Baker-Zyste - richtig behandeln

Bei der Baker - Zyste handelt es sich um eine Aussackung in der Kniekehle, meist Folge von einer anderen Kniegelenksverletzung oder Erkrankung. Zyste ist das griechische Wort für Hohlraum oder Blase im Gewebe. Im Falle der Baker-Zyste ist dieser Hohlraum mit Flüssigkeit gefüllt. Diese entsteht durch vermehrte Stoffwechselprozesse im Kniegelenk, welche durch Heilungsprozesse der eigentlichen Erkrankung (oft Arthrose, Rheuma oder andere chronische Entzündungsvorgänge im Knie) entstehen. Der Körper kommt nicht hinterher die Flüssigkeit abzutransportieren. Sie sammelt sich an und sackt nach hinten aus, wo sie keinen Widerstand in Form von Knochen oder anderem härteren Gewebe vorfindet. Resultat ist ein Überdruck im Gelenk, je nach Größe der Baker-Zyste mit mehr oder weniger Schmerzen und Einschränkungen. Je nachdem auf welche Strukturen die Zyste drückt – dies können Nerven sein, Muskeln, Blutgefäße usw.,  reichen die Symptome von Bewegungs- und Funktionseinschränkung bis hin zu Taubheitsgefühl, Sensibilitäts- und Durchblutungsstörungen.

 



Knie

Das Kniegelenk ist das größte Gelenk in unseren Körper und wird aus dem Zusammenspiel von drei Knochen gebildet: dem Femur (Oberschenkelknochen), der Tibia (Schienbein) und der Patella (Kniescheibe). Da der Femur rund endet, die Tibia jedoch mit einem flachen Plateau, existieren Hilfseinrichtungen wie die Menisken, welche die Ungleichheiten in der Form ausgleichen und eine ungehinderte Gelenkbewegung ermöglichen. Trotzdem ist das Gelenk extremen Belastungen ausgesetzt, was zusammen mit dem anatomischen Aufbau zu relativ häufigen Verletzungen führt. Meniskus – und Bänderrisse bei Sportlern, Arthrose und Rheuma bei älteren Patienten – sind alles mögliche Auslöser einer Baker-Zyste.

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Sport

Eine Baker-Zyste kann vermehrt bei Sportlern mit chronischer Überlastung und Entzündungsvorgängen im Kniegelenk entstehen oder mit vorangegangenen Verletzungen. Wichtig ist, nicht in den Druckschmerz weiter zu trainieren, dies hat lediglich die Folge, dass mehr und mehr Flüssigkeit produziert wird und der Druck steigt bis die dünne Gewebshaut um die Zyste schließlich nachgibt und platzt.

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Baker-Zyste behandeln/ Physiotherapie

Da die Baker-Zyste in der Regel die Folge einer anderen Erkrankung oder Verletzung im Kniegelenksbereich ist, ist es zunächst wichtig die Grunderkrankung zu therapieren. Die Baker-Zyste an sich bildet sich durch den Entzündungsrückgang und Schonung von allein zurück. Andernfalls kann die Zyste punktiert werden und somit Druck abgelassen werden. Ebenfalls möglich ist die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten. Dies ist allerdings nur ein Zusatz zur eigentlichen Behandlung der Grundproblematik. Wird diese nicht erfolgreich behandelt, besteht die Gefahr, dass die Baker-Zyste immer wieder auftritt oder gar platzt – was möglichst vermieden werden sollte.

Die Therapie richtet sich also nach der bestehenden Ursache. In den meisten Fällen handelt es sich hier um eine Arthrose. Eine Arthrose ist eine krankhafte Abnutzung des Gelenkknorpels, welcher eine reibungslose Beweglichkeit im Gelenk verursacht. Ist der Knorpel durch Verletzungen oder Überlastung über die Jahre geschädigt, entsteht bei jeder Bewegung unter Belastung ein schmerzhaftes Reiben was irgendwann zu Entzündung führt. Starke Schmerzen entstehen und die Beweglichkeit nimmt ab. Wichtig ist, dass das Knie trotzdem immer weiter bewegt wird, um eine Versteifung zu vermeiden. Belastungen sollten allerdings vermieden werden, um einer weiteren Abnutzung vorzubeugen.

