Alle Inhalte in diesen Artikel wurden von Mario Habersack verfasst.

Probleme - verursacht durch die HWS

Die Halswirbelsäule (HWS) ist der filigranste und beweglichste Abschnitt unserer Wirbelsäule. Es kann durch Fehl- oder Überbelastung zu Problemen der Halswirbelsäule kommen. Diese können sich in verschiedenartigen Symptomen äußern. Die Halswirbelsäule selbst kann Schmerzen verursachen, die umliegende Muskulatur im Schulter-Nacken-Bereich kann verspannen, Bewegungsrichtungen können eingeschränkt sein. Je nach genauer Lokalisation und abhängig von den beteiligten Strukturen kann es durch Beschwerden in der Halswirbelsäule aber häufig auch zu Problemen in anderen Körperregionen kommen.

Häufige Symptome sind ausstrahlende Schmerzen oder Gefühlsverluste in der oberen Extremität, Kraftverluste in der oberen Extremität, aber auch Kopfschmerzen, Schwindel und Sehstörungen so wie auch Ohrgeräusche können durch Probleme in der HWS verursacht werden. Selbst Probleme mit dem Kiefergelenk, welches funktionell in enger Verbindung mit der HWS steht, können durch diese ausgelöst werden. Die HWS hat Auswirkungen auf die gesamte Wirbelsäule, sodass auch andere Abschnitte durch Probleme in der HWS in ihrer Statik und Funktion beeinträchtigt sein können.


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Schwindel durch die HWS

Unsere Halswirbelsäule wird durch 7 Halswirbelkörper gebildet. In ihnen befindet sich einerseits der Wirbelkanal, in dem das Rückenmark mit unseren Nervenbahnen verläuft und andererseits, rechts und links jeweils ein Loch, in dem eine wichtige, das Gehirn (A. vertebralis) versorgende, Arterie aufsteigt. Diese Löcher (Foramina transversaria) bilden sozusagen einen Kanal in dem die Arterie zum Gehirn ziehen kann. Bei Problemen mit der Halswirbelsäule kann es zu einer Einengung dieses Kanals kommen, sodass, besonders bei Rotations-, also Drehbewegungen des Kopfes, eine Einklemmung der Arterie die Folge sein kann. Durch diese Einklemmung werden bestimmte Abschnitte des Gehirns kurzzeitig weniger gut mit Blut versorgt. Es handelt sich hierbei unter anderem um Abschnitte, wie das Kleinhirn, den Okzipitallappen (Hinterhauptslappen) und Teile des Schläfenlappens, aber auch unser Hirnstamm wird durch Äste der A. vertebralis versorgt. Unser Gleichgewichtssinn wird unter anderem von Arealen dieser Regionen gesteuert. Bei einer kurzzeitigen Minderversorgung kann es zu Schwindel kommen. Hierbei handelt es sich meist um degenerative Ursachen.

Auch eine traumatische Einwirkung auf die HWS kann zu Schwindel führen. Beispiele hierfür sind das Schleudertrauma. Häufig ist eine Positionsänderung des Altas (1.Halswirblekörper) ursächlich für den Schwindel.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: HWS Distorsion - das müssen Sie alles wissen

Unsere kurzen Kopf- und Nackenmuskeln beinhalten wichtige Sensoren, die unserem Innenohr, also unserem Gleichgewichtsorgan, Informationen über die Stellung unseres Kopfes im Raum übermitteln. Durch eine traumatische Verletzung der Muskeln, aber auch durch chronische Verspannungen, kann es zu einer Fehlleistung dieser Sensoren kommen. Auch hierdurch kann Schwindel entstehen.

Schwindel kann auch andere Ursachen haben, die nicht von der HWS ausgelöst werden. Die Diagnostik ist meist kompliziert und kann häufig nur durch ein gezieltes Ausschlussverfahren Hinweise auf eine Ursache geben. Es sollte in jedem Fall eine fachmännische Diagnostik durchgeführt werden.

