Physiotherapie bei einer Wirbelblockade in der Halswirbelsäule

Die Physiotherapie bei einer Wirbelblockade in der Halswirbelsäule zielt darauf ab den oder die blockierten Halswirbel sanft zu lösen, sodass der Patient von seinen Schmerzen befreit wird und sich wieder frei bewegen kann. Da die meisten Wirbelblockaden aufgrund von Bewegungsmangel oder Muskelverspannungen entstehen gibt es gerade in der Physiotherapie eine Vielzahl an Möglichkeiten um dem Betroffenen zu helfen. Dazu zählen Muskelentspannungsmaßnahmen wie z.B. manuelle Therapie, Massagen, Wärme- und Elektrotherapie aber auch Dehn- und Mobilisierungsübungen sowie sanfte Sportarten wie Schwimmen oder Nordic Walking.

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Wirbel einrenken und Blockade selbst lösen

Das Einrenken eines blockierten Wirbels, gerade an der Halswirbelsäule, sollte bevorzugt in die Hände eines Arztes oder Therapeuten mit Zusatzausbildungen in manueller Medizin oder Chiropraktik gelegt werden. Von dem behandelnden Therapeuten wird dann ein kurzer schneller Impuls auf den blockierten Wirbel ausgeübt, wodurch dieser wieder repositioniert wird. In vielen Fällen lassen sich blockierten Wirbel auch selbst ohne großen Aufwand selbst wieder einrenken. Durch bestimmte Dehn- und Drehbewegungen sowie Entspannungstechniken, können die Blockaden sanft von den Betroffenen selbst gelöst werden. Wenn Sie sich unsicher sind oder vermuten das hinter den Schmerzen oder Bewegungseinschränkung noch eine andere Erkrankung stecken könnte, sprechen Sie vorher mit ihrem Therapeuten. Gerade an der Halswirbelsäule sollte man vor einem Einrenken immer das Nutzen - Risiko Verhältnis abwägen, da in vielen Fällen schon eine Lockerung der verspannten Muskulatur helfen kann die Probleme zu lösen.

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Therapie und Übungen

Um die Beschwerden bei Wirbelblockaden an der Halswirbelsäule zu lindern und unter Umständen selbst die Blockaden zu lösen gibt es verschiedene Dehn- und Mobilisierungsübungen die vorsichtig zu Hause durchgeführt werden können.

  1. Mobilisierung der HWS: Drehen Sie den Kopf langsam und kontrolliert nach rechts und Nicken dann langsam einige Male. Kehren Sie wieder in die Ausgangsposition zurück und wiederholen das ganze auf der linken Seite.
  2. Zusätzlich Mobilisierung der HWS: Neigen Sie ihr Kinn in Richtung Brustbein, sodass Sie im Nacken eine Dehnung spüren. Bewegen Sie nun den Kopf langsam nach rechts, wieder zur Mitte und dann nach links. Das Kinn bleibt die ganze Zeit nah am Brustbein. Achten Sie darauf, dass auch ihr Blick nach unten gerichtet ist.

  3. Dehnung der seitlichen Muskulatur: Heben Sie den linken Arm über den Kopf und legen Sie die linke Handfläche über ihre rechte Schläfe. Nun neigen Sie den Kopf nach links, sodass sich ihr linkes Ohr der Schulter nähert. Unterstützen Sie die Dehnung indem Sie nun mit der linken Hand den Kopf noch näher in Richtung Schulter ziehen. Halten Sie die Dehnung ca. 20 Sekunden und wechseln dann die Seiten.

  4. Lösen von Blockaden: Legen Sie ihre rechte Hand and die linke Seite ihres Kinns und drehen den Kopf zur rechten Schulter hin. Mit der linken Hand fassen Sie sich von hinten oben rechts an den Hinterkopf und ziehen mit der Hand, so als wollten Sie den Kopf noch weiter drehen. Gehen Sie nur bis zur Schmerzgrenze. Blockierte Wirbel in diesem Bereich sollten sich durch den ausgeübten Druck lösen.

  5. Lockerung der Muskulatur: Stellen oder Setzen Sie sich gerade und aufrecht hin. Ziehen Sie nun die Schulter so weit wie möglich hoch in Richtung Ohren- Halten Sie die Spannung ca. 20 Sekunden und lassen die Schultern dann wieder langsam in die Ausgangsposition absinken. Wiederholen Sie die Übung drei mal.

Wenn Sie sich unsicher bei der Durchführung sind, können Sie auch einen erfahrenen Physiotherapeuten oder anderen Fachmann um Hilfe bitten.

Weitere Übungen finden Sie in den Artikeln:

Eingeklemmter Nerv

In manchen Fällen kann es sein, dass Blockaden im Bereich der Halswirbelsäule zu einer Reizung der umliegenden Nerven führen. Dies wird dann im Allgemeinen als eingeklemmter Nerv bezeichnet, da der blockierte Wirbel gewissermaßen auf den Nerv drückt. Die Betroffenen empfinden dies meist als stechenden Schmerz im betroffenen Bereich. Gerade an der Halswirbelsäule kann ein eingeklemmter Nerv auch zu Symptomen wie Schwindel oder Benommenheit führen und in schweren Verlaufsformen auch zu Kribbeln oder Taubheitsgefühlen in den entsprechenden Hautarealen oder sogar Extremitäten führen. Wenn Sie die Vermutung haben das hinter ihren Problemen ein eingeklemmter Nerv stecken könnte, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen um Folgeschäden zu verhindern und um eine genaue Diagnose stellen zu lassen, damit ernstere Erkrankungen ausgeschlossen werden können.

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Steifer Hals/Nacken

Als steifen Hals bezeichnet man den Zustand, wenn der Hals oder Nacken in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist oder die Bewegungen Schmerzen verursachen. Ursache für einen steifen Hals/Nacken können Fehlhaltungen, falsche Bewegungen, Zugluft, einseitige Tätigkeiten oder zu geringe Bewegung sein. Den Betroffenen helfen in der Regel in der Akutphase Wärmeanwendungen und Schmerzmittel. Auch sanfte Dehnübungen können Linderung verschaffen. In der Regel verschwindet ein steifer Hals/Nacken nach einigen Tagen von selbst.

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Zusammenfassung

Insgesamt ist die Wirbelblockade an der Halswirbelsäule eine sehr lästige aber auch gut zu therapierende Erkrankung, welche in der Regel sogar durch gezieltes Training der Nacken- und Schultermuskulatur vorgebeugt werden kann. In den meisten Fällen steckt hinter den Blockaden eine Verspannung in der Muskulatur aufgrund einseitiger Belastung oder übermäßigem Training. In vielen Fällen sind Entspannungsmaßnahmen daher eine gute Maßnahme um die Probleme in den Griff zu bekommen. Sollten Sie bei sich eine Wirbelblockade vermuten, können Sie auch mit ihrem Arzt oder Therapeuten darüber sprechen, um eine genaue Diagnose zu stellen.