerfaktoren sind Schlüsselfaktoren, die eine Migräne auslösen können. Die typischsten Faktoren sind: Alkohol, starke Gerüche (Parfüm, Lebensmittel, Nikotin), zu wenig Schlaf, extrem Laute oder störende Geräusche, Stress, Hektik. Besonders bestimmte Lebensmittel, v.a. mit viel Histamin können Ursache für eine Migräne sein. Im Allgemeinen sind mehr Frauen als Männer betroffen, bei denen es auch häufig durch einen Hormonschub (Schwangerschaft, Menstruation, Wechseljahre) zu einer Migräne kommen kann oder sie sogar dadurch verschwindet.
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Aura

Die Aura bei einer Migräne bezeichnet den Zeitpunkt bevor der eigentliche Migräneschmerz zu spüren ist. Dieser Zeitpunkt äußert sich mit extremen Wahrnehmungsstörungen, Sehstörungen, Gleichgewichtsstörung, neurologische Ausfälle sowie Sprachstörungen. Dabei ist das Sehfeld eingeschränkt, wird verschwommen wahrgenommen oder es sind nur noch Ausschnitte zu erkennen. Weiter kann ein verändertes Tastempfinden und eine veränderte Berührungsempfindlichkeit enstehen. Kribbelgefühl, eventuelle Ausfallerscheinungen in der Muskulatur sind neurologische Störungen, weswegen ein Migränepatient von einem Neurologen behandelt wird. Die Phase der Aura wird von jedem Patienten unterschiedlich stark wahrgenommen und empfunden. Sie tritt auch nicht bei jeder Migräne gleich auf. Manche Patienten, die unter einer Migräne leiden spüren überhaupt keine Aura, weswegen die Migräne in eine Migräne mit Aura und eine Migräne ohne Aura unterschieden wird. Nachdem die Symptome einer Aura aufgetreten sind, kommt es anschließend zu einer Migräneattacke. Aufgrund der Vorwarnung, kann der Patient schon dementsprechende Maßnahmen ergreifen, d.h. die Arbeit verlassen, nach Hause gehen, Autofahren vermeiden usw. Nach einer Aura muss aber nicht zwingend ein Migräneanfall auftreten, es kann auch nur ein Vorbote gewesen sein. Im allgemeinen kann man die Aura und den Migräneanfall nicht vermeiden, man sollte aber auf die entsprechenden Triggerfaktoren verzichten.

Lesen Sie mehr dazu in dem Artikel Physiotherapie bei Migräne

Migräneanfall/Dauer

Ein Migräneanfall kann entweder mit Vorzeichen einhergehen oder ohne. Bei den Vorzeichen (Aura) hat der Patient unmittelbar vor dem Migräneanfall Wahrnehmungsveränderungen, Sehstörungen, Gleichgewichtsstörung oder einfach nur ein Schwäche-Gefühl. Wie oben schon erwähnt können auch die Symptome der Aura zu spüren sein aber kein Migräneanfall folgen. Zudem zeigt sich bei manchen Patienten, unabhängig von einer Kombination eines Migräneanfalls mit einer Aura, in den Tagen vor dem Migräneanfall durch extreme Müdigkeit, häufiges Gähnen oder vorzeitige Lärm und Lichtempfindlichkeit, dass ein Migräneanfall kommen wird. Die Dauer eines Migräneanfalls ist von Patient zu Patient unterschiedlich und reicht von mehreren Stunden bis zu 3 Tage. Je früher der Patient den Migräneanfall bemerkt, desto früher kann er seine entsprechenden Medikamente nehmen um die Auswirkung zu reduzieren. Zusätzlich kann durch äußere Einflüsse wie Licht, Lärm und Stress der Anfall verschlimmert werden oder eben durch Reduzierung der Faktoren die Symptome schneller durchgestanden werden. Da ein Migränepatient über Jahre sensibilisiert wird, kann dieser rechtzeitig seine Anzeichen deuten und beendet oft genug frühzeitig seine aktuelle Aktivität und sucht sich Ruhe.