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Baker-Zyste: geplatzt

Eine Baker-Zyste kann sich im Normalfall von selbst zurückbilden. Wird sie allerdings ignoriert oder tatsächlich nicht bemerkt und einfach weiter trainiert, kann es zur Ruptur kommen. Es kommt zum plötzlich einschießenden Schmerz. Problem ist, dass sich durch die Stoffwechselprozesse im entzündeten Knie vermehrt Abfallstoffe und Entzündungsmediatoren in der Flüssigkeit befinden. So besteht die Gefahr, dass die durch die Ruptur (Riss) ausgelaufene Flüssigkeit nun Entzündungen und Druckerhöhungen im Gewebe rundherum verursacht.

Übungen

1.) Eine einfache Übung, das Kniegelenk ohne Belastung zu bewegen, ist der Beinpendel.
Setzen Sie sich beispielsweise auf einen Tisch, sodass die Unterschenkel frei herabhängen. Pendeln Sie die Unterschenkel nun locker vor und zurück. Dies kann mehrmals am Tag durchgeführt werden.

2.) Des Weiteren eignen sich jegliche Übungen im Wasser/Bewegungsbad, da dass Wasser das Körpergewicht und somit die Belastung auf das Knie reduziert. Hier kann spielerisch oder mit Partnerübungen die Beweglichkeit trainiert werden.

3.) Auch Fahrradfahren auf einem Heimtrainer ohne Widerstand ist eine gelenkschonenden Maßnahme.

Um die gesamte Muskelkette des Beines dreidimensional im physiologischen Sinne zu bewegen und zu trainieren eignet sich das sogenannte PNF-Konzept (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation). Hier führt der Therapeut zunächst passive Bewegungsmuster in Rückenlage durch, welche später aktiv trainiert werden. Auch statische Muskelkräftigungsübungen für die gesamte Muskelkette können einfach täglich durchgeführt werden, ohne das Gelenk zu belasten. Weitere Informationen finden Sie in den Artikeln:

Gegen Verspannungen durch das schmerzende Gelenk können einfache Dehnübungen an Hüfte, Ober- und Unterschenkel durchgeführt werden. Achten Sie auch hierbei darauf, das Gelenk zu schonen und nicht zu extrem zu beugen. Mit einem Tennisball oder einer Blackroll (Selbstmassagerolle) kann das Gewebe und umliegende Faszien gelockert werden. Wird all dies regelmäßig durchgeführt und das Knie entlastet, geht die Entzündung im besten Fall zurück und die Baker-Zyste löst sich als Folge von allein auf.

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Weitere therapeutische Maßnahmen

Die Therapie der Baker-Zyste richtet sich je nach Ausmaß und individuellen Beschwerden. In der Regel gilt, das Knie zu entlasten und leicht zu mobilisieren. Einige Maßnahmen, die den Heilungsverlauf unterstützen, werden hier genauer beschrieben.

Kühlung

Kühlung hilft bei Schmerz, Schwellungen und Entzündung. Jedoch muss im richtigen Maße gekühlt werden, um den Heilungsverlauf nicht zu stören.

Die Entzündungsphase ist vom Körper gewollt und leitet die körpereigene Heilung ein. Zur Kühlung des schmerzenden Knies bei der Baker-Zyste eignet sich entweder ein Kühlpack, umwickelt mit einem dünnen Handtuch, oder besser noch ein kühlender Wickel, welcher mit leichtem Druck um das Knie angelegt wird und so der Schwellung entgegen wirkt. Ob Kühlpacks oder andere Eisanwendungen, es sollte nicht länger als 15 Minuten gekühlt werden, mit einer anschließenden 10 minütigen Pause.

Tapeanlagen

Auch Tapeanlagen wirken entlastend auf das Knie. Sie können besonders gut am Ende der Therapie angebracht werden, um das Knie im Alltag zu unterstützen. Beim Bestehen einer Baker-Zyste eignen sich verschiedene Anlagemöglichkeiten. Je nach Bedarf wird das Tape stabilisierend um das Kniegelenk angebracht, abschwellend entlang der Lymphbahnen, oder auch entspannend entlang umliegender eventuell verkürzter oder durch die Verletzung verspannter Muskulatur.

