Fußsohlen brennen und schmerzen

Die Füße bilden das Ende unseres Körpers, welcher die Belastungen durch Laufbewegungen auffangen und dementsprechend entgegenwirken müssen. Die Füße müssen nicht nur flexibel sein, sondern auch stabil, um dieser Funktion nachkommen zu können. Wenn es zu Beschwerden wie Schmerzen oder Brennen im Fußsohlenbereich kommt, könnte dies das Laufen einschränken. Welche Ursachen dies haben könnte, wann ein Arztbesuch zu empfehlen ist und was man dagegen tun kann, wird im nachfolgenden Abschnitt beschrieben.
 

Brennen und Schmerzen beim Gehen/Laufen/Wandern - Mögliche Ursachen

Neben einer gewissen Flexibilität muss der Fuß durch sein Fußgewölbe auch Belastungen standhalten, die beim Stehen, Laufen, Gehen oder Wandern entstehen. Das Fußgewölbe an der Fußsohle, wird durch kleine Muskeln, Sehnen und Bänder aufrechterhalten. Wenn das Fußgewölbe durch Schwächung seine Form und Stabilität nicht mehr beibehalten kann, kann es zu Schmerzen und Brennen in der Fußsohle kommen.

Die Gelenke und Muskeln werden beim Stehen und Laufen vermehrt belastet und können diese Beschwerden auslösen. Eine Schwächung des Fußgewölbes wird durch mangelnde Forderung der Füße verursacht. Der Betroffene läuft beispielsweise keine weiten Strecken mehr und stoppt so den Aufbau des Fußgewölbes. Ein falsch ausgewähltes Schuhwerk ist ebenso eine mögliche Ursache für die Beschwerden. Es werden beispielsweise Schuhe beim Laufen oder Wandern verwendet, die nicht optimal für den individuellen Fuß sind und die Ausbildung des Fußgewölbes verhindern. Hier kann eine Laufanalyse beim Orthopäden Abhilfe schaffen.

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Wie kann ich es selber therapieren?

Um Schmerzen und Brennen in der Fußsohle selbst therapieren zu können, helfen Übungen um die Muskeln und Sehnen am Fußgewölbe aufzubauen und die Druckbelastungen am Fuß wieder besser zu verteilen:

  • Um das Fußgewölbe wieder aufzubauen, werden beide Fußsohlen komplett auf den Boden abgestellt. Es wird sich auf drei Punkte an der Fußsohle konzentriert. Der erste Punkt ist die Ferse, die immer am Boden bleiben soll. Der zweite Punkt ist die Innenseite des Fußballens unterhalb des großen Zehs. Der dritte Punkt ist die gesamte Außenseite der Fußsohle. Alle drei Punkte sollen auf dem Boden bleiben, während die Innenseite des Fußes für einige Sekunden versucht wird anzuheben, um das Fußgewölbe aufzubauen.
  • Weiterhin können die Knie genutzt werden, um die Innenseite des Fußes weiter anzuheben. Die Knie werden einfach nach außen gedreht, während alle drei Punkte der Fußsohle auf dem Boden bleiben sollen.

Führen Sie die Übungen vermehrt im Stehen oder Laufen durch, um in der Aktivität schon etwas gegen die Schmerzen und das Brennen in der Fußsohle zu unternehmen. Neben den Übungen versuchen Sie vermehrt Bewegung in ihren Alltag einzuschließen und viel zu laufen, um das Fußgewölbe in seinem Aufbau zu fördern. Sport jeglicher Art sollte in Verbindung mit geeignetem Schuhwerk regelmäßig betrieben werden. Lassen Sie sich in einem Schuhgeschäft von Fachpersonal ihr Schuhwerk prüfen, um Mängel am Schuhwerk zu erkennen und das geeignete Schuhwerk für Sie zu finden.

  • Massagen am Fuß können die Durchblutung wieder fördern und die Muskeln und Sehnen wieder entspannen. Hierfür können Igelbälle oder Steine gewendet werden, auf denen die Fußsohle positioniert wird. Dann wird angefangen, auf diesen Gegenständen kreisende Bewegungen mit dem Fuß zu machen. Während der kreisenden Bewegungen, wird Druck auf den Gegenstand ausgeübt, um einen massierenden Effekt zu haben.
  • Auch das Anbringen von Kinesio-Tapes oder Schienen kann helfen, um dass Fußgewölbe zu stabilisieren.

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Physiotherapeutische Maßnahmen

In der Physiotherapie werden bei Schmerzen und Brennen in der Fußsohle, Übungen gezeigt und durchgeführt, die das Fußgewölbe wieder stabilisieren sollen. Hierbei geht es um kräftigende Übungen für das Fußgewölbe, die vom Patienten weiterhin zu Hause geübt werden sollen.

  • Auch Gleichgewichtsübungen werden eingebaut, um die Koordination im Fuß weiterhin zu fördern, damit der Fuß gegenüber allen Belastungen standhalten kann.
  • Fußreflexzonenmassagen können durchgeführt werden, um die Muskeln und Sehnen am Fußgewölbe zu lockern und die Durchblutung zu fördern.
  • Neben der Therapie kann der Physiotherapeut die Füße und das Schuhwerk untersuchen, um Mängel zu erkennen und Empfehlungen bei Schmerzen und Brennen in der Fußsohle zu geben.

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Brennen und Schmerzen in der Nacht - mögliche Ursachen

Wenn die Schmerzen und das Brennen an der Fußsohle nachts auftreten, kann dies auf ein Tarsaltunnelsyndrom hindeuten. Hierbei ist der Schienbeinnerv komprimiert und kann Parästhesien hervorrufen. Parästhesien sind nervenartige Beschwerden wie Stechen, Taubheitsgefühle, Kribbeln oder auch Brennen. Der Schienbeinnerv versorgt nicht nur die Wade, sondern auch den Fußbereich wie die Ferse.