Ohrgeräusche durch die HWS

Die Ursachen für Ohrgeräusche, bedingt durch die HWS, sind denen für die Entstehung von Schwindel sehr ähnlich. Die Kerne in unserem Gehirn, die für das Gleichgewicht und jene, die für das Hören verantwortlich sind, sind funktionell und anatomisch eng miteinander verknüpft. Auch diese Kerne erhalten Informationen aus Sensoren der oberen Kopfgelenke und der Schulter-Nacken-Muskulatur und auch diese Kerne werden durch die A. vertebralis (Arterie, die in der HWS verläuft) versorgt.

Chronische Ohrgeräusche, wie ein Tinitus oder ein ständiges Rauschen sprechen für degenerative Veränderungen (Durchblutungsstörung) oder eine Fehlposition der oberen Kopfgelenke. Durch eine bestimmte Bewegung (z.B. Rotation) ausgelöste Geräusche können für ein A. vertebralis-Syndrom sprechen, oder aber auch muskuläre Ursachen haben. Auch hier gilt es eine genau Diagnostik durchzuführen.

Eine Untersuchung des Kiefers sollte ebenfalls angeschlossen werden. Der Kiefer kann selbst Ursache für Ohrgeräusche sein, oder aber die Funktion der Halswirbelsäule beeinflussen. Menschen, die mit den Zähnen knirschen oder Pressen (Bruxismus) leiden häufig unter Ohrgeräuschen.

Weitere interessante Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Ohrgeräusche - verursacht durch die Halswirblesäule

Sehstörungen durch die HWS

Auch Sehstörungen können durch die HWS ausgelöst werden. Hierfür lässt sich ebenfalls der Verlauf der A. vertebralis verantwortlich machen. Besonders häufig treten Sehstörungen bedingt durch die HWS bei endgradigen Rotationsbewegungen (maximale Drehbewegungnen) auf. Hierbei werden die Foramina transversaria ("Löcher" in denen die A. vertebralis) maximal verschraubt. Durch degenerative Veränderungen der HWS oder anatomisch ohnehin kleine Foramina transversaria kann es zu einer kurzzeitigen Einklemmung der Arterie und folglich zu einer Minderversorgung des Gehirns kommen. Unser Sehzentrum befindet sich im Okzipitallappen des Großhirns (Hinterhauptlappen) und wird durch Äste der A. vertebralis versorgt. Bei einer kurzzeitigen Minderdurchblutung kann es zu Gesichtsfeldausfällen oder anderen Sehstörungen kommen.

Natürlich gilt auch hier: Nicht alle Sehstörungen werden durch die HWS ausgelöst, eine ärztliche Diagnostik ist wichtig um andere Ursachen auszuschließen und eine angemessene Behandlung einzuleiten.

Kopfschmerzen durch die HWS

Kopfschmerzen können von der HWS ausgelöst werden. Bekannt ist der so genannte Spannungskopfschmerz, der durch eine Verspannung der kurzen Kopf- und Nackenmuskeln, aber auch durch Muskeln des Schulter-Nacken-Bereichs ausgelöst werden kann. Vermutlich wird durch die erhöhte Muskelspannung das Gewebe weniger gut durchblutet. Ursächlich für die Schmerzen kann also direkt die am Hinterhaupt ansetzende Muskulatur sein, aber auch dort austretende sensible Nerven können durch die erhöhte Spannung gereizt werden und Kopfschmerzen auslösen. Hierbei ist besonders der Nervus occipitalis major zu nennen, der am zweiten Halswirbelkörper austritt und von hinten bis zur Mitte des Schädels das Hinterhaupt sensibel versorgt.

Begünstigst werden Kopfschmerzen, ausgelöst durch die HWS, durch einseitige Haltungen, z.B. bei Computerarbeit, durch ruckartige Bewegungen, die zu Verspannungen der Muskulatur führen können, bei Fehlpositionierten Wirbels (Blockaden), bei degenerativen Veränderungen und Bandscheibenvorfällen, oder durch einen stressbedingt erhöhten Muskeltonus.

Auch morgens können Spannungskopfschmerzen auftreten, wenn man sich in der Nacht „verlegen“ hat.

Die Schmerzen können sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten und ziehen meist vom Nacken ausgehend bis zur Mitte des Schädels.

Haben Sie Kopfschmerzen? - Lesen Sie hier unsere  Übungen gegen Kopfschmerzen

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HWS Probleme durch den Kiefer

Unser Kiefergelenk steht in engem Bezug zur Halswirbelsäule und wird oft auch zu einer funktionellen Einheit mit der HWS zusammengezählt.