Manuelle Therapie

Ein weiterer Bereich in der Behandlung einer Baker-Zyste ist die manuelle Therapie.Diese behandelt sämtliche Bewegungseinschränkungen am Körper.

Da die Baker-Zyste eine Aussackung am hinteren Knie bzw. in der Kniekehle darstellt, ist in der Regel die Kniebeugung eingeschränkt. Neben Mobilisationen des Gelenks in die eingeschränkte Richtung,sowie platzschaffender Griffe für Gelenk und Gewebe zur Entlastung, wird auch an der ursächlichen Entstehung der Baker-Zyste gearbeitet. Ob Arthrose, Arthritis, Meniskusverletzungen - der Grund für die Entzündung muss herausgefunden und mittels manueller Techniken behandelt werden. So wird zum einen symptomatisch und zum anderen ursächlich behandelnd gearbeitet.

Massagen

Gelenkverletzungen werden oft begleitet von verspannter Muskulatur. Jedes Gelenk in unserem Körper ist Teil von Muskel- und Faszienketten. Verletzungen des einen beeinflussen immer auch das andere. Bei der Baker-Zyste können Wadenmuskulatur bis hin zum Fuß auf der einen Seite und die Oberschenkelmuskulatur auf der anderen Seite verspannt sein. Des Weiteren kommt  es durch Schonhaltungen und Bewegungseinschränkungen zu Verkürzungen in der Muskelkette.

Durch tiefe Ausstreichungen und verschiedene Massagegriffe wie Querknetungen kombiniert mit passiven Dehnungen werden diese wieder ins Gleichgewicht gebracht.

Elektrotherapie

Elektrotherapie ist eine weitere Maßnahme in der physiotherapeutischen Behandlung der Baker-Zyste. Elektrische Ströme haben einen positiven Einfluss auf die Schmerzwahrnehmung sowie auf den Zellstoffwechsel, was wiederum die Wundheilung und den Schwellungsabtransport fördert. Je nach Ziel werden verschiedene Ströme, Anlagen und Behandlungszeiten gewählt, um den gewünschten Effekt zu erreichen.

Operation?

Bei der Operation einer Baker-Zyste gilt das gleiche wie bei der generellen Therapie – sie ist auf lange Zeit nur erfolgreich, wenn auch die Ursache an sich behandelt wird.

Besteht beispielsweise eine unbehandelte Arthrose im Knie, die Baker-Zyste wird jedoch operativ entfernt, tritt diese mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nach nicht allzu langer Zeit wieder auf. Des Weiteren besteht bei der Operation einer Baker-Zyste ein relativ hohes Entzündungsrisiko. Sie ist jedoch sinnvoll wenn die Baker-Zyste sehr groß wird und auf Gefäße drückt, da sie so eine Unterbrechung der Blut- und Sauerstoffzufuhr mit schwerwiegenden Folgen verursachen kann. Bei der Operation wird die Kniekehle von hinten geöffnet, die Zyste freigelegt, entnommen und schließlich wieder zugenäht.

Zusammenfassung

Die Baker-Zyste ist eine Aussackung der Gelenkkapsel in der Kniekehle. Ursache ist meist eine länger bestehende Erkrankung oder Verletzung im Gelenk, welche mit Entzündungserscheinungen einher geht. Durch die vermehrte Flüssigkeitsproduktion sammelt sich diese in der Kapsel, welche schließlich in die Richtung mit dem wenigsten Widerstand – der Kniekehle – aussackt. Die Therapie der Baker-Zyste ist nur erfolgreich, wenn die Grunderkrankung erkannt und behandelt wird (oft Arthrose oder Rheuma), kann also in der Regel und bei guter Mitarbeit des Patienten konservativ erfolgen. Geht die Entzündung im Knie durch die Therapie zurück, bildet sich auch die Baker-Zyste zurück. Operiert wird, wenn die Baker-Zyste zu groß wird und so schmerzhaften Druck mit auf wichtige Strukturen wie Nerven und Gefäße ausübt, was schwerwiegende Folgen haben kann. Auch im Falle einer Operation muss trotzdem die Ursache mitbehandelt werden, da ansonsten auch nach einer Operation die Baker-Zyste immer wieder zurück kehrt.