Wetter

Manche Menschen, unabhängig von Migränepatienten reagieren sehr empfindlich auf das Wetter oder auf eine kommende Wetteränderung. Bei starker Hitze kommen Kreislaufprobleme mit vermehrter Schwellung in bestimmten Körperteilen zusammen. Zusätzlich können starke Kopfschmerzen und Antriebslosigkeit einhergehen. Bei Migränepatienten kann das extreme Wetter einen Migräneanfall begünstigen. Genauso reagieren viele Menschen bei extremen Temperaturstürzen oder Anstiegen auch mit Kopfschmerzen, die aber meistens unterschwellig über einen Tag zu spüren sind dann aber langsam abklingen. Migränepatienten empfinden diese Tage als sehr schlimm, weil sie ein Auslöser für einen Anfall sein können. Der Luftdruck ist auch entscheidend für die Entwicklung von Kopfschmerzen, vor allem bei hohen Luftdruck entwickelt sich das Gefühl von einem Druck auf den Kopf. Der Artikel Kopfschmerzen könnte Sie auch zu diesem Thema interessieren.

Bei Kindern

Kinder können gleichermaßen wie Erwachsene an Migräneanfällen leiden. Die Ursache bei den Kindern ist genauso wenig geklärt, wie bei Erwachsenen. Man vermutet aber bei Kindern ebenfalls eine familiäre Belastung. Der Migräneanfall dauert weniger lang als bei Erwachsenen kann aber auch bis zu 24 Stunden anhalten, was aber seltener vorkommt. Ebenso sind Jungen und Mädchen gleichermaßen betroffen. Entweder klagt das Kind bewusst über Kopfschmerzen, sodass das Elternteil merkt, das ein Migräneanfall folgen kann, oder es zieht sich plötzlich zurück, wird zunehmend blasser, hat deutliche Augenringe und übergibt sich. Daraufhin schläft das Kind meistens einige Stunden oder zieht sich in einen dunklen Raum zurück, ist aber meistens nach dieser Ruhephase wieder fit. Im Vergleich zu den Erwachsenen, welche häufig einen einseitigen Kopfschmerz spüren, haben die Kinder einen ganzheitlichen Kopfschmerz. Generell ist aber die Diagnose und die Befundung bei Kindern schwierig, da sie ihre Symptome der Kopfschmerzen noch nicht genau differenzieren können oder häufig Bauchschmerzen angeben, obwohl sie unter Kopfschmerzen leiden. Im Falle eines Migräneanfalls kann das Kind Paracetamol oder Ibuprofen in Dosierung passend zum Körpergewicht einnehmen. Kommen die Migräneanfälle regelmäßig vor sollten die Lebensgewohnheiten des Kindes umgestellt werden. Vor allem regelmäßige Pausen von den Aktivitäten sind wichtig, aber auch regelmäßige und ausgewogene Mahlzeiten, viel Trinken, regelmäßige Schlafzeiten sind besonders wichtig. Zudem sollte das Kind nicht dauerhaft vor dem Fernseher, Spielekonsole oder Computer sitzen und mehrere Stunden am Stück darauf fixiert sein. Vor allem diese Faktoren lösen häufig die Migräneanfälle aus. Zwischendurch sich bewegen, viel an die frische Luft gehen und anderen Beschäftigungen nachgehen hilft schon . Sobald die Kinder in die Pubertät kommen, können sich entweder die Migräneanfälle verstärken oder verschwinden.

In dem folgendem Artikel finden Sie umfassende Informationen zu diesem Thema: Physiotherapie bei Kopfschmerzen/Migräne von Kleinkindern

Medikamente

Bei den Medikamenten unterscheidet man in Medikamente bei einem Migräneanfall und Medikamente, die zwischen den Anfällen als Prophylaxe genommen werden. Bei leichten bis mittelschweren Schmerzen können harmlosere Medikamente genommen werden, die nur entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Dabei eignen sich Ibuprofen, Paracetamol, Diclofenac oder ASS. Bei starken Schmerzen während eines Anfalls, sollte im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt die genaue Dosis der Tabletten besprochen werden. Häufig wird aber ein Mittel verschrieben, welches Triptane enthält. Triptane greifen in den Serotoninhaushalt ein und können so eine Verbesserung der akuten Schmerzen bewirken. Wichtig ist dabei den genauen Anweisungen des Arztes zu folgen. Neben diesen Medikamenten kann auch auf homöopathische Mittel zurückgegriffen werden. Dabei stellt meist ein Heilpraktiker eine Dosis von pflanzlichen Mittel zusammen, welche im Falle der starken Kopfschmerzen genutzt werden können. Häufig eignen sich diese auch als Behandlung zwischen den Anfällen. Diese Mittel sind aufgrund der pflanzlichen Zusammensetzung schonender für den Körper.

