Übngen bei Hüftarthrose

Einleitung

Die Hüftarthroseist eine der häufigsten orthopädischen Erkrankungen, die mit zunehmendem Alter auftreten. Erste Anzeichen sind starke Schmerzen unter Belastung und in Ruhe sowie Leistenschmerzen. Durch den Verschleiß des Knorpels im Hüftgelenk, treten diese Schmerzen auf und bestimmte Bewegungen in der Hüfte werden vermieden. Es kommt zu einem schohnenden Bewegungsverhalten. Die betroffene Hüfte wird dabei entlastet und die gesunde Hüfte stärker belastet. Dies wird im Stand- und Gangbild bei Patienten mit einer Hüftarthrose sehr deutlich. Im nachfolgenden Text, werden Übungen für die Hüftmuskulatur gezeigt, die Sie ausführen können. Wichtig ist, dass Sie nur im schmerzfreien Bereich üben. Die Aufwärmübungen können Sie jeweils 2-3 Minuten lang ausführen und sollten nicht länger als 10 Minuten in Anspruch nehmen. Wiederholen Sie die Kraftübungen 8-15 mal und bringen 2-3 Serien rein. Die Yogaübungen können Sie 5-8 mal wiederholen und 2-3 Serien einführen.

Krankengymnastik

Wichtig ist zu erwähnen, dass durch die Krankengymnastik die Hüftarthrose nicht rückgängig gemacht werden kann. Es geht um die Symptomatik der Hüftarthrose. Diese werden durch die Zusammenarbeit mit dem Patienten vermindert und Einschränkungen im Alltag gezielt behandelt. Wichtiges Ziel in der Krankengymnastik bei Hüftarthrose ist die Schmerzlinderung. Maßnahmen wie Massage verringern den hohen Tonus der Muskulatur und führen zu einer vermehrten Durchblutung. Auch kann mit manuellen Griffen gearbeitet werden. Die Hüfte kann dadurch in bestimmte Richtungen mobilisiert werden. Dadurch wird die Produktion von Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere) angeregt. Auch führt dies wieder zu einer Linderung der Schmerzen, da der Gelenkknorpel entlasstet und besser ernährt wird. Neben der Schmerzlinderung ist bei Krankengymnastik bei Hüftarthrose jedenfalls der Muskelaufbau wichtig. So wird das Gelenk in Haltung und im Gang stabilisiert. Die Patienten lernen wieder ein gesundes Körpergefühl zu bekommen und ihren Körper gleichmäßig zu benutzen.
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Aufwärmen

  1. Um den Kreislauf anzuregen legen Sie sich auf den Rücken und strecken die Beine aus. Ziehen Sie jetzt nacheinander die Fußspitzen beider Füße ran und strecken diese schnell wieder aus. Wiederholen Sie dies ohne Pause.

  2. Sie stehen gerade und haben die Beine hüftbreit auseinander. Beide Knie sind leicht angebeugt und die Arme sind nach vorne ausgerichtet. Die Daumen zeigen in Richtung Decke. Wenn Sie die Arme nach oben bewegt haben, gehen Sie anschließend mit ihnen wieder runter und wiederholen die Übung in einem schnellen Tempo.

  3. Sie stellen sich auf die Zehenspitzen und heben beide Arme nach oben. Schieben Sie nacheinander beide Arme zur Decke und bleiben auf den Zehenspitzen stehen.

  4. Sie winkeln ihre Arme an und bringen beide vor ihrem Gesicht zusammen. Die Oberarme sind auf Schulterhöhe. Laufen Sie jeweils einen Schritt nach links und rechts und ziehen ihre Arme immer auseinander. Dennoch bleiben diese angewinkelt. Danach kommen beide Arme wieder zusammen.

  5. Nehmen Sie sich einen kleinen Ball (z.B. Tennisball) und stellen sich mit einem Fuß darauf. Rollen Sie ihn nach vorne, hinten und zur Seite. Wechseln Sie das Bein nach ungefähr 5 Minuten.

Yoga

  1. Sie befinden sich in Rückenlage und haben die Arme locker neben dem Körper liegend. Beide Beine sind angewinkelt und etwas voneinander weg. Beide Ferse stehen auf dem Boden. Bewegen Sie nun ihr Becken langsam hoch und gehen mit dem Becken in einem langsamen Tempo wieder runter. Kombinieren Sie dies mit der Atmung. Ziehen Sie das Becken in der Einatmung hoch und in der Ausatmung gehen Sie wieder runter.