Man unterscheidet aufsteigende und absteigende Symptomatiken ausgehend vom Kiefergelenk. Bei einer aufsteigenden Symptomkette bedingt ein Problem in der HWS, oder darunter, ein Problem des Kiefergelenks, während bei der absteigenden Symptomatik das Kiefergelenk die HWS und die darunter liegenden Wirbelsäulenabschnitte beeinflusst.

Häufig ist es schwierig die Ursache für einen Symptomkomplex (Kopf- und Nackenschmerzen, Ohrgeräusche, Sehstörungen s.o.)  herauszufinden. Das Kiefergelenk sollte bei der Suche nach der Ursache nicht vergessen werden. Durch Zähneknirschen, oder das Zusammenpressen der Zähne (beispielsweise nachts oder bei Anspannung) kann die Position des Kiefergelenks verändert werden, was sich automatisch auf die Stellung der oberen Kopfgelenke auswirkt. Auch ein erhöhter Muskeltonus der Kaumuskulatur wirkt sich auf die Halswirbelsäule aus. Auch ein abgebrochener oder ein hervorstehender Zahn, eine nicht genau angepasste Krone oder ähnliches führen zu kleinen aber wichtigen Veränderungen der Biomechanik des Kiefergelenks und können große Auswirkungen auf die HWS haben. Durch eine genaue Diagnostik, z.B. Abdrücke an den Zähnen oder den Wangen, eine Untersuchung des Kiefergelenks und der umliegenden Muskulatur kann man das Kiefergelenk als Ursache oder Beteiligten bei einer HWS Problematik indentifizieren. Die Behandlung erfolgt nach zahnärztlicher Untersuchung durch den Einsatz von Schienen und physiotherapeutisch durch die Behandlung der Funktionseinheit aus HWS und Kiefer.

Bei einer stressbedingten Fehlfunktion des Kiefers oder der HWS sollte auch über entspannende oder psychologische Behandlungen nachgedacht werden.

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Ursachen für HWS Probleme

HWS Probleme können verschiedene Ursachen haben. Man unterscheidet akute und chronische HWS Beschwerden.

  • Akute Probleme treten beispielsweise nach einem Trauma auf. Zum Beispiel nach einem Auffahrunfall (Schleudertrauma) oder nach einer raschen heftigen reflektorischen Bewegung, z.B. bei einem Sturz. Es kann durch die kurzzeitige Krafteinwirkung zu einer Fehlpositionierung der Wirbelkörper kommen (Blockade) oder zu reflektorischen Muskelverspannungen führen. Durch kurzzeitige Fehlbelastungen wie z.B. durch ein langes Telefonat mit eingeklemmten Kopfhörer kann es zu einer akuten Verspannung im Schulter-Nacken-Bereich kommen. Im Folgenden werden oben genannte Symptome ausgelöst.
     
  • Chronische HWS Probleme können durch langfristige Fehl- oder Überbelastungen, z.B. durch tägliche Computerarbeit oder Überkopfarbeiten, entstehen und zu dauerhaften Problemen führen. Auch schlecht ausgeheilte Traumata (besonders Schleudertrauma) können zu chronischen Problemen der HWS führen. Sehr häufig werden chronische HWS Probleme auch durch degenerative Prozesse ausgelöst. Hierbei handelt es sich um Verschleiß der HWS und ihrer Strukturen. Arthrose in den Wirbelgelenken, Bandscheibenverschleiß oder andere strukturelle Veränderungen können Probleme in der HWS bedingen und zu chronischen HWS Problemen führen.

Weitere begleitende Symptome

Beschwerden der HWS können sich nicht nur auf den Kopf oder die Sinneswahrnehmung auswirken, sondern können auch zu Problemen in der oberen Extremität führen. Die Nerven, die unsere Arme versorgen, treten alle an der Halswirbelsäule und dem obersten Brustwirbel aus. Kommt es nun zu Problemen der HWS, wie z.B. einer Fehlstellung, oder einem ständig verspanntem Muskel, können die Nerven beeinträchtigt werden. Grundsätzlich kann man sagen, je höher das Problem, desto rumpfnäher ist die Extremität betroffen. Bei HWS Läsionen in den obersten Etagen können sogar auch Nerven betroffen sein, die die Lunge, das Zwerchfell und den Herzbeutel versorgen. In der mittleren Etage treten Nerven aus, die unseren Oberarm und unsere Schulterregion sensibel und motorisch versorgen. HWS Probleme in dieser Höhe können also zu Schmerzen in der Schulter oder sogar zu einer Muskelschwäche im Oberarm führen. Die untere HWS-Etage versorgt den Unterarm und die Hand. Häufige Symptome sind kirbbelnde Missempfinungen in der Hand und den Fingern, andere Sensibilitätsstörungen, Schmerzen oder Kraftlosigkeit.

