Physiotherapie bei einem Wachstumsschub

Wachstumsschübe sind für die Entwicklung eines Kindes wichtig. In den ersten Lebensjahren und bis zum Jugendalter verändert sich der Organismus des Kindes phasenweise sehr schnell. Wachstum kann sowohl auf physischer als auch auf psychischer Ebene stattfinden. Allein innerhalb der ersten 14 Lebensmonate unterscheidet man 8 Wachstumsschübe, die für den Entwicklungsfortschritt des Kindes wichtig sind. Aber auch im Jugendalter treten „Wachstumsschübe“ auf. Diese sind häufig mit unangenehmen Wachstumsschmerzen verbunden, können zu vorübergehenden Fehlhaltungen oder Koordinationsstörungen führen. In der Physiotherapie können Kinder und Jugendliche, die unter den Folgen des schnellen Wachstums leiden behandelt werden.

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Symptome

In dem ersten Lebensjahr gehen mit Wachstumsschübe einher:

  • häufig mit Unruhe des Babys einher
  • das Kind hat vermehrten Hunger
  • möchte öfter gestillt werden
  • es schläft weniger durch
  • schreit eventuell häufiger

Bei Wachstumsschüben von Kindern und Jugendlichen steht mehr das Körperwachstum im Mittelpunkt. Es kann zu mitunter heftigen ziehenden Schmerzen in den Extremitäten oder auch im Rücken kommen. Diese Schmerzen treten meist nachts auf. Auch die koordinativen Fertigkeiten verändern sich. Unmittelbar nach einem Wachstumsschub ist die Koordination des Kindes häufig schlechter, und es bewegt sich staksig und ungelenk. Auch die Haltung des Kindes verändert sich bei schnellem Wachstum.

In den nachstehenden Artikeln finden Sie noch weitere Informationen zu dieser Thematik:

Physiotherapie

In der Physiotherapie kann das Wachstum von Kindern und auch von Babys beeinflusst werden. Besonders bei Babys, die eine schwierige Geburt, eine Frühgeburt oder unter anderen Komplikationen gelitten haben, kann eine pädiatrische Physiotherapie nach Bobath oder Vojta in Frage kommen. Dies sind Therapiekonzepte, die sich auf die Entwicklungsförderung von Kindern spezialisieren. Durch bestimmte Griffe oder Reize kann das Kind in seiner Entwicklung unterstützt werden. Asymmetrien des knöchernen oder muskulären Systems können verhindert oder reduziert werden und auch das Verhalten und die Bewegungen des Kindes können positiv beeinflusst werden. Man übt beispielsweise das Drehen auf die Seite oder unterstützt die Entwicklung der Fuß-Hand-Koordination und die Wahrnehmung des Kindes. Die Therapiekonzepte Vojta und Bobath können bereits bei Säuglingen angewandt werden und begleiten Kinder mit Entwicklungsstörungen zum Teil ihr Leben lang.

Wachstumsschübe im späteren Kinder- und Jugendalter können ebenfalls physiotherapeutisch behandelt werden. Häufig kommt es durch schnelles starkes Wachstum zu einer Fehlhaltung des Rückens, da die Muskulatur noch nicht ausreichend stark ist, die Wirbelsäule in ihrer physiologischen Stellung zu stabilisieren. In der Physiotherapie wird mit den Kindern spielerisch und kindgerecht die Rücken- und Bauchmuskulatur gekräftigt sowie eine Haltungsschulung durchgeführt. Therapiekreisel, Trampolin, oder Gymnastikbälle können eingesetzt werden, um die Therapie spannend und abwechslungsreich zu gestalten. Besonders bei Heranwachsenden älteren Teenagern kann die Motivation zur Therapie eine Herausforderung darstellen. Dabei ist es wichtig, die Übungen und Hausaufgaben aus der physiotherapeutischen Behandlung auch regelmäßig zu Hause auszuführen. Durch eine gezielte Therapie können spätere Fehlhaltungen und Achsenfehlstellungen der Wirbelsäule oder Extremitäten verhindert und so Gelenkerkrankungen vorgebeugt werden. Die Haltung des Kindes im Alltag sollte ebenfalls kontrolliert werden. Rucksäcke, der Arbeitsplatz und auch die Freizeitumgebung sollte rückengerecht angepasst werden. Das Kind sollte sich im Alltag ausreichend bewegen.

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Homöopathie

Homöopathie ist ein sanftes Mittel, um gegen Wachstumsschmerzen oder auch Unruhe vorzugehen, ohne direkt zu chemischen Medikamenten zu greifen. Besonders bei Babys und Kleinkindern können die Globulis daher eine dankbare Unterstützung darstellen. Die Einnahme von Präparaten sollte nichts desto trotz durch einen Fachmann abgeklärt und angeleitet sein.
Bei älteren Kindern, die unter Wachstumsschmerzen leiden stellen Globulis eine gute Alternative zu Schmerzmedikamenten dar. Ein Versuch die Symptome durch Homöopathie zu lindern lohnt sich.Die Beratung durch eine Arzt oder Heilpraktiker sollte auch hier im Voraus erfolgen. Mittel, die bei Wachstumsschmerzen unter anderem zum Einsatz kommen sind Arnica, Calcium phosphoricum, Acidum phosphoricum, Guaicum. Die Mittel und deren Dosierung müssen individuell auf die Symptomatik des Kindes angepasst werden. Bei starken andauernden oder untypischen Symptomen sollten diese zusätzlich ärztlich abgeklärt werden.

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Wann haben Kinder einen Wachstumsschub?

Innerhalb der ersten 12-14 Lebensmonate treten bei Babys 8 Wachstumsschübe auf.  

  • Der erste Wachstumsschub beginnt ca. In der 5. Lebenswoche und ist besonders für die Entwicklung der Sehkraft wichtig.
  • Der 2. Wachstumsschub findet in der 8. Lebenswoche statt.
  • Ab dem 3. Lebensmonat ist mildem 3. Wachstumsschub zu rechnen.
  • Der4. Wachstumsschub ist besonders heftig und findet zwischen dem 3.  und  4. Lebensmonat statt.
  • Es folgt der 5. Wachstumsschub etwa im 6. Lebensmonat.
  • Der 6. Wachstumsschub folgt etwa im 9.  Monat.Jetzt fängt das Baby in der Regel an zu krabbeln und kann ein Nein verstehen, die aktive Erziehung beginnt.
  • Zu Beginn des 1. Lebensjahres findet der 7. Wachstumsschub statt, hier beginnt das Baby oft sein erstes Wort zu sprechen.
  • Der 8. Wachstumsschub folgt etwa bis zum 14. Lebensmonat. Das Kind beginnt zu laufen. Wachstumsschübe treten auch im Kindes und Jugendalter bis in die Pubertät auf.

Ab dem 3. Lebensjahr kann das Kind Wachstumsschmerzen als grob solche formulieren, was das erkennen für die Eltern leichter macht. Wachstumsphasen finden vor allem zwischen dem 4.- und 6. und zwischen dem 10.-16. Lebensjahr statt.

Kopfschmerzen/Migräne

Durch die Veränderung des Skelettsystems und der Haltung kann es während eines Wachstumsschub zu Spannungskopfschmerzen kommen. Durch die veränderte Haltung kann es zu Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich kommen, was zu Kopfschmerzen führen kann. Auch die Gelenkstellung der oberen Halswirbel und des Kiefergelenks können sich während des Wachstumsschubs verändern und zu Kopfschmerzen führen. Migräne tritt zunehmend häufiger bei Kindern auf. Ursächlich ist vermutlich eine veränderte Durchblutung des Gehirns. In wie weit Migräneattacken mit Wachstumsschüben in Verbindung stehen ist nicht vollständig geklärt.

Falls Sie noch weitere Informationen zu Kopfschmerzen oder Migränen suchen, lesen Sie die folgenden Artikeln:

Zusammenfassung

Wachstumsschübe finden während des 1. Lebensjahres aber auch während der Entwicklung vom Kind zum Jugendlichen bis in die Pubertät hin statt. Besonders auf die körperlichen Symptome kann in der Physiotherapie eingegangen werden. Eine Haltungsschulung und eine Kräftigung der stabilisierenden Rumpfmuskulatur hilft bei starken Wachstumsschüben und kann Haltungsschwächen entgegen wirken. Bereits im Säuglingsalter kann das Wachstum des Babys durch Therapiekonzepte wie Bobath oder Vojta positiv beeinflusst werden.