Übungen

Die Übungstherapie richtet sich nach der Ursache für ein Migräneleiden. Bei einer starken Verspannung im Schulter – Nackenbereich, können sämtliche Übungen zur Entspannung der Muskulatur angewendet werden. Schulterkreisen, Massagetherapie, Wärmetherapie, Dehnung der Muskulatur und eine Kräftigung der zu schwachen Muskulatur sind dabei besonders wichtig.

  • Vor allem eine zu schwache Nackenmuskulatur kann durch Anspannung in die Rotation mit Hilfe der Hand an der Wange trainiert werden.
     
  • Auch die obere Rückenmuskulatur ist wichtig, diese kann durch Zusammenziehen der Schulterblätter mit Hilfe der Arme trainiert werden.

Nähere Informationen zu diesen und anderen Übungen entnehmen Sie bitte den Artikeln Übungen HWS Syndrom und Physiotherapie bei einem Schleudertrauma.

Leidet der Patient unter enormen Stress sollte dieser durch eine Veränderung im Lebensrhythmus oder auf der Arbeit reduziert werden. Wichtig ist ebenso der Umgang mit dem Stress, welcher durch Entspannungstechniken zu bewältigen ist. Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Yoga, Pilates können unter Anleitung durchgeführt werden. Am Tag eine halbe Stunde sich Zeit nehmen und Atemübungen durchführen, Entspannungsmusik oder ein Hörbuch hören können jeder Zeit zu Hause alleine durchgeführt werden und bauen Stress ab. Vor allem die Atemübungen bewirken einen Entspannungseffekt auf den gesamten Körper. Migränepatienten wird zudem zu Ausdauersport geraten. Dabei kann das Joggen, Walken, Schwimmen, Fahrradfahren oder sonstige Ausdauersportarten genutzt werden. Vor allem Sport an der frischen Luft ist besonders effektiv. In der Physiotherapie bieten sich die manuelle Therapie als gute Behandlungsmethode um über die Behandlung der HWS und einer entlastenden Traktion die Spannung aus dem Kopf zu nehmen. Zudem wird häufig die Lymphdrainage am Kopf durchgeführt, welche oft einen positiven Effekt auf den Verlauf der Migräne hat.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Übungen gegen Migräne - Das hilft!

 

Zusammenfassung

Eine Migräne ist eine plötzlich auftretende extreme Kopfschmerzattacke, die meist einseitig zu spüren ist. Neben den unerträglichen Kopfschmerzen kann es zudem zu einer Lichtempfindlichkeit, Lärmempfindlichkeit, Übelkeit bis zum Erbrechen, Appetitlosigkeit und ganzheitliche Erschöpfung kommen. Manche Patienten haben im Zusammenhang mit einer Migräne eine Aura, d.h. die Phase vor dem eigentlichen Kopfschmerz. Dabei gehören Wahrnehmungsstörungen, Sehstörungen, Gleichgewichtsstörung, neurologische Ausfälle und Sprachstörungen zu den Symptomen. Ein Migräneanfall kann bis zu 3 Tagen anhalten und der Patient zieht sich meistens von Beginn der ersten Symptome in einen ruhigen, dunklen Raum zurück. Die Ursachen sind bis heute nicht genau geklärt. Neben familiärer Belastung werden eine Störung des Serotininhaushalts, Triggerfaktoren oder Hormonveränderungen diskutiert. Schmerzmittel, wie Paracetamol oder Ibuprofen werden bei leichten Schmerzen empfohlen und Mittel die Triptane enthalten sollen bei starken Schmerzen eingenommen werden. Auch Kinder können bereits unter Migräneanfällen leiden. Diese Anfälle sind aber nicht so lang, wie bei Erwachsenen und die Begleitsymptome nicht so stark ausgeprägt. Neben Kräftigungs- und Mobilisationsübungen für den Nackenbereich, ist Ausdauersport und Entspannungstechniken besonders zu empfehlen. Ein ganzheitlicher Wandel des Lebensstils ist ebenso ratsam. Dabei sollte auf ein regelmäßiges Schlafen, ausgewogene regelmäßige Ernährung, viel Trinken und Stressabbau geachtet werden.

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