Eine genaue Diagnostik ist durchzuführen um die Ursache für die Symptomatik zu finden und optimal behandeln zu können.

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Diagnostik

Die Diagnostik besteht aus einer körperlichen und funktionellen Untersuchung. Die Beweglichkeit der HWS, der oberen Extremität und des Kiefergelenks wird getestet. Der Zustand der Muskulatur wird untersucht. Bestehen Verspannungen? Gibt es Schmerzpunkte? Wie ist die Kraft im Seitenvergleich? Auch die Durchblutung kann durch eventuelle Rötungen oder eine Blässe begutachtet werden. Die Verschieblichkeit vom Gewebe (Muskel, Faszie, Haut) gibt ebenfalls Auskunft über den Zustand des Gewebes und seine Versorgung.

Durch Röntgenaufnahmen kann die Wirbelsäule untersucht werden. Degenerative Wirbelveränderungen oder ähnliches können gesehen werden, auch eine Einengung der Foramina transversaria (A. vertebralis) kann gegebenenfalls dargestellt werden. Genauere Auskunft geben bildgebende Verfahren wie CT und MRT (z.B. bei Bandscheibenvorfällen). Bei Problemen in der oberen Extremität kann gegebenenfalls eine Untersuchung der Nervenleitgeschwindigkeit hinzukommen (EMG).

Nach der Diagnostik wird ein angepasster Behandlungsplan erstellt.

Krankengymnastik/Physiotherapie bei HWS Problemen

Die krankengymnastische Behandlung bei Problemen der HWS ist ebenso vielseitig wie die Ursache für die Symptome. Eine genaue Befunderhebung ist essentiell für die kausale Therapie und ihren Erfolg. Die Physiotherapie bei HWS Problemen setzt sich aus mobilisierenden, schmerzlindernden und detonisierenden Techniken, stabilisierender Therapie, sowie Kräftigung und Dehnung zusammen. Auch eine Haltungskorrektur und eine Beratung zur Einrichtung des Arbeitsplatzes können Teil der Therapie sein.

Lesen Sie weitere interessante Informationen zu diesem Thema unter: Haltungsverbesserung am Schreibtisch

Ergänzend können Elektrotherapie, Massagen und Taping zum Einsatz kommen. Bei Kieferproblemen sollte auf jeden Fall auch dieses Gelenk mittels Techniken aus der Behandlung von craniomandibluärer Dysfunktion (CMD) einbezogen werden. Hierbei können auch Techniken nötig sein, bei denen der Therapeut mit Handschuhen im Mund des Patienten behandelt.

Sie leiden unter Craniomandibulärer Dysfunktion?- Lesen Sie mehr dazu unter: Craniomandibuläre Dysfunktion - Therapie und Hilfe aus der Physiotherapie bei Craniomandibulärer Dysfunktion

Mobilisierende Techniken können Weichteiltechniken, also Techniken sein, die die Muskulatur in den Mittelpunkt setzen, aber auch Gelenktechniken wie zum Beispiel Techniken aus der Manuellen Therapie. Bei der Manuellen Therapie werden Gelenke mittels Gleitbewegungen durch den Therapeuten weitestgehend passiv mobilisiert. Es können auch Traktionsbewegungen ausgeführt werden. Hierbei wird ein leichter Zug auf das Gelenk ausgeübt.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter:  Manuelle Therapie

Besteht ein muskuläres Ungleichgewicht kann es zu Haltungsstörungen der HWS kommen, diese werden in der Therapie durch passive und aktive Kräftigungsübungen für zu schwache und Dehnungsübungen für verkürzte Muskeln behandelt. Detonisierende Techniken beinhalten die Behandlung von Schmerzpunkten in der Muskulatur (Triggerpunkttherapie), Faszientherapie und Querfriktionen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter:  Triggerpunkttherapie

Generell mehr Informationen über physiotherapeutische Hilfe bei HWS-Beschwerde finden Sie hier:

Übungen

Übungen bei HWS Problemen sind nach Absprache mit einem Therapeuten oder Arzt durchzuführen. Sollten sich die Probleme nach den Übungen verstärken ist in jedem Fall erneut Rücksprache zu halten.

In vielen Fällen lindern leichte mobilisierende Übungen die Beschwerden.

  1. Kopfkreisen: Als leicht mobilisierend bietet sich das Kopfkreisen an. Wichtig ist, dass der Kopf dabei nicht zu sehr in den Nacken genommen wird. Bei Unsicherheit sollte diese Bewegungsrichtung völlig ausgelassen werden. Der Patient legt den Kopf zur linken Seite. Neigt also das linke Ohr in Richtung Schulter, anschließend dreht er das Kinn in Richtung Boden, sodass der Blick zum Boden zeigt. Das ist die Ausgangsposition. Anschließend wird der Kopf in einer langsamen weiten Halbkreisbewegung zur rechten Seite geführt bis das rechte Ohr zur rechten Schulter zeigt, der Blick zum Boden und das Kinn nach links zum Boden weist. Man sitzt oder steht während der Übung aufrecht, der Rücken bleibt gerade, die Schultern bewegen sich nicht mit. Die Halbkreisbewegung wird langsam und kontrolliert im Wechsel ausgeführt. Die Endposition auf jeder Seite sollte kurz gehalten werden. Man kann bis zu 20 Wiederholungen ausführen. Ein leichtes Ziehen (Dehnschmerz) kann durchaus auftreten. Bei Schmerzen oder Schwindel sollte die weitere Durchführung der Übung zunächst individuell abgeklärt werden!
     
  2. Retraktion: Eine weitere, oft angenehme Übung, ist die Retraktionsübung. Hierbei wird die Halswirbelsäule gestreckt und aufgerichtet. Eine Bewegung, die wir im Alltag häufig zu selten ausführen. Aus dem aufrechten geraden Sitz bewegt man das Kinn weit nach hinten, so als ob man ein Doppelkinn machen wolle. Der Kopf wird dabei keineswegs in den Nacken gelegt. Im Gegenteil, die Halswirbelsäule soll sich strecken, das Hinterhaupt zeigt weit nach oben und streckt sich in Richtung Decke. Die Endposition wird kurz gehalten, dann kann die Position gelöst werden, das Kinn lockert sich und geht wieder etwas nach vorne, die Krümmung der Halswirbelsäule nimmt wieder zu. Die Bewegung kann ca. 10-20 mal ausgeführt werden. Wenn man die Übung sicher beherrscht, kann man am Ende der Bewegung mit den Händen einen leichten Druck am Kinn ausüben, um die Dehnung zu verstärken. Das Bewegungsausmaß ist nur klein, es sollte Wert auf die Durchführung und die Genauigkeit gelegt werden. Es ist ein leichtes Ziehen im Nacken bis zur mittleren BWS möglich. Bei Schmerzen oder Unwohlsein, sollte die Übung zunächst abgeklärt werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter:  HWS Mobilisationsübungen

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Prognose

Die Prognose bei Problemen mit der HWS ist stark von der Ursache der Symptome abhängig. Es ist keine pauschalisierende Aussage möglich. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass es bei chronischen Probleme häufig auch einer längere Behandlungszeit bedarf. Akute Probleme sind oft nach Ausheilung der Schädigung schnell behoben. Trotzdem sollte dringend eine genaue Abklärung erfolgen. Übungen müssen regelmäßig und gewissenhaft durchgeführt werden um einer Chronifizierung entgegen zu wirken. Auch im Alltag sollte, um langfristige Erfolge zu erzielen, die Haltung, die Belastung und Beanspruchung der HWS bedacht werden. Bei Problemen der HWS oder des Kiefergelenks, die stressbedingt aufgetreten sind, ist eine kausale Ursachenbekämpfung notwendig.

Kieferprobleme sollten zahnärztlich abgeklärt werden.

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