  2. Sie befinden sich im Vierfüsslerstand und schauen mit dem Gesicht zum Boden. Die Arme ergeben mit den Schultern eine Linie. Ein Arm ist nach vorne ausgerichtet und das gegenüberliegende Bein nach hinten. Der Oberkörper bildet mit dem Bein und dem Arm eine Linie und der Rücken bleibt gerade. Es entsteht kein Hohlkreuz. Atmen Sie ruhig ein und aus und wechseln dann die Seiten.

  3. Sie sind im Unterarmstütz und die Unterarme stützen ihren Oberkörper. Die Oberarme ergeben mit den Schultern eine Linie. Die Beine werden durch die Zehenspitzen oben gehalten. Ihr Oberkörper ergibt mit ihren Beinen eine Linie und es entsteht kein Hohlkreuz. Halten Sie diese Position und atmen in ihrem normalen Tempo ein und aus.

Isometrische Übungen

  • Sie liegen auf dem Rücken und die Arme und Beine sind ausgestreckt. Ziehen Sie ihre Fußspitzen in Richtung Nase und halten diese in der Stellung. Drücken Sie jetzt ihre Knie durch und spannen zusätzlich den Po an. Halten Sie die Spannung in der Hüfte, im Knie und an den Füßen.

  • Sie liegen auf dem Rücken und legen sich ein dickes Kissen zwischen ihre Beine. Die Beine und Arme sind ausgestreckt. Drücken Sie das Kissen mit ihren Beinen zusammen und halten die Spannung.

  • Sie befinden sich im Stand und die Arme lassen Sie locker hängen. Die Beine sind ungefähr hüftbreit voneinander entfernt und die Fersen berühren komplett den Boden. Drücken Sie ihre Knie nach außen, als würden Sie diese auseinanderziehen vollen. Drehen Sie nicht die Knie nach außen, sondern geben mit ihnen nur Druck nach außen. Auch hebt der Bereiche der Ferse nicht ab, sondern bleiben auf dem Boden.

  • Sie befinden sich in Rückenlage und haben beide Beine hüftbreit voneinander angestellt. Ziehen Sie ihre Zehenspitzen zur Nase und halten diese oben. Drücken Sie die Fersen in den Boden und halten den Druck. Spannen Sie zusätzlich ihr Gesäß an.
  • Sie legen sich auf den Rücken und haben eine zusammengerollte Decke unter den Beinen. Drücken Sie ihre Beine in die zusammengerollte Decke und halten den Druck. Zur Steigerung können Sie sich auf einen setzen. Drücken Sie nacheinander ihre Ferse in den Pezziball.
  • Sie sitzen auf einem Stuhl und haben die Beine etwas mehr als hüftbreit auseinander. Nehmen Sie ihre Hände und legen diese seitlich an ihre Oberschenkel. Geben Sie mit ihren Armen Druck nach Innen, versuchen aber die Oberschenkel nicht nachgeben zu lassen.
  • Sie befinden sich im Stand und haben einen Ball in beiden Händen. Beugen Sie ihre Knie leicht an und stellen ihre Beine hüftbreit hin. Spannen Sie jetzt ihren Bauch, ihre Oberschnekel und ihr Gesäß an. Versuchen Sie die isometrische Spannung zu halten. Nehmen Sie den Ball in beide Hände und führen ihn zur Decke. Dabei halten Sie die Spannung im Bauch-, Oberschenkel- und Gesäßbereich. Gehen Sie mit dem Ball wieder langsam runter.
  • Sie stehen und haben die Knie leicht gebeugt. Zwischen den Knien befindet sich ein Ball, den Sie fixieren. Der Rücken wird gerade gehalten und Sie strecken beide Arme nach vorne aus. Diese befinden sich auf Schulterhöhe und die Finger zeigen nach vorne. Spannen Sie ihren Bauch, ihr Gesäß und die Oberschenkel an. Führen Sie mit ihren Armen kleine, schnelle Hackbewegungen durch. Halten Sie die isometrische Spannung dennoch.


Weiter isometrische Übungen finden sie unter Krankengymnastik isometrische Übungen.

Zusammenfassung

Zum Schluss lässt sich zusammenfassen, dass der Muskelaufbau bei einer bestehenden Hüftarthrose wichtig zur Unterstützung des Gelenkes ist. Auch kann effektiv gegen die Schmerzen und verminderte Beweglichkeit gearbeitet werden. Zwar kann die Pathogenese durch die Krankengymnastik nicht beseitigt werden, doch sie erleichtert den Alltag der Betroffenen.