Ein solches Tarsaltunnelsyndrom wird durch Überlastung der Unterschenkel verursacht - beispielsweise durch Übergewicht oder falsche Technik bei Lauf- und Sprungsportarten wie Joggen oder Walken. Auch sollte ärztlich abgeklärt werden, ob sich hinter den Schmerzen und dem Brennen keine weitere/andere ursächliche Erkrankung findet wie Rheuma oder Diabetes mellitus.

Heilungsdauer

Die Dauer der Heilung bei Schmerzen und Brennen in der Fußsohle variiert je nach Ursache, Therapieerfolg und genetischen Faktoren.

  • Im Falle einer Stoffwechselstörung kann eine Heilung verlangsamt werden.
  • Wenn die Ursachen rein durch eine Überlastung des Fußes entstanden ist, kann die Heilung durch kontinuierliche Anwendung von Therapiemaßnahmen schneller stattfinden. Wichtig hierbei ist, dass die Ursachen diagnostiziert und behandelt werden.

Wie bei jeder Heilung ist auch bei Schmerzen und Brennen in der Fußsohle Geduld erforderlich, um dem Heilungsprozess eine Chance zu geben. Gerade wenn die Belastung über mehrere Monate oder Jahre auf dem Fuß stattgefunden hat, kann die Heilung einige Tage bis Monate erfolgen.

Wie kann die Heilung beschleunigt werden/Welche Hilfsmittel gibt es

Wenn Sie aktiv gegen die Schmerzen und das Brennen in der Fußsohle handeln wollen, können Sie wärmende Salben an den gesamten Fuß anbringen, um die Durchblutung zu fördern. Eine verbesserte Durchblutung fördert den Heilungsprozess an der Fußsohle. Die Häufigkeit und der Zeitpunkt für die Verwendung der Salbe ist von der Salbe abhängig und sollte in der Gebrauchsanweisung durchgelesen werden.

Außerdem helfen warme Bäder, um die Durchblutung in der Fußsohle zu fördern und die Muskulatur zu entspannen.

Wie kann ich die Schmerzen lindern?

Nicht immer sind Medikamente nötig, um die Schmerzen in der Fußsohle zu lindern.

  • Schon konservative Hilfsmittel können zu einer Schmerzreduktion in der Fußsohle führen. Hierbei ist es wichtig die Durchblutung in der Fußsohle zu fördern. Eine Mehrdurchblutung im Gewebe hat den Effekt einer Schmerzreduktion und Verbesserung der Heilung. Wärmende Anwendungen wie warme Bäder, wärmende Salben oder Wärmepackungen führen zu einer Mehrdurchblutung im Gewebe und damit zu einer Schmerzreduktion.
  • Auch Massagen fördern die Durchblutung und führen zu einer Entspannung der Muskeln und Sehnen am Fußgewölbe.
  • Umschläge mit rein pflanzlichen oder homöopathischen Mitteln, können Schmerzen hemmen. In der Regel reichen bei Überlastungen der Füße solche Hilfsmittel aus. Wenn die Schmerzen in der Fußsohle nicht abklingen sollten, kann ein Arzt immer noch schmerzlindernde Medikamente verordnen.

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Wie viel darf der Fuß belastet werden?

Die Belastungsintensität richtet sich bei Schmerzen und Brennen in der Fußsohle nach der Ursache.

  • Liegt eine Überlastung des Fußes vor, sollte die Belastung minimiert werden. 
  • Wenn das Schuhwerk nicht geeignet ist, muss dieses umgetauscht werden. Gegebenenfalls können für den Fuß speziell angefertigte Einlagen verwendet werden. Jedenfalls sollte auf einen Gang geachtet werden, der beide Beine gleichermaßen belastet.
  • Nur in schweren Fällen wie Brüchen oder starken Entzündungen, muss es zu einer Entlastung des Fußes kommen, worin der Fuß für eine gewisse Zeit nicht belastet werden kann und der Patient mit Stützen laufen muss.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

  • Wenn die Schmerzen und das Brennen an der Fußsohle in Verbindung mit einem Trauma in Form eines Unfalls zu setzen ist, gilt es den Arzt aufzusuchen, um Brüche am Fuß auszuschließen.
  • Der Arzt sollte auch dann aufgesucht werden, wenn die Schmerzen mehrere Tage anhalten und nicht weniger werden.
  • Bei Entzündungszeichen wie Rötung, Schwellung oder Überwärmung am Fuß sollte eine ärztliche Untersuchung stattfinden.
  • Sind neben den Schmerzen und Brennen noch andere Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Rheuma bekannt, sollte dies jedenfalls beim Arzt als mögliche Ursache für die Schmerzen und Brennen an der Fußsohle abgeklärt werden.

Für genauere Informationen über die Therapie bei einem Orthopäden, lesen Sie den Artikel "Schmerzen an der Fußsohle"

Zusammenfassung

Schmerzen und Brennen in der Fußsohle kann verschiedene Ursachen haben. Die häufigste Ursache ergibt sich durch eine Insuffizienz des Fußgewölbes, welche durch Bewegungsmangel und falsches Schuhwerk hervorgerufen wird. So kann es zur schnellen Überlastung der Fußsohle kommen, die Schmerzen und Brennen in der Fußsohle verursachen kann. Nur im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen oder bei anhaltender Symptomatik ist ein Arztbesuch nötig und der Einsatz von Hilfsmitteln bringt eine Reduktion der Beschwerden.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 09.10.2018 - Letzte Änderung: 10